KREIS HASSBERGE

Landrat Schneider fordert klares Bekenntnis gegen P44

Auch nach dem Aus für das Kernkraftwerk ein wichtiger Knotenpunkt im Stromnetz: Der Landkreis Haßberge will eine neue Leitung von Schalkau nach Grafenreinfeld unbedingt verhindern.
Auch nach dem Aus für das Kernkraftwerk ein wichtiger Knotenpunkt im Stromnetz: Der Landkreis Haßberge will eine neue Leitung von Schalkau nach Grafenreinfeld unbedingt verhindern. Foto: Horst Breunig

Sicher ist sicher, scheint sich Landrat Wilhelm Schneider zu denken: Er will ein klares Bekenntnis der Landtags- und Bundestagsabgeordneten der Region gegen eine mögliche Höchstspannungsleitung vom thüringischen Schalkau nach Grafenrheinfeld, ob es sich nun um die Trasse „P44“ oder die Variante „P44 mod.“ handelt. Eine solche Wechselstromleitung zum Energietransport vom Norden der Republik in ihren Süden würde aller Wahrscheinlichkeit den nördlichen Landkreis Haßberge schneiden.

„Niemand muss übezeugt werden“

Zwar hat die bayerische Staatsregierung gerade erst bekräftigt, dass sie im Netzentwicklungsplan für Bayern keinerlei Notwendigkeit für die P44 oder P44 mod. sieht. Und MdL Steffen Vogel (CSU) versicherte im Kreistag am Montag, „dass kein einziger Abgeordneter davon überzeugt werden muss“, dass die Trasse überflüssig ist. Aber das reicht dem Kreischef nicht. In ein paar Wochen, wenn sich die neue Bundesregierung formiert hat, komme das Thema Netzausbau in den Bundestag, blickte Schneider voraus. Dann könnten die Karten neu gemischt werden.

Und da will der Landrat ein klares politisches Signal aussenden: Finger weg von der P44. Es ist folglich der Landkreis Haßberge, der die Mandatsträger noch vor Ostern nach Coburg einladen wird, um die geschlossene Abwehrhaltung deutlich zu machen. Und da ließ sich der Landrat auch nicht von Parteifreund Georg Hiernickel (Haßfurt) abbringen, der sich fragte, wer eigentlich das Land regiere, wenn überhaupt noch über die „Thüringer Strombrücke“ diskutiert werden müsse – Bundeskanzlerin Merkel, der damalige Wirtschaftsminister Gabriel und Ministerpräsident Seehofer seien sich doch schon 2016 einig gewesen, dass nicht alle Leitungen im Lande nach Grafenrheinfeld führten dürften.

So viele Verbündete wie möglich

„Wir brauchen so viele Verbündete gegen die P44 wie möglich“, sagte hingegen Schneider im Kreistag.

Ganz entschieden wehrte sich der Landrat gegen das, was mancher Skeptiker irgendwie als schmutzigen Deal vorausahnt: Die betroffenen Landkreise könnten in Versuchung geraten, die P44 zu akzeptieren im Gegenzug zum dreispurigen Ausbau der Bundesstraße 303 zwischen Schweinfurt und Coburg. So nötig der Ausbau dieser wichtigen Verkehrsachse auch sei, so wenig wolle er ihn in Verbindung mit dem Ausbau des Höchstspannungsnetzes bringen, gab sich Schneider am Montag kompromisslos.

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