Haßfurt

Landratswahl 2020 im Kreis Haßberge: Wer sind die Kandidaten?

Wer kandidiert 2020 für das Amt des Landrats im Landkreis Haßberge? Was wollen die Landratskandidaten? Wer hat gute Chancen auf den Job? Alles auf einen Blick.
Bei der Wahl am Sonntag, 15. März, geht es darum, wer in das Landratsamt in Haßfurt einzieht. Foto: René Ruprecht

Der Amtsinhaber von der CSU will es noch einmal wissen: Landrat Wilhelm Schneider stellt sich zur Wiederwahl. Einen Herausforderer schickt die SPD mit Wolfgang Brühl ins Rennen. Themen, die für beide Kandidaten im Wahlkampf eine große Rolle spielen, sind unter anderem die medizinische Versorgung im Landkreis, die Versorgung mit Mobilfunk und Internet, der ÖPNV sowie die Frage, welchen Beitrag der Landkreis im Kampf gegen den Klimawandel leisten kann.

Lange war noch ein dritter Kandidat im Gespräch: Oliver Kunkel wollte für die Grünen antreten, machte dann aber noch vor der offiziellen Nominierung einen Rückzieher.

Wer kandidiert 2020 für das Amt des Landrats im Kreis Haßberge?

Wilhelm Schneider (CSU): Der Amtsinhaber ist 61 Jahre alt und stammt aus Maroldsweisach, wo er Bürgermeister war, bevor er zum Landrat gewählt wurde. Zudem saß er lange im Kreistag. Vorher arbeitete der Diplom-Verwaltungswirt als Personalleiter bei der Telekom.

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Wolfgang Brühl (SPD): Der Herausforderer ist 51 Jahre alt und stammt aus Eltmann. Er sitzt im Kreistag und war 13 Jahre lang Kreisvorsitzender seiner Partei. Von Beruf ist er Krankenpfleger und arbeitet derzeit als Ausbildungsleiter beim Roten Kreuz.

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Wie ist die Landratswahl 2014 im Kreis Haßberge ausgegangen? 

Im Landkreis Haßberge ging 2014 eine Ära zu Ende, denn nach vier Amtszeiten, also insgesamt 24 Jahren, kandidierte der damalige Amtsinhaber Rudolf Handwerker (CSU) aus Altersgründen nicht mehr. So witterten gleich sechs Parteien ihre Chance und schickten einen Kandidaten ins Rennen. Wie es bei dieser Zahl zu erwarten war, erreichte keiner im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, so dass eine Stichwahl nötig war.

Für Birgit Bayer (Freie Wähler), die knapp 20 Prozent der Stimmen holte, war nach dem ersten Wahlgang Schluss, ebenso wie für Rita Stäblein (Grüne), Klemens Albert (ÖDP) und Sabine Schmidt (Linke) mit jeweils deutlich weniger als fünf Prozent. In die Stichwahl kamen Wilhelm Schneider (CSU) mit 36,9 Prozent und Bernhard Ruß (SPD) mit 34,9 Prozent. Wie schon der erste Wahlgang ging auch die Stichwahl sehr knapp aus, Schneider setzte sich schließlich mit 53,6 zu 46,4 Prozent der Stimmen durch.

Im Kreistag hat die CSU 22 Sitze, die SPD zwölf, die Freien Wähler zehn, die Junge Liste fünf, die Grünen vier, die FDP drei, die ÖDP zwei und die Linke einen. Außerdem gibt es einen fraktionslosen Kreisrat: Herbert Baum stand 2014 noch auf der SPD-Liste, ist aber mittlerweile ausgetreten.

Analyse: Wer hat gute Chancen auf den Job als Kreischef?
Redakteur Peter Schmieder Foto: Patty Varasano
Wolfgang Brühl dürfte kaum Chancen gegen Wilhelm Schneider haben, da es bei Kommunalwahlen allgemein schwierig ist, gegen einen Amtsinhaber einen Fuß in die Tür zu bekommen. Um sich gegen einen amtierenden Landrat durchzusetzen, müsste ein Herausforderer sehr bekannt und zudem beliebter als der "Titelverteidiger" sein. Zwar ist Wolfgang Brühls Auftreten sympatisch und offen, doch auch Wilhelm Schneider ist charismatisch und hat, was die Bekanntheit angeht, den Amtsinhaber-Bonus.
Und was ist mit Protestwählern? Hätte Wolfgang Brühl eventuell eine Chance auf die Stimmen von Menschen, die ihn vor allem wählen, weil sie Schneider als Landrat verhindern wollen? Wohl kaum, denn dafür hat sich Wilhelm Schneider nicht genug Feinde gemacht. Zwar hat der Landrat bei einigen Bürgern an Popularität eingebüßt, beispielsweise durch die Zustimmung zur Fusion der Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken oder durch die Ablehnung der Gelben Tonne. Doch bei beiden Themen standen Brühl und Schneider auf der gleichen Seite. Warum also sollte ein Anti-Schneider-Protestwähler sein Kreuz bei Wolfgang Brühl machen?

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