HASSFURT

Manager zahlen sich aus

Beispiel für Projektmanagement: Der Deutsche Burgenwinkel im Haßbergkreis mit dem Burgenmuseum in Altenstein im Zentrum. Dem Projekt steht eine Managerin vor, es ist Anne Mommer, deren Stelle befristet ist.
Beispiel für Projektmanagement: Der Deutsche Burgenwinkel im Haßbergkreis mit dem Burgenmuseum in Altenstein im Zentrum. Dem Projekt steht eine Managerin vor, es ist Anne Mommer, deren Stelle befristet ist. Foto: ArchivHT

Man stecke 1,19 Millionen Euro hinein und bekomme 2,96 Millionen Euro heraus. Und schwupp hat man einen Gewinn von 1,77 Millionen Euro gemacht. Regionalmanagement lohnt sich, das rechnete am Dienstag Michael Brehm, Wirtschaftsförderer des Landkreises Haßberge, dem Kreisausschuss vor.

In Zeiten, in denen sich die kaufmännische Buchführung als sogenannte Doppik in den kommunalen Haushalten durchsetzt, ist so eine Gewinn-Verlust-Rechnung ein schlagendes Argument. Brehms Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum 2009 bis 2015 und stellen die Kosten für das Regionalmanagement – im Wesentlichen Personalkosten – den bei Land, Bund und EU akquirierten Fördergeldern gegenüber. Verhältnis: 29 zu 71. Anders ausgedrückt: Für jeden investierten Euro bekommt der Landkreis 2,5 Euro zurück.

Allerdings geht der Wirtschaftsförderer in seinen Kalkulationen davon aus, dass der Landkreis das Regionalmanagement fortsetzt, was noch nicht entscheiden ist. Die Verträge der beiden Vollzeitkräfte Jennifer Knipping und Veronika Ullsperger laufen zum Jahresende aus. Landrat Rudolf Handwerker sandte am Dienstag deshalb schon einmal ein eindeutiges Signal: „Wir sind der Auffassung, dass wir ohne ein schlagkräftiges Regionalmanagement nicht auskommen“, sprach Handwerker aus Sicht des Landkreises und seiner Verwaltung. Bis Ende 2015 will er die Verträge für die beiden Mitarbeiterinnen verlängern, für die dafür benötigten Personalkosten in Höhe von 260 000 Euro rechnet er mit Zuschüssen von 100 000 Euro. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Handwerker die Kreisgremien davon überzeugen können, hier mitzuziehen.

Schon im Kreisausschuss am Dienstag nämlich hatte keine Ratsmitglied etwas am Regionalmanagement auszusetzen. Michael Brehms Aufgabe war es da, Klarheit in das Wirrwarr um die Begriffe Regional-, Planungs- und ILE-Manager zu bringen.

ILE-Management

Im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Ämter für Ländliche Entwicklung Nachbargemeinden, die ihre Zukunft gemeinsam meistern. Die Personalausstattung und Finanzierung des ILE-Managements sei folglich Aufgabe der Kommunen, so Brehm. Die staatliche Förderquote beträgt 60 Prozent, 40 Prozent schultern die Rathäuser. Aktuell gibt es zwei derartige kommunale Zusammenschlüsse, die ILE-Süd (die „Zehn-Sterne-Gemeinden) im südlichen und südöstlichen Landkreis. Hier ist ILE–Managerin Ulla Schmidt in Teilzeit beschäftigt. Und die Allianz Hofheimer Land, die gerade die Stelle für einen ILE-Manager ausgeschrieben hat. Ein dritter ILE-Zusammenschluss im westlichen Landkreis ist im Entstehen, hierzu tagen jetzt am Mittwoch erstmals die Stadt- und Gemeinderäte von Haßfurt, Königsberg und der Verwaltungsgemeinschaft Theres gemeinsam in Königsberg. „Interkommunale Allianz Westlicher Landkreis Haßberge“ wird die Gemeinschaft heißen.

Regionalmanagement

Reine Angelegenheit des Landkreises sind die beiden am Herrenhof angestellten Regionalmanagerinnen. Bis Jahresende 2013 werden die Stellen noch zu 50 Prozent vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert, sollten Jennifer Knipping und Veronika Ullsperger weiterbeschäftigt werden können, verschiebt sich das Verhältnis zuungunsten des Kreises.

Projektmanagement

Nicht allein in der Obhut des Landkreises ist das so genannte Projektmanagement. Dies betrifft einmal das Projekt „Deutscher Burgenwinkel“ mit dem Burgenmuseum in Altenstein, einer intakten Burg, acht Ruinen und 15 Schlössern. Die Finanzierung erfolgt zu 50 Prozent über die europäischen Leader-Töpfe, und jeweils zu 25 Prozent durch den Zweckverband Burgenwinkel und den Landkreis Haßberge. Die Vollzeitstelle von Projektmanagerin Anne Mommer läuft im Oktober 2014 aus.

Und dann ist da noch das Projekt „Zukunftscoach für den Landkreis Haßberge“, das die Volkshochschule Landkreis Haßberge im Dezember 2012 gestartet hat und das bis Juni 2015 läuft. Es ist Aufgabe der Projektmanagerin Tina Büdel (Vollzeitstelle), mit regionalen Akteuren Maßnahmen zu entwickeln, um den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft im Heimatkreis zu stärken (siehe Beitrag unten auf dieser Seite). Das Projekt ist mit einer Gesamtsumme von 238 000 Euro bewilligt, die förderfähigen Kosten von 224 400 Euro teilen sich der Europäische Sozialfonds (101 000 Euro, 45 Prozent), der Freistaat (56 100 Euro, 25 Prozent) und der Landkreis (67 300 Euro, 30 Prozent). Die Volkshochschule muss die Differenz zwischen Gesamtkosten und Zuwendungsfähigen kosten bis zu einer Höhe von 4500 Euro selbst tragen, jenseits dieser Grenze springt der Kreis in die Bresche.

Der Kreisausschuss übrigens beschloss gestern einstimmig, dass der Landkreis das Projekt mit 7500 Euro pro Monat vorfinanziert. Sobald das für die Ausbezahlung der Fördermittel zuständige Zentrum Bayern Familie und Soziales, Region Mittelfranken (ZBFS) die Gelder überweist, können VHS und Landkreis abrechnen.

Das Regionalmanagement für den Landkreis Haßberge ist am Landratsamt in der Stabsstelle Kreisentwicklung angesiedelt und damit direkt dem Landrat zugeordnet.

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