RAUHENEBRACH

Kann Holznutzung aktiver Klimaschutz sein?

Die  Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“ will den Wald schützen und nützen.Kathrin Pfaff
Die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“ will den Wald schützen und nützen.Kathrin Pfaff Foto: Foto:

Holznutzung ist aktiver Klimaschutz – unter diesem Motto haben sich Anfang Mai 2019 zahlreiche Vertreter von Sägewerken im Steigerwald getroffen, um die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“ zu gründen, teilt der Verein „Unser Steigerwald“ mit. Sie machen sich für eine naturnahe Waldbewirtschaftung stark, die dem Arten- und Klimaschutz gerecht wird, zugleich aber auch die Ernte des wertvollen Rohstoffs Holz ermöglicht und damit die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe in der Region sichert. „Viele unserer Betriebe haben sich auf die Verarbeitung des regionalen Holzes spezialisiert. Nur, wenn wir den Wald schützen und nützen können, bleibt die Wertschöpfung in der Region erhalten“, wird Burkard Müller, Sprecher der Interessengemeinschaft, in der Verlautbarung zitiert.

Damit wenden sich die Betriebe auch gegen etwaige großflächige Waldstilllegungen im Steigerwald, die verheerende wirtschaftliche Folgen hätten: Über 70 regionale Sägewerke werden aus dem Steigerwald mit Holz versorgt, heißt es weiter. Über die gesamte Wertschöpfungskette hängen daran über 3000 Arbeitsplätze überwiegend im ländlichen Raum.

Zur Gründungsveranstaltung im Rauhenebracher Gemeindeteil Wustviel konnten die Vertreter der holzverarbeitenden Betriebe neben Klaus Kottwitz, Verband der Säge- und Holzindustrie (DeSH), und Oskar Ebert, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Unser Steigerwald“, auch Staatssekretär Gerhard Eck begrüßen, der das Anliegen als Erster Vorsitzender des Vereins „Unser Steigerwald“ laut Mitteilung unterstützt: „Unser Verein hat 4000 Mitglieder, die sich dafür einsetzen, dass die Region Steigerwald wie bisher als Naturpark erhalten bleibt. Wir benötigen die Unterstützung durch die Holzwirtschaft, weil sonst eine wichtige wirtschaftliche Grundlage verloren geht“, so Eck. Auch für Matthias Bäuerlein, Bürgermeister von Rauhenebrach, ist das Thema naturnahe Waldbewirtschaftung eine Herzensangelegenheit, so die Verlautbarung des Vereins. Er räumte „mit dem Irrglauben auf, dass der Steigerwald ein Armenhaus“ sei und durch einen Nationalpark aufgewertet würde: „Unsere Gemeinde braucht keinen Nationalpark zur finanziellen Rettung. Wir stehen gut da“, zitiert die Mitteilung des Vereins „Unser Steigerwald“ den Bürgermeister. Der Steigerwald habe sich durch eine nachhaltige Forstwirtschaft zu einem der wertvollsten Laubwaldgebiete Deutschlands entwickelt. „Das soll auch so bleiben“, fordert Burkard Müller: „Eine naturnahe Waldbewirtschaftung schafft für alle eine Win-Win-Situation: Im nachhaltigen Rohstoff Holz wird CO2 gebunden, es ersetzt energieintensive Produkte und die Wertschöpfung findet in der Region statt. Das ,Holz der kurzen Wege‘ führt so zu einem äußerst niedrigen ökologischen Fußabdruck.“

Die neu gegründete Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald ist eine eigenständige Institution innerhalb des Vereins „Unser Steigerwald“, erläutert die Pressemitteilung des Vereins. Ihr Sprecher ist Burkard Müller, weitere aktive Mitglieder sind Susanne Bickel, Peter Gleitsmann, Stefan Reinlein, Philipp Reitz und Markus Schonath. (wos)

Vertreter von Sägewerken im Steigerwald gründeten die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“, die sich für eine naturnahe Waldbewirtschaftung stark macht, zugleich aber auch die Ernte des wertvollen Rohstoffs Holz ermöglicht.
Vertreter von Sägewerken im Steigerwald gründeten die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“, die sich für eine naturnahe Waldbewirtschaftung stark macht, zugleich aber auch die Ernte des wertvollen Rohstoffs Holz ermöglicht. Foto: Norbert Vollmann

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