HAßFURT

Leserforum: Verweise sind Peanuts gegen die Klimakatastrophe

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Das war doch mal ein bemerkenswertes Highlight: Sechs Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung durften ihre Ideen zum Klimawandel im Landkreis Haßberge im Kreistag vortragen. Das tatkräftige Engagement der Schülerinnen und Schüler verdient größten Respekt! Aber ich frage mich, was die Jugendlichen der anderen Schulen im Landkreis tun? Beim Klimastreik am 20. September in Haßfurt waren nur sehr wenige Jugendliche auf der Demo. Wo waren eigentlich die anderen? Wissen sie nicht, was auf uns zukommt, wenn wir nicht aktiv werden? Oder interessiert sie nicht, wie sie in Zukunft leben werden? Oder haben sie am Ende Angst vor Verweisen? Ich versteh?s einfach nicht! Mal ganz ehrlich (um mit den Worten unseres „ergrünten“ Ministerpräsidenten zu sprechen), wenn ich noch jung wäre, würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um meine Mitschülerinnen und Mitschüler zu ermuntern, an Fridays-for-Future-Demos teilzunehmen. Die Gegner der grünen Bewegung mögen erwidern, dass das, was wir in Deutschland für das Klima tun, sowieso nichts nützt. Dagegen kann ich nur sagen, dass es erstens schon immer Vorreiter geben musste, um etwas Neues durchzusetzen und zweitens die Jugendlichen eine große Macht besitzen, Änderungen in der Politik herbeizuführen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Jugendlichen in der 5. und 6. Stunde am Freitag kaum noch aufmerksam und aufnahmefähig sind. Warum nicht mindestens einmal im Monat für eine lebenswerte Zukunft auf die Straße gehen? Warum nicht im Kunstunterricht Plakate gestalten und im Deutschunterricht treffende Klimaparolen entwerfen? In Bayern fällt sehr viel Unterricht aus, weil wir zu wenig Lehrkräfte haben. Das darf dann sein? Was ist, wenn die nächste Grippewelle etliche Lehrerinnen und Lehrer zwingt, einige Wochen zu Hause zu bleiben? Oft fallen dann mehrere Stunden pro Woche aus. Welche Bedeutung haben Verweise im Vergleich zur nahenden Klimakatastrophe? Für mich sind diese Verweise Peanuts, weil unsere Schulpolitik einfach an ihrem starren System festhält und in keiner Weise flexibel auf notwendige Maßnahmen reagiert. Ich wünsche mir, dass unsere Politiker den Weckruf der Jugendlichen endlich verstanden haben und dementsprechend handeln, dass viele Jugendliche endlich aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen und sie und auch wir Erwachsene einer lebenswerten Zukunft entgegengehen. Anita Amend (Mitglied der Grünen im Landkreis Haßberge) 97514 Oberaurach

Das war doch mal ein bemerkenswertes Highlight: Sechs Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung durften ihre Ideen zum Klimawandel im Landkreis Haßberge im Kreistag vortragen. Das tatkräftige Engagement der Schülerinnen und Schüler verdient größten Respekt! Aber ich frage mich, was die Jugendlichen der anderen Schulen im Landkreis tun? Beim Klimastreik am 20. September in Haßfurt waren nur sehr wenige Jugendliche auf der Demo. Wo waren eigentlich die anderen? Wissen sie nicht, was auf uns zukommt, wenn wir nicht aktiv werden? Oder interessiert sie nicht, wie sie in Zukunft leben werden? Oder haben sie am Ende Angst vor Verweisen? Ich versteh?s einfach nicht!

Mal ganz ehrlich (um mit den Worten unseres „ergrünten“ Ministerpräsidenten zu sprechen), wenn ich noch jung wäre, würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um meine Mitschülerinnen und Mitschüler zu ermuntern, an Fridays-for-Future-Demos teilzunehmen.

Plakate malen in Kunst, Sprüche schmieden in Deutsch

Die Gegner der grünen Bewegung mögen erwidern, dass das, was wir in Deutschland für das Klima tun, sowieso nichts nützt. Dagegen kann ich nur sagen, dass es erstens schon immer Vorreiter geben musste, um etwas Neues durchzusetzen und zweitens die Jugendlichen eine große Macht besitzen, Änderungen in der Politik herbeizuführen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Jugendlichen in der 5. und 6. Stunde am Freitag kaum noch aufmerksam und aufnahmefähig sind. Warum nicht mindestens einmal im Monat für eine lebenswerte Zukunft auf die Straße gehen? Warum nicht im Kunstunterricht Plakate gestalten und im Deutschunterricht treffende Klimaparolen entwerfen?

In Bayern fällt sehr viel Unterricht aus, weil wir zu wenig Lehrkräfte haben. Das darf dann sein? Was ist, wenn die nächste Grippewelle etliche Lehrerinnen und Lehrer zwingt, einige Wochen zu Hause zu bleiben? Oft fallen dann mehrere Stunden pro Woche aus.

Welche Bedeutung haben Verweise im Vergleich zur nahenden Klimakatastrophe? Für mich sind diese Verweise Peanuts, weil unsere Schulpolitik einfach an ihrem starren System festhält und in keiner Weise flexibel auf notwendige Maßnahmen reagiert.

Jugend soll endlich aus Dornröschenschlaf aufwachen

Ich wünsche mir, dass unsere Politiker den Weckruf der Jugendlichen endlich verstanden haben und dementsprechend handeln, dass viele Jugendliche endlich aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen und sie und auch wir Erwachsene einer lebenswerten Zukunft entgegengehen.

Anita Amend (Mitglied der Grünen im Landkreis Haßberge)

97514 Oberaurach

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