Augsfeld

Maschinenring ist der Kitt der Betriebe

Ehrungen und viele Informationen standen beim „Maschinen- und Betriebshilfsring Haßgau“ im Vordergrund; (von links) die Geschäftsführer Tino Scheithauer und Florian Zipfel, Klaus Förtsch, Ehrenvorsitzender Maximilian Baron von Truchseß, Bernhard Schleyer und Vorsitzender Werner Wunderlich. Foto: Günther Geiling

„Der Maschinen- und Betriebshilfering Haßgau hat mit seinen Vorsitzenden und Geschäftsführern in seiner fast 50-jährigen Geschichte unternehmerische Professionalität bewiesen. Mit seinem hohen Bekanntheits- und Organisationsgrad, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis seiner Dienstleistungen und seiner fachlichen Kompetenz wird er helfen, die Zukunft zu meistern. Der Maschinenring ist der Kitt für unsere Betriebe, weil's gemeinsam besser geht.“ Dies betonte der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Herbert Lang, bei der Jahresversammlung des Maschinen- und Betriebshilferings vor fast 100 Besuchern im Hotel Goger in Augsfeld.

Vorsitzender Werner Wunderlich sprach in seinem Rückblick vom „zweiten Jahr in Dürre“. Allerdings wäre das letzte Jahr nicht so schlimm gewesen wie das Jahr 2018, wo es bei der Wintergerste gerade noch ging, aber beim Mais und Weizen richtig reingehauen habe. Dazu schlage die Düngeverordnung ein, die des einen Leid, des anderen Freud sei. Tierwohl sei in aller Munde, obwohl sich doch nahezu jeder Bauer um seine Tiere kümmere, aber beim Kanarienvogel niemand die Käfighaltung kritisiere.

Zahl der Betriebe ist seit 1971 stark zurück gegangen

Angesichts der Demonstrationen sei der Maschinenring politisch nicht tätig. Die Landwirte seien ja über den BBV vertreten und der Maschinenring sei in allen Ministerien willkommen. Probleme hätte natürlich das Problem der selbstfahrenden und der überbereiten Fahrzeuge bereitet und er hoffe, dass auch das noch zur Zufriedenheit der Betroffenen gelöst werde.

Amtsleiter Herbert Lang warf einen Blick auf das Gründungsjahr des Maschinenrings. Im Jahre 1971 hätten sich auch schon mehr als 50 000 Bauern zu einer eindrucksvollen Demonstration wegen der schlechten Einkommenslage versammelt und der Vizepräsident der EU-Kommission und Agrarkommissar Sicco Mansholt sei bis in den letzten Winkel Bayerns bekannt gewesen.

Damals bewirtschaften noch 4647 Betriebe 52 300 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche mit einer Durchschnittsgröße von 11,3 Hektar, 2500 Bauern hielten sich 16 500 Kühe und etwas mehr als 2000 Betriebe hatten 7360 Zuchtsauen. Nur 25 Betriebe gab es mit mehr als 50 Hektar.

Heute bewirtschaften 1200 Betriebe 43 245 Hektar mit einer durchschnittlichen Größe von 35 Hektar. Aber nur noch 190 Betriebe halten 6500 Kühe und 40 Betriebe halten 2700 Zuchtsauen, darunter neun Betriebe mit über 100 Sauen. Die geringe Zahl von 256 Betrieben bewirtschaften allein 70 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche mi einer durchschnittlichen Größe von 122 Hektar.

Maschinenring ist professioneller Dienstleister

„Dies zeigt den Wandel, die Veränderungen und radikalen Umbrüche in der Landwirtschaft. Fehlende politische Rahmenbedingungen und zu viele Auflagen erschweren uns heute das Wirtschaften und den Blick in die landwirtschaftliche Zukunft. Politik, Verbraucher und Landwirtschaft ringen um eine neue Beziehung. Aktuell allerdings sieht es immer noch mehr nach Rosenkrieg als nach echtem Dialog aus“, betonte Amtsleiter Herbert Lang. Ein gelungener Dialog setze nämlich voraus, dass die Gesprächspartner den Willen zeigen, das Gespräch mit neuen Erkenntnissen zu verlassen.

Die deutschen Bauern dürften 2020 nur noch maximal 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verursachen. Der Ausstoß sei aber schon jetzt deutlich niedriger und es fehle die CO2-Bindung durch landwirtschaftliche Erzeugung. Bei 16 Millionen Hektar in der Bundesrepublik würden circa 32 Millionen Tonnen CO2  gebunden, womit nur noch 31 Millionen Tonnen CO2 blieben. „Wir in Unterfranken und im Landkreis Haßberge sind seit langem vorbildlich. Von zehn Tieren 1978 sind nur noch drei da und diese geringe Tierhaltung kann unser Klima also kaum belasten.“ Seit dem Jahre 1978 hätten die Schweine von 80 000 auf 26 000 Einheiten, die Rinder von 48 000 auf 12 000 und die Betriebe von 4200 auf 1200 abgenommen.

Dem Maschinenring sagte Herbert Lang eine gute Zukunft zum professionellen Dienstleister voraus. Dabei werde die reine Arbeitserledigung mit Maschinen zu einem Auslaufmodell und es werde mehr Bewirtschaftungsverträge geben.

Maschinenring hat derzeit 757 Mitglieder

Tino Scheithauer gab dann den Geschäftsbericht für den Maschinen- und Betriebshilfering ab, der zurzeit 757 Mitglieder habe mit einem Verrechnungswert von 3,46 Mio Euro. An vorderer Stelle stehe dabei der Bereich „Transport“ mit über 1,1 Millionen Euro, Futterbau und Strohernte mit 539 057 Euro und die Landschaftspflege mit 304 656 Euro. Im Betriebshilfsdienst wurden 11 327 Stunden geleistet, die sich auf „sozial“ 4058 Stunden und „wirtschaftlich“ 7269 Stunden aufteilten. Insgesamt seien 216 Einsätze geleistet worden.

Er ging dabei auf den vielfältigen Maschineneinsatz ein, wo die Güllegemeinschaft mit neuester Technik gerüstet sei bis hin zur Gülleverschlauchung. Stellvertretender Geschäftsführer Florian Zipfel informierte über fachgerechte Fahrsilos und die Möglichkeiten von Erdbecken.

Eine besondere Ehrung erfuhr Bernhard Schleyer aus Hesselbach für seine 25-jährige Tätigkeit als Betriebshelfer. „Unbezahlbar ist die Hand, die hilft, wenn man sie braucht und Bernhard Schleyer ist ein allseits geschätzter und viel gefragter Mann für die betrieblichen Notlagen der Mitgliedsbetriebe“, hieß es bei seiner Laudation bei durchschnittlich zehn bis 15 wechselnden Einsätzen im Jahr. Klaus Förtsch wurde für zehn Jahre als Standortleiter Maschinenring Personaldienste geehrt.

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