HOFHEIM

Kunststückchen

Die Grundschule Hofheim lädt 17 Künstler ein, um mit den Schülern zu arbeiten. Unterschiedlichste Techniken werden verwendet, unzählige Kunstwerke entstehen, und die Unterstützung ist riesig.
In die Kunst der Aborigines: Oliver Klarmann (links) bearbeitete eine fränkische Holzrinde mit australischem „Dot Paining“, indem er bunte Punkte malte.
In die Kunst der Aborigines: Oliver Klarmann (links) bearbeitete eine fränkische Holzrinde mit australischem „Dot Paining“, indem er bunte Punkte malte. Foto: René Ruprecht

Was machen Menschen mit einem Bügeleisen? Höchstwahrscheinlich die Wäsche glatt bügeln und – wenn es blöd läuft – einem teuren Hemd einen Brandfleck verpassen. Nicht aber die Erst- bis Viertklässler der Grundschule Hofheim und Aidhausen.

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Kunstprojekt

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Die Schüler haben mit einem Bügeleisen bunte und experimentvolle Kunstwerke erschaffen. Mit dieser künstlerischen Maltechnik, die sogenannte Enkaustik, werden heiße Wachsschichten, die mit Farbpigmenten vermischt sind, auf einem Maluntergrund aufgetragen. Die Geburtsstunde von Enkaustik war in der griechisch-römischen Antike und somit älter als die Ölmalerei. Die Resultate der Schüler sind phänomenal, nämlich Bilder von sonderbarer Ästhetik. Harmonische Linien, Formen und Strukturen, deren Farben von innen heraus zu leuchten scheinen.

Die zehnjährige „Bügeleisenkünstlerin“ Olivia Haustein fand das besondere Kunstprojekt „toll und schön, weil es mit schönen und bunten Farben zu tun hat.“ Auch Felix Hömerlein (10) hat das Malen mit dem Bügeleisen „Spaß gemacht, aber man muss aufpassen, dass man sich nicht verbrennt.“

Unterstützung bekamen die 20 Schüler vom ehemaligen Schulleiter und Ebelsbacher Druckkünstler Dieter Kraft: „Die Arbeit hier war sehr angenehm. Normalerweise arbeite ich mit maximal zehn Erwachsenen, aber dadurch, dass die Lehrerin Ethel Geiger mich unterstützt hat, waren die Kinder leicht zu händeln.“ Auch die Religionslehrerin und Pfarrerin von Schweinshaupten, Lucia Langer, unterstütze die Arbeit von der Bildhauerin Anne Heß aus Schweinfurt beim Projekt „Transparenz der Farben“: „Es ist wichtig für die Kinder, dass sie in ihren kreativen Fähigkeiten gefördert und angeregt werden. Ich bin sehr angetan, wie die Künstlerin Anne Heß es gemacht hat“, so Langer. Heß findet „die Unterstützung der Schule bei unserer Arbeit ganz Klasse, so etwas kann man sich als Künstler nur wünschen“.

Außerdem findet Heß es auch wichtig, dass man „das Verständnis für Kunst den Kindern nahe bringt um die Kunst zu verstehen, die auch mit viel Arbeit zusammenhängt wie auch das anschließende Saubermachen.“ Der 70-jährige Künstler Ruthard Fella aus Nassach hat keine Enkelkinder und daher war die Lautstärke der Schüler eine neue Erfahrung. Außerdem erfuhr Fella, dass „die Kinder unterschiedliche Phantasien haben, manche mehr, und manche weniger, es hat Spaß gemacht, vor allem die Kreativität aus den Kindern herauszulocken“.

Die Grundschule Hofheim stellte drei Schultage in den Blickpunkt künstlerischer Aktivitäten. Im Rahmen der diesjährigen Projekttage „Kunststückchen“ nahmen knapp 300 Schüler aus insgesamt 16 Klassen teil. Jeder Schüler durfte sich selbst ein Kunstthema auswählen, die am vergangenen Mittwoch und Donnerstag je vier Stunden umgesetzt wurden.

Folgende Projekte wurden mit jeweils einem Künstler aus dem Raum Haßberge, Bamberg und Schweinfurt und mit einer Lehrerkraft in den Schulhäusern Hofheim und Aidhausen durchgeführt: Kaltnadelradierung mit Elias Wolff; Collage aus Plastik, Blech und Holz mit Ruthard Fella; Lustige Drahtfiguren mit Janina Hector; Seidenmalerei mit Anne Marie Ort; Filzen mit Nadine Schloßbauer; Tierisch gut-Collagen aus unterschiedlichem Papier mit Judith Siedersberger; Malen mit Eitempera mit Heike Günther, Enkaustik-Malen mit dem Bügeleisen mit Dieter Kraft; Keramikarbeiten mit Helga Stegner; Klöppeln mit Doris Lurz; Malen nach Musik mit Hannelore Heider; Gestaltung mit Wachs mit Petra Wagner; Blaudruck/Cyanotypie-Wir machen blau mit Stephan Krines; Die Freiheiten der Farben mit Gabriele Schöpplein; Aquarell mit Rosmarie Köpfelsberger; Dot Painting mit Helmut Ott und Transparenz der Farben mit Anne Heß.

Durchschnittlich nahmen jeweils 18 Schüler in den 17 Projektgruppen teil. Das Besondere war, dass die Kunstgruppen altersübergreifend waren, um eine gemeinsame und soziale Erfahrung der Schüler untereinander zu machen. Schulleiter Helmut Ott ist stolz, dass die Grundschule Hofheim für die „ganz andere Unterrichtsform mit ihrer Vielfalt und Qualität professionelle Künstler an Land ziehen konnte. Ohne der finanziellen Unterstützung aus der Wirtschaft in der Gemeinde wäre die außerordentliche Erfahrung der Kinder während den Projekttagen nicht möglich gewesen, auch der Elternbeirat hat uns tatkräftig bei der Organisation geholfen, dafür sind wir sehr dankbar und schätzen es sehr“, so Ott.

Am Freitag durften dann die „Kunststückchen-Künstler“ die Werke ihren Familien, Lehrern, Mitschülern und Besuchern präsentieren. Unter den Ehrengästen waren auch zahlreiche Sponsoren. Für die facettenreichen Kunsttechniken und Materialien entstand einen finanzieller Aufwand in Höhe von rund 6000 Euro.

Folgende Unternehmen beteiligten sich an den Projekttagen: Neben den beiden Hauptsponsoren Raiffeisenbank-Volksbank Hofheim und Sparkasse Ostunterfranken Hofheim/Haßfurt auch Thomas Egelkraut, Schreinerei Brünner, Metzgerei Holzheid, Sanitätshaus Traub, Oskar Schüssler, Fensterbau Albert, Schreinerei Mock, Imprinto, Pro Mosie-Hofmann, Bäckerei Röhner, Kfz Schneider, Metgerei Kaiser, Andreas Dürr GmbH, Schreinerei Dürr, Grünewald Treppenfertigung GmbH, Busunternehmen Will, Gerd und Sandra Scheller, Kfz Schäder, Casa Varia, Praxis Markus Tampe, Elso Elbe GmbH, Praxis Werb-Leurer. Der Elternbeirat unterstütze den Präsentationsvormittag mit einem Essens- und Getränkeangebot an beiden Schulorten.

 
Aidhausen: Dass jeder Mensch eine eigene Phantasie besitzt bewiesen die Aidhäuser Schüler Hannah Wolf (8 j.), Sarah Köble (10 J.), Leon Kell (8 J.), Jan Weichselfelder (9 J.) und Felix Weigand (9 J.) (von links) mit unterschiedlichen Kunstwerken beim Projektthema 'Collage aus Plastik, Blech und Holz' mit dem 70-jährigen Künstler Ruthard Fella (rechts) aus Nassach.
Aidhausen: Dass jeder Mensch eine eigene Phantasie besitzt bewiesen die Aidhäuser Schüler Hannah Wolf (8 j.), Sarah Köble (10 J.), Leon Kell (8 J.), Jan Weichselfelder (9 J.) und Felix Weigand (9 J.) (von links) mit unterschiedlichen Kunstwerken beim Projektthema "Collage aus Plastik, Blech und Holz" mit dem 70-jährigen Künstler Ruthard Fella (rechts) aus Nassach. Foto: René Ruprecht
Für eine „Collage aus Plastik, Blech und Holz“ entschied sich Hannah Wolf (8).
Für eine „Collage aus Plastik, Blech und Holz“ entschied sich Hannah Wolf (8).

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