Landkreis Haßberge

Klarer Sieg im Haßbergkreis: Wilhelm Schneider bleibt Landrat

Der Amtsinhaber von der CSU fährt fast 70 Prozent der Stimmen ein. Sein einziger Herausforderer, Wolfgang Brühl von der SPD, ist dennoch nicht enttäuscht.
Da kann er schon einmal lächeln: Früh zeichnet sich ab, dass Wilhelm Schneider (Mitte) Landrat bleibt mit starkem Wählerauftrag. Mit im Bild Tobias Schnaus (links) und Florian Kraft vom IT-Office im Landratsamt.
Da kann er schon einmal lächeln: Früh zeichnet sich ab, dass Wilhelm Schneider (Mitte) Landrat bleibt mit starkem Wählerauftrag. Mit im Bild Tobias Schnaus (links) und Florian Kraft vom IT-Office im Landratsamt. Foto: Moni Göhr/Landratsamt Haßberge

Die Bürger im Landkreis Haßberge haben am Sonntag den CSU-Politiker Wilhelm Schneider zum zweiten Mal zum Landrat gewählt. Der 61-Jährige kann eine satte Zweidrittelmehrheit (68,2 Prozent) der gültigen Stimmen auf sich vereinen. Die Mehrheit der Kreisbürger ist mit seiner Arbeit zufrieden und hat ihm ein ein starkes Mandat für die kommende Amtszeit erteilt. Sein einziger Herausforderer, Wolfgang Brühl von der SPD, erhielt nur 31,8 Prozent der Stimmen.

Gestärkt in die nächste Amtsperiode

"Mit einem Vorsprung hatte ich schon gerechnet, aber nicht, dass es so deutlich würde", erklärte Schneider im Gespräch mit der Redaktion – das wegen der mit dem Coronavirus einhergehenden Gefahren per Telefon stattfinden musste. Er sei sehr dankbar, dass ihn die Wähler derart gestärkt in die nächste Amtsperiode schicke, sagte der Wahlsieger: "Denn die Aufgaben für den Landkreis werden ja nicht kleiner."

Da darf sie ihm schon mal Blumen überreichen: Landrat Wilhelm Schneider freut sich über die Glückwünsche seiner Frau Larissa.
Da darf sie ihm schon mal Blumen überreichen: Landrat Wilhelm Schneider freut sich über die Glückwünsche seiner Frau Larissa. Foto: Moni Göhr / LRA

Es gelte in den kommenden Jahren vor allem, die Schullandschaft weiter auszubauen, die Haßberg-Kliniken in ihrem Fortbestehen zu sichern und das Technologie-Transfer-Zentrum in Haßfurt Wirklichkeit werden zu lassen. Ein Hauptaugenmerk will Schneider in den kommenden sechs Jahren auch auf den Ausbau des ÖPNV richten. "Und natürlich müssen wir uns auch mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit befassen."

"Mit einem Vorsprung hatte ich schon gerechnet, aber nicht, dass es so deutlich würde."
Wilhelm Schneider

Schneider war 2014 auf seinen Parteifreund Rudolf Handwerker gefolgt, der aus Altersgründen nicht mehr antreten konnte. Der vormalige Bürgermeister von Maroldsweisach musste damals aber in die Stichwahl. Hier hatte er sich mit rund 53,6 Prozent der Wählergunst gegen den Sander Bürgermeister Bernhard Ruß von der SPD (46,4 Prozent) durchgesetzt.

Diesmal würde es keine Stichwahl geben, das stand bei nur zwei Kandidaten schon im Vorherein fest. Dass Wolfgang Brühl nun sechs Jahre später nicht annähernd an das Ergebnis seines Parteifreundes Ruß herangekommen ist, erklärte der Wahlverlierer am Sonntagabend mit dem Amtsinhaberbonus und auch damit, dass seine Partei ganz allgemein in den vergangenen sechs Jahren eher einen Abwärtstrend erlebt habe.

"Die Bayern-SPD würde sich über meine 31,8 Prozent freuen"
Wolfgang Brühl

"Die Bayern-SPD würde sich über meine 31,8 Prozent freuen", zeigte sich der 51-Jährige durchaus mit seinem Ergebnis zufrieden. "Damit kann ich leben", befand Brühl. Ihm sei es wichtig gewesen, den Wählern eine demokratische Alternative zu bieten. Wolfgang Brühl war 14 Jahre lang SPD-Kreisvorsitzender, dieses Amt hatte er erst im Vorjahr aufgegeben. Für viele Beobachter kam seine Kandidatur als Landrat dann überraschend.

Anders als Bernhard Ruß, der damals wie heute als lokalpoltisches Schwergewicht gilt, hatte Brühl in den vergangenen Monaten aber einen eher zaghaften Wahlkampf geführt. "Wir haben die letzten sechs Jahre im Kreistag konstruktiv zusammengearbeitet. Da wäre es jetzt unglaubwürdig, wenn wir die Keulen auspacken würden", hatte der Eltmanner Stadtrat im Gespräch mit der Redaktion vor kurzem nicht nur für sich, sondern auch für Wilhelm Schneider gesprochen, der dieser Aussage zustimmte. Brühl versprach auch am Wahlabend für die kommende Kreistagsperiode eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Der alte und neue Landrat hingegen freute sich zunächst einmal auf eine "Wahlparty", wenn auch nur im kleinsten Kreise – weil die viralen Zeiten gegenwärtig nichts anderes zulassen.

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