MAROLDSWEISACH

Kreis-SPD: (Wahl)kampfeslustig und hoffnungsvoll

Wolfgang Brühl (Mitte) wurde bei der Kreisversammlung der Haßberge-SPD in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreter sind (hinten, von rechts) Felix Schwarz, Paul Hümmer und Helmut Dietz. Den engeren Vorstand komplettieren (vorne, von links) Kassiererin Brunhilde Giegold und Schriftführerin Nicole Meyer. Mit auf dem Bild MdB Sabine Dittmar (Zweite von rechts) und die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Marietta Eder.
Wolfgang Brühl (Mitte) wurde bei der Kreisversammlung der Haßberge-SPD in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreter sind (hinten, von rechts) Felix Schwarz, Paul Hümmer und Helmut Dietz. Den engeren Vorstand komplettieren (vorne, von links) Kassiererin Brunhilde Giegold und Schriftführerin Nicole Meyer. Mit auf dem Bild MdB Sabine Dittmar (Zweite von rechts) und die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Marietta Eder. Foto: Beate Dahinten

Von wegen Pessimismus: (Wahl)kampfeslustig und hoffnungsvoll gaben sich die Delegierten in der SPD-Kreisversammlung, allen voran der alte und neue Vorsitzende Wolfgang Brühl. Ihre Zuversicht beziehen die Sozialdemokraten aber nicht nur auf ihre inhaltliche Arbeit und den Mitgliederzuwachs. „Wir werden noch sehr gut in Tritt kommen und unsere Kampfeslust unter Beweis stellen“, sagte Wolfang Brühl bei der Zusammenkunft im Saalbau Hartleb in Maroldsweisach. Sein Appell zum Thema Martin Schulz: „Gebt nicht so viel auf Umfragen.“ Das untermauerte Brühl mit den Beispielen US-Präsidentenwahl und Brexit-Referendum, wo das Ergebnis ganz anders ausgefallen war als die Umfragen im Vorfeld. „Die Stimmung ist eine andere als das, was uns vorgegaukelt wird, sie ist nicht so depressiv“, sagte Brühl. „Es ist Stimmung da, und das gilt es auszubauen.“

Allen Grund für eine selbstbewusste Haltung sah auch die Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar. „Wir sind wesentlich stärker als zu Jahresbeginn“, sagte sie. Ihr Beleg dafür: 18 000 neue Mitglieder insgesamt, 40 in ihrem Wahlkreis.

Die neue stellvertretende Landesvorsitzende Marietta Eder war nach eigenem Bekunden „glücklich“ über die Urwahl zum Vorsitz der Bayern-SPD: „Bei uns haben die Mitglieder entschieden, und das war super.“

Viel Beifall gab es für die geradezu leidenschaftliche Ansprache von Felix Schwarz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Jusos und seit Freitag einer von nunmehr vier statt bislang drei Stellvertretern Brühls.

Schwarz warb für Zusammenschlüsse bei den Ortsvereinen, um die Aufgaben wie Veranstaltungsplanung und soziale Medien besser bewältigen zu können. Überhaupt sind ihm Öffentlichkeitsarbeit und eine bessere Vermittlung der Positionen wichtig. Wörtlich sprach Schwarz von der „Pflicht, aus unseren Möglichkeiten mehr Profit zu schlagen.“

Ähnlich sah dies Jürgen Hennemann, Bürgermeister der Stadt Ebern und Leiter der Kreisversammlung: „Martin Schulz hat geliefert, auch Inhalte, das müssen wir den Menschen nur rüberbringen.“

Bei den Sachfragen hat das Thema Nationalpark Steigerwald für die Kreis-SPD einen hohen Stellenwert. Eine Machbarkeitsstudie wäre aus ihrer Sicht das Mindeste. „Wir wünschen uns eine Heimat mit Chancen und nicht von vornherein ein kategorisches ,Nein‘“, sagte Wolfgang Brühl. Mit großer Mehrheit verabschiedeten die Delegierten eine Resolution, die an die bayerische Staatsregierung und vor allem an Landrat Wilhelm Schneider gerichtet ist. Zentraler Aspekt: die Forderung, den Steigerwald in den Entscheidungsprozess für einen dritten Nationalpark in Bayern einzubeziehen und diese Möglichkeit ergebnisoffen zu prüfen.

In seinem Bericht für die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen übte Paul Hümmer deutliche Kritik in Sachen Insolvenz der Zeiler Möbelwerke: „Der Unternehmer hat seine Vermögenswerte in Sicherheit gebracht und die Rosinen aus der Firma herausgenommen. Die Beschäftigten gehen leer aus.“ Nach Ansicht von Hümmer hätte die Möglichkeit bestanden, das Unternehmen weiterzuführen.

Das heiße Eisen Krankenhaus kam auch zur Sprache. Brühl sieht die Staatsregierung in der Pflicht, mehr Geld zur Verfügung zu stellen, gerade angesichts der propagierten Chancengleichheit von Stadt und Land. Dazu forderte er eine klare Definition: „Was gehört zur Grundversorgung, und wie will ich das bewerkstelligen?“ Dann wäre seiner Ansicht nach „eine Sicherstellung durch den Freistaat Bayern im Bereich des Möglichen.“ Sabine Dittmar gab zu bedenken: „Wenn ein Krankenhaus nur zu 40 bis 50 Prozent in Anspruch genommen wird von den Menschen im eigenen Landkreis, ist es schwer, so ein Haus zu führen. Die Qualität muss stimmen, dann kommen auch die Menschen.“

Der neugewählte Vorstand des SPD-Kreisverbandes Haßberge setzt sich wie folgt zusammen – Vorsitzender: Wolfgang Brühl (Ortsverein Eltmann); Stellvertreter: Helmut Dietz (Memmelsdorf), Paul Hümmer (Sand), Caroline Petersen (Haßfurt) und Felix Schwarz (Wonfurt); Kassiererin bleibt Brunhilde Giegold (Ebern), Schriftführerin Nicole Meyer (Stettfeld). Die Zahl der Beisitzer wurde von 13 auf 17 erhöht: Bernd Bieber (Königsberg), Manfred Hemmerich (Ebelsbach), Jürgen Hennemann (Ebern), Marco Heumann (Haßfurt), Karl-Heinz Kandler (Neubrunn), Susanne Kastner (Maroldsweisach), Jürgen Kolbert (Eltmann), Bernhard Ruß (Sand), Hannelore Schlee (Stettfeld), Stephan Schneider (Haßfurt), Konrad Spiegel (Hofheim), Thomas Stadelmann (Zeil) und Gertrud Strätz (Sand). Die Arbeitsgruppen vertreten Johanna Bamberg-Reinwand (Zeil, AsF), Werner Thein (Maroldsweisach, AG60Plus), Werner Strätz (Kirchlauter, AfA) und Nicole Keupp (Dankenfeld, Jusos). Die Kasse prüfen Hedwig Absmann und Manfred Michel (beide Memmelsdorf).

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