MECHENRIED

Mechenrieder Kläranlage wird modernisiert

Das Dauerproblem und Ärgernis zugeparkter Gehsteige kam auch in der Bürgerversammlung Mechenried zur Sprache. Unser Beispielbild zeigt die Parksituation in der Ortsdurchfahrt von Kleinsteinach am Friedhof. Foto: Ulrich Kind

Das Thema Neubau oder Sanierung der Sammelkläranlage am Ortsrand von Mechenried hat der dortigen Bürgerversammlung vergangene Woche guten Zulauf beschert: 37 Interessierte hörten sich die Informationen von Bürgermeister Bernd Fischer an.

Schon bei der Einweihung der vor gut 30 Jahren in Betrieb genommenen Sammelkläranlage für die Ortsteile Mechenried, Kleinmünster Kleinsteinach und Humprechtshausen war bekannt, dass die Technik für kommende Standards der Schmutzwasserbehandlung nicht ausreichen würde. Denn damals habe sich die geplante Verschärfung der Grenzwerte zur Abwasserreinhaltung auf EU-Basis abgezeichnet. Nun hat das Wasserwirtschaftsamt eine letzte Frist gesetzt zur Ertüchtigung der Ausreinigungsstufe und zwar bis Ende 2020.

Zu viele ungeklärte Fragen für „Hofheimer Variante“

Wie Bürgermeister Fischer berichtete, hat es sich der Gemeinderat in der Vergangenheit mit der künftigen Vorgehensweise nicht einfach gemacht. Es stand der Anschluss zur Abwasserreinigung nach Hofheim im Gespräch. Wegen der vielen offenen Fragen, wie die zu erwartenden Baukosten, der Grunderwerb für die notwendige Fernleitung und nicht zuletzt die unbekannten Betriebskosten, wurde diese Variante nicht weiter verfolgt.

Jetzt werde man die bestehende Kläranlage zu einer SBR-Anlage umbauen, die mit einer Nitrifikationsstufe den Stickstoffanteil reduziert. Erste Berechnungen gingen von Baukosten in Höhe von zwei Millionen Euro aus. Zwischenzeitlich lag ein Angebot der Firma Biogest (Taunusstein) in Höhe von 1,2 Millionen auf dem Ratstisch. Den Planungsauftrag zum Umbau hat schon seit längerer Zeit die Firma SÜDwasser (Erlangen). Bis Jahresende 2018 müsse die Sanierungsplanung beim Wasserwirtschaftsamt vorliegen, so der Rathauschef. Momentan rechnet man mit Kosten in Höhe von 1,4 bis 1,6 Millionen Euro. Als Rücklagen stünden rund 600 000 Euro zur Verfügung, der Betrag wurde in den vergangenen Jahren von jedem Anschlussnehmer als jährlicher Vorschusszahlung in Höhe von 100 Euro erbracht.

Bis zu 50 Prozent könnten vom Freistaat kommen

Bürgermeister Fischer hofft auf ein neues Förderprogramm des Freistaates, das rund 50 Prozent der förderfähigen Bausumme trägt und insbesondere auf die Reduzierung des hohen Stickstoffanteiles im Abwasser. abzielt. Riedbach ist seiner Information nach zur Zeit die einzige Kommune, die dieses Förderprogramm beantragt hat.

Der Bürgermeister schnitt ein weiteres Problem an: Veranlasst durch das Gutachten eines Brückensachverständigen musste in Mechenried der Fußgängersteg über den Riedbach neben der Kläranlage für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Die tragenden Stahlschienen sind nicht mehr sicher, sie hängen deutlich durch und sind korrodiert. Auch die Flurwegbrücke am ehemaligen Mühlbachwehr in Humprechtshausen wurde mit einer Gewichtsbeschränkung auf 2,5 Tonnen herab gestuft. In Kleinsteinach im Altortbereich ist die Riedbachübergang in der Brückenstraße ein weiteres Sorgenkind der Gemeinde. Im neuen Jahr soll nun das Thema im Gemeinderat angegangen und ein Planungsauftrag für ein tragfähiges Sanierungskonzept für die drei Riedbachübergänge erarbeitet werden.

In der Aussprache wies Willibald Schlosser auf das Dauerproblem mit der maroden Fahrbahn vom Friedhofsfußweg/Siedlungseinfahrt an der Ausfahrt zur Kreisstraße hin. Die Schlaglöcher und die ausgefahrenen Seitenbereiche würden immer größer. Er regte an, diesen Bereich in die Radwegplanung (Kleinsteinach-Mechenried) zu übernehmen.

Wildes Parken sorgt für Behinderungen

Günter Saal monierte ein altes Problem der Ortsteile. So wird auch in Mechenried der Gehsteig etwa im Bereich der Siedlung am Mühlbachgraben als Parkfläche genutzt, „es sei manches mal kein Durchkommen mit dem Kinderwagen und man müsse deshalb auf die Fahrbahn ausweichen“, so Saal sichtlich verärgert. Bürgermeister Fischer appellierte an die Vernunft der Anwohner, beim Parken mehr Rücksicht zu nehmen.

Vom Bürgerarbeitskreis Friedhofsanierung informierte Gartenbautechniker Jürgen Berthold über den bevorstehenden Arbeitseinsatz zur Erstellung einer Fläche für Urnenbestattung. Dafür sei am Friedhofseingang gegenüber der Kapelle die Neupflanzung von zwei Bäumen geplant, die jeweils 24 Urnenplätze aufnehmen können. Für die Rodungsarbeiten zur Vorbereitung der Urnenfläche sind Helfer gesucht.

Jürgen Berthold erklärte, dass er auf eigene Kosten ein Konzept entwickelt hat, den Gemeindespielplatz mit neuen Spielgeräten attraktiver zu gestalten, dies werde er dem Gemeinderat übergeben.

In Mechenried der Fußgängersteg über den Riedbach neben der Kläranlage für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Die trage... Foto: Ulrich Kind

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