BAMBERG

Mord an Janina: Prozess nicht vor Sommer

Janinas Grab kurz nach der Beisetzung Anfang Januar.
Janinas Grab kurz nach der Beisetzung Anfang Januar. Foto: ArchivHT

Nicht vor Sommer wird der Todesschütze der elfjährigen Janina auf der Anklagebank Platz nehmen. Das sagte am Montag Oberstaatsanwalt Dr. Christopher Rosenbusch auf Anfrage unserer Zeitung.

Es würden derzeit die psychiatrischen Gutachten eingeholt, was mehrere Monate Zeit in Anspruch nehme, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bamberg. In der Sache gebe es nichts Neues, ließ Rosenbusch das HT noch wissen.

Das bedeutet aber in jedem Fall, dass der 53-jährige mutmaßliche Täter sein Geständnis aufrecht erhält. Das Mädchen aus Burgebrach war in der Silvesternacht in Unterschleichach kurz nach dem Jahreswechsel tödlich aus einer Kleinkaliberwaffe getroffen worden, als es sich in einer Menschengruppe befand, die „Am Käppele“ Feuerwerk abbrannte. Einige Tage später wurde ein Nachbar des Anwesens, vor dem Janina gefeiert hatte, verhaftet, der schnell gestand, aus Wut über die Ruhestörung drei oder vier Schuss bewusst auf besagte Menschengruppe aus einer ihm gehörenden Pistole abgefeuert zu haben; gezielt gegen Janina will er nicht vorgegangen sein. Aus Justizkreisen verlautet es, man sei damals überrascht über das offene Geständnis des Mannes gewesen.

Bei einer Pressekonferenz am Landgericht Bamberg hatten am 13. Januar Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei übereinstimmend erklärt, aus ihrer Sicht handele es sich um Mord. „So lautete der Haftbefehl und an dieser Bewertung hat sich bis jetzt nichts geändert“, erklärte Oberstaatsanwalt Rosenbusch nun am Montag. Noch immer kursieren allerdings Gerüchte, wonach das freizügige Geständnis des 53-Jährigen damit zu tun haben könnte, dass er sich schützend vor eine dritte Person stellt, die in Wahrheit geschossen hat. „Das ist völlig spekulativ“, sagte Dr. Rosenbusch; für die Staatsanwaltschaft gebe es kleinerlei Veranlassung, in diese Richtung zu ermitteln.

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