Ebelsbach

Mit 90 Jahren verstorben: Friedrich Wilhelm von Rotenhan

Der Freiherr war nicht nur als Schlossherr und ehemaliger Bürgermeister von Ebelsbach bekannt, sondern auch als innovativer Landwirt. Zuletzt hatte er in Litzendorf gelebt.
Innovativer Landwirt, Lokalpolitiker, Adeliger: Friedrich Wilhelm Freiherr von Rotenhan, hier im Jahr 2006 inmitten eines Sonnenblumenfeldes, ist im Alter von 90 Jahren verstorben.
Innovativer Landwirt, Lokalpolitiker, Adeliger: Friedrich Wilhelm Freiherr von Rotenhan, hier im Jahr 2006 inmitten eines Sonnenblumenfeldes, ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Foto: MP

Wie diese Zeitung jetzt erfahren hat, ist bereits am Freitag, 6. Dezember, der Ebelsbacher Altbürgermeister Friedrich-Wilhelm Freiherr von Rotenhan verstorben. Von Rotenhan hatte erst Ende August seinen 90. Geburtstag feiern können.

Von Rotenhan war von 1965 bis 1978 Bürgermeister der Gemeinde Ebelsbach, anschließend gehörte er bis 1996 dem Gemeinderat an. Von 1966 bis 1984 war er Mitglied des Kreistags, die nachfolgenden vier Jahre war er als ehrenamtlicher Verwaltungsrichter tätig. In seine Amtszeit als Gemeindeoberhaupt fielen die Gründung des Schulverbandes und die Erweiterung des Schulanlage, die Errichtung des Sportzentrums und der Aufbau der Verwaltungen nach den Eingemeindungen der Ortsteile Gleisenau, Schönbach und Schönbrunn. 

Friedrich Wilhelm von Rotenhan kam am 30. August 1929 in Berlin zur Welt, seine Jugend verbrachte er aber in Niederschlesien. Nach Flucht und Kriegsende erhielt er 1947 das Ebelsbacher Schloss mit Hofgut, Weinbergen und Wald. Von Rotenhan renovierte das Schloss und machte es zum Wohnsitz seiner Familie. 1999 verkaufte er das Anwesen, das seine Vorfahren im 16. Jahrhundert aufgebaut hatten. Im September 2009 wütete ein verheerendes Feuer in dem Renaissance-Schloss, Unbekannte hatten an vier Stellen Feuer gelegt. Bis heute ist der Fall ungeklärt - und das Schloss inzwischen eine Ruine.

Anfang der 1950-er Jahre arbeitete von Rotenhan, der eine landwirtschaftliche Lehre absolviert hatte, für einige Zeit am bis 1976 bestehenden Max-Planck-Institut für Landarbeit und Landtechnik. In seinem beruflichen Umfeld wurde der Freiherr vielfach für seine Sortenversuche in der Landwirtschaft ausgezeichnet. So erhielt er etwa für seine Entwicklung der Kreuzblättrigen Wolfsmilch (Euphorbia lathyris) zu einer Kulturpflanze 1986 den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft. 1992  konnte von Rotenhan den Ernst-Pelz-Preis entgegennehmen, der besondere Verdienste um die Förderung nachwachsender Rohstoffe würdigt. 1999 erhielt er ein Patent für ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schälen von Ölsaatsamen. Im Jahr 2000 wurde der Vater von fünf Kindern mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Nach Verkauf seines Schlosses war von Rotenhan nach Drosendorf im Landkreis Bamberg gezogen. Seit Juli 2016 lebte er im Seniorenzentrum Katharina von Bora in Litzendorf. Seine Ehefrau Leonore war bereits im November 2016 85-jährig verstorben.

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