EICHELSDORF

Kirchweih-Begegnung: Ein neuer Stern glüht am Fußballhimmel

Beim Kirchweih-Gaudi-Kick in Eichelsdorf sahen die Zuschauer einen 9:1 Kantersieg der Klostertaler gegen die Türken. Foto: Martin Schweiger

Allianz-Arena? Borussen-Park? Wembley? Uninteressant. Jedenfalls am letzten Oktobersamstag. Denn dann ist in Eichelsdorf Kirchweih und es heißt wieder: Türken gegen Klostertaler. Die linke Dorfhälfte kickt gegen die rechte.

Namen wie ein Paul Bürkner, ein Norbert Stühler oder ein Michael Geier lassen wohl das Herz eines jeden Fußballfans höherschlagen. Manch einer würde horrende Summen auf den Tisch legen, um die Legenden spielen zu sehen. Doch am Kirchweihsonntag laufen die Kicker umsonst auf. Der Eintritt in die Landschulheim-Arena ist kostenlos, doch die Zuschauer blieben zu Tausenden fern.

Fotoserie

Kirchweih-Gaudifußball

zur Fotoansicht

Mit insgesamt 16 Kickern waren in diesem Jahr mehr am Start als noch in den Vorjahren. Drei Klostertaler halfen bei den Türken aus, damit acht gegen acht Spieler antreten konnten. Zu Beginn gab es eine Schweigeminute für den im vergangenen Jahr verstorbenen Klaus Bergmann, der das Ereignis jahrelang organisiert hatte und als „Katze von Eichelsdorf“ über die Landesgrenzen hinaus wegen seiner Torwart-Kunst bekannt war.

Belagerung des gegnerischen Tors

Dann pfiff Schiedsrichter Markus Geyer, der die Partie souverän im Stehen von der Seitenlinie aus leitete, das Spiel an. Die Türken legten gleich los, als wollten sie Wien einnehmen. Sie belagerten das Tor der Klostertaler wie einst die österreichische Hauptstadt. Doch die Klostertaler waren gewappnet. Sie hatten einen Markus Stühler im Tor, der seinem Ruf als Chancen-Killer gerecht wurde und bewies, dass er nicht zu Unrecht einst als Eichelsdorfs Antwort auf Manuel Neuer gefeiert wurde.

Wesentlich cooler war der Auftritt seines Torwart-Gegenübers Peter Hauck, der als echter Mann auf Handschuhe im Tor verzichtete. Vielleicht hätte er sie doch anziehen sollen, dann hätte er vielleicht den frühen Gegentreffer verhindern können, der durch ein Eigentor fiel.

Der Klostertaler Spielmacher Paul Bürkner legte per Kopf zur 2:0-Führung nach und erhöhte wenig später auf 3:0, bevor es Sebastian Göbel zum vierten Mal im Türken-Gehäuse klingeln ließ.

Tobias Barth gelang kurz danach der Ehrentreffer zum 4:1. Nach dem Pausenbier belohnte sich Michael Geier mit seinem Treffer zum 5:1, nachdem er zuvor zweimal den Kasten knapp verfehlt hatte. David Dörfler traf zum 6:1. Dann kam die Zeit des Norbert Stühlers, besser bekannt als „Nobby, der Wühler“. Seit Urzeiten läuft der Klostertaler für sein Team auf – immer mit vollem Einsatz und maximaler Kampfbereitschaft. Mit unbändigem Siegeswillen wühlt er sich durch die gegnerischen Reihen und manchmal auch durch den schlammigen Untergrund.

Doch noch nie gelang ihm ein Tor. Bis zu jener ominösen 66. Spielminute, als sich ein Traum für ihn erfüllte und er das Leder im Türken-Kasten versenkte. Doch der Traum sollte weitergehen. Nach einem weiteren Tor des überragenden Paul Bürkner traf „der Wühler“ ein zweites Mal zum 9:1 Endstand mit einem – wenn auch nicht gewollten – Lupfer über den Türken-Keeper, kurz bevor der Schiedsrichter das Spiel abpfiff und die Klostertaler den Wanderpokal in die Luft stemmen konnten.

Beendet war die Partie damit allerdings noch lange nicht. Denn die dritte Halbzeit wurde im Gasthaus Kirchner ausgetragen, wo der „Wühler“ ebenfalls eine ganz starke Leistung gezeigt haben soll.

Schlagworte

  • Eichelsdorf
  • Martin Schweiger
  • Fussballfans
  • Geyen
  • Katzen
  • Kirchweih
  • Leder und Lederwaren
  • Manuel Neuer
  • Michael Geier
  • Schiedsrichter
  • Träume
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!