HASSFURT

Mit frisiertem Mofa in den Freizeitarrest

Dass er bei der Polizei kein Unbekannter ist, wurde einem 18-jährigen Auszubildenden aus dem Maintal am 22. Mai dieses Jahres zum Verhängnis. Als er nach Arbeitsende mit seiner Freundin auf deren frisierten Mofa-Roller abbrauste, verfolgte ihn ein Polizist in Zivil. Der Beamte fuhr hinter dem Paar her und bemerkte, dass der Mofa-Roller statt der eingetragenen 25 Stundenkilometer rund doppelt so schnell unterwegs war. Doch der Fahrer setzte noch eins drauf: an einer Ampel kam er zum Stehen. Doch anstatt bei Rot zu warten, brauste der 18-Jährige über die Kreuzung – vor den Augen des Ordnungshüters.

Angeklagter streitet Fahrt zunächst ab

Das konnte der Polizeibeamte nicht durchgehen lassen. Er hatte sich das Kennzeichen des Mofa-Rollers gemerkt. Den Fahrer kannte er ebenfalls, er war ihm fünf Tage zuvor bei einer Anzeigenerstattung in der Polizeistation aufgefallen. Bei der Recherche nach dem Halter des Mofa-Rollers fiel dem Beamten auf, dass der 18-Jährige nur eine Mofa-Prüfbescheinigung hat, mit der er Mofas bis 25 Stundenkilometer fahren darf, nicht aber einen schnelleren Roller.

Es folgte eine Anzeige, weswegen sich der 18-Jährige am Montag vor dem Jugendgericht verantworten musste. Dort stritt er ab, überhaupt gefahren zu sein. Er habe bis 16.45 Uhr gearbeitet, gab er zu Protokoll. Daher könne er nicht, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, um 16.40 Uhr mit dem Roller gefahren sein. Zudem sei er von einem Kollegen zur Arbeit mitgenommen worden. Seine Freundin habe ihn dann mit ihrem Roller abgeholt. Ob er oder sie dann heimfuhr, wisse er nicht mehr.

Schon vier Vorstrafen

Der Staatsanwalt glaubte ihm kein Wort. Weil der Angeklagte schon vier Vorstrafen auf dem Kerbholz hat – darunter zweimal Fahren ohne Fahrerlaubnis – forderte der Anklagevertreter eine Woche Dauerarrest sowie ein dreimonatiges Fahrverbot. „Es kommt nicht mehr vor“ lautete das späte Schuldeingeständnis des 18-Jährigen, der ohne Anwalt erschienen war.

Richter Martin Kober beließ es bei einem Freizeitarrest, bei dem der Wiederholungstäter von Samstagmorgen bis Sonntagabend hinter schwedischen Gardinen verbringen muss. „Dies ist bereits der fünfte Eintrag mit 18 Jahren!“ redete der Vorsitzende dem Verurteilten ins Gewissen. Er müsse „die Brems nei haun“, sonst müsse er länger „einrücken“, drohte er dem Angeklagten, der das Urteil annahm.

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