HELLINGEN

Kein Geld für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt

In einem sehr schlechten Zustand befindet sich die Kreisstraße durch Hellingen. Diese müsste dringend erneuert werden. Foto: Gerold Snater

Die Bürgerversammlung im Königsberger Stadtteil Hellingen im dortigen Sportheim war am Donnerstagabend sehr gut besucht. Knapp 40 Besucher hatten sich eingefunden, um von Bürgermeister Claus Bittenbrünn zunächst über die Vorhaben und Projekte der Stadt informiert zu werden. Dass es auf die nächste Kommunalwahl zugeht, zeigte sich auch daran, dass neun Stadträte und Ortssprecher verschiedener Fraktionen anwesend waren.

Nachdem das Stadtoberhaupt Königsberg und die anderen Stadtteile abgehandelt hatte, ging er auf Hellingen ein. Dabei ging es mit der sehr schlechten Ortsdurchfahrt gleich zur Sache. Eine Ausbesserung oder Erneuerung wurde bereits im Jahr 2016 angepackt, musste damals aber wegen fehlender finanzieller Mittel zurückgestellt werden. Wie sich im Nachhinein herausstellte war das kein Nachteil, denn durch die neu erlassene Straßenausbausatzung des Freistaates habe sich Manches geändert, erläuterte Amtsleiter Johannes Mücke.

Claus Bittenbrünn stellte den Plan für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt vor, wies aber auch darauf hin, dass die Gesamtkosten für diesen Ausbau auf rund 800 000 Euro veranschlagt seien. Davon kämen auf die Stadt 350 000 bis 400 000 Euro zu. „Das Geld haben wir zur Zeit nicht“, schlussfolgerte er. Zusätzlich würden durch Verkehrsberuhigungen an beiden Ortseinfahrten je 40 000 bis 50 000 Euro auf die Stadt zukommen. Außerdem müsste auch der Kanal befahren werden, um Schäden auszuschließen oder zu reparieren. Ebenso müssten die Gehsteige neu gemacht werden.

Bittenbrünn schlug vor, den Versuch zu unternehmen, Hellingen nach Abschluss der Dorferneuerungsmaßnahmen in Kottenbrunn und Altershausen in eine Dorferneuerungsmaßnahme aufnehmen zu lassen. Dafür übernimmt das Amt für ländliche Entwicklung maßgebend die Planungen, wobei die Bürger einbezogen werden. Eigeninitiative könne mit eingebracht werden. Bis wann mit dieser Maßnahme begonnen werden kann, konnte er nicht beantworten, er hoffe aber auf das Jahr 2021. Timo Barthelmes, Ortssprecher von Altershausen, meinte dazu: „Stellt euch auf eine lange Zeit ein!“

Ein mit viel Eigenleistung erstelltes Projekt ist das neue Schwimmbad in Hellingen. Der ehemalige Löschweiher am Feuerwehrgerätehaus wurde in ein Freibad umgewandelt, welches bei schönem Wetter von vielen Badegästen, auch von außerhalb, besucht werde. Allerdings nähmen es manche Gäste mit der Sauberkeit nicht so genau. So werde an ungeeigneten Stellen uriniert und Müll einfach weggeworfen. Bittenbrünn fragte die Feuerwehrkommandanten, ob es nicht möglich sei, die Toiletten im Gerätehaus für die Badegäste zur Verfügung zu stellen. Kommandant Stefan Musik antwortete, dass dies nur möglich wäre, wenn eine ständige Aufsicht die Toiletten auf- und zuschließen würde. Außerdem müsste geklärt werden, wer die Toiletten reinigt und wer die Kosten für Toilettenpapier trägt.

Insgesamt sei es keine Angelegenheit der Stadt, sondern der Dorfgemeinschaft Hellingen selbst, betonte Bittenbrünn, auch wenn die Stadt gerne durch das Aufstellen von Mülltonnen helfen würde. Die Dorfgemeinschaft machte in der Versammlung deutlich, dass sie sich darum kümmern werde. Willi Hölzer regte zudem an, den Zaun am Schwimmbad so zu gestalten, dass im Ernstfall der Feuerwehr eine schnelle Wasserentnahme möglich wäre.

Schön geworden sei der Bechen-Spielplatz in Hellingen, wie das Stadtoberhaupt mit Bildern zeigte. Kein Aushängeschild sei dagegen der dorthin führende Bechenweg, der unbedingt neu gemacht werden müsse. Es müssen auch neue Spielgeräte aufgestellt werden.

Eine breite Diskussion nahm der Friedhof ein, der neu gestaltet werden soll. Dazu wurden die beabsichtigten Maßnahmen vorgestellt. Mit der Neuanlage soll im Herbst begonnen werden. Dabei sollen unter anderem das Holzkreuz erneuert und Teile des Friedhofs neu gepflastert werden. Zudem wird die Möglichkeit für Erdurnengräber geschaffen. Die Torpfosten werden erneuert und die Betoneinfassungen aufgelassener Gräber sollen entfernt werden. Zwischen den Gräbern werden Hecken angepflanzt. Bürger regten an, die Wasserentnahmestelle so umzubauen, dass das Befüllen der Gießkannen einfacher wird. Außerdem wurde vorgeschlagen, Bänke aufzustellen.

Ein weiterer Punkt war die Höhe der Aushängekästen am ehemaligen Rathaus, wozu Bittenbrünn meinte, dass der städtische Kasten tiefer gesetzt werden könne. Die anderen Kästen seien Vereinssache. Ein Versammlungsteilnehmer regte auch die Einführung eines Mitteilungsblattes für die Gemeinde an, was auf unterschiedliche Meinungen stieß.

Unterschiedlich fielen auch die Meinungen hinsichtlich der Mitfahrbänke aus. Bemängelt wurde die fehlende öffentliche Busanbindung der Gemeinde Hellingen. Stefan Musik wies darauf hin, dass auch der Disco-Bus nicht über Hellingen fährt.

Hellingen besitzt auf dem Liedenberg einen Aussichtspunkt in den Haßgau. Der könnte zu einem Anziehungspunkt ausgebaut werden. Bürgermeister Bittenbrünn versprach, sich dafür im Rahmen der Allianz Main und Haßberge einzusetzen und räumte dem Projekt gute Chancen ein.

Im Verlauf der Versammlung wurden des weiteren die notwendigen Reparaturen am Feuerwehrgerätehaus und am ehemaligen Rathaus angesprochen. Diskutiert wurden die Leerstände im Dorf und der Denkmalschutz.

Stadtrat Frank Slawik stellte das Programm „Unser Dorf hat Zukunft“ vor und machte Werbung für den Zusammenhalt der Ortsbürger. Dieses Programm geht von 2019 bis 2022 und wäre ein guter Einstieg in die Vorbereitung für das Jubiläum „1200 Jahre Hellingen“ im Jahre 2024, meinte er.

Schlagworte

  • Hellingen
  • Gerold Snater
  • Bürger
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Feuerwehren
  • Freibäder
  • Kommunalwahlen
  • Ortsteil
  • Schönes Wetter
  • Städte
  • Wetter
  • Öffentlichkeit
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!