HAßFURT (GER)

Musik in Strukturen, Farben und Klängen

Martin Kälberer ist ein Künstler am Klavier, aber auch an seinen Metallinstrumenten. Mit seinem Konzert „Suono“ faszinierte er die Zuhörer in der voll besetzten Rathaushalle in Haßfurt.
Martin Kälberer ist ein Künstler am Klavier, aber auch an seinen Metallinstrumenten. Mit seinem Konzert „Suono“ faszinierte er die Zuhörer in der voll besetzten Rathaushalle in Haßfurt. Foto: Ulrike Langer

„Suono“ heißt die neue Doppel-CD des Multi-Instrumentalisten Martin Kälberer, mit dem er seine Zuhörer in seine Klangwelten einlädt. Denn „Suono“ bedeutet zum einen „Ich spiele“ und zum anderen „Klang“. Martin Kälberer, der also Klänge spielt, war auf seiner aktuellen Tournee unter dem Titel „Suono“ zu Gast beim Kulturamt Haßfurt, wo er die Zuhörer in der voll besetzten Rathaushalle mit seinem Konzert zum Träumen brachte.

Matin Kälberer ist definitiv ein Künstler der Klänge. Seine Musik, die wie aus einer anderen Welt erscheint, ist überirdisch schön. Seine Melodien sind dazu angetan, die Gedanken fliegen zu lassen, alles Schwere, Irdische abzustreifen und in höhere Sphären aufzusteigen. Töne und Rhythmen gehen eine wunderbare Symbiose ein, verbinden sich zu einem archaischen Klangerlebnis und ergreifen Besitz von Seele und Körper des Zuhörers. Auf eine einzigartige Weise spielt er mit den Tönen, die er beispielsweise dem Hang, dem Hang Gudu, dem Gubal, dem Waterphone, dem Klavier und der eigenen Kehle entlockt. Scheinbar ohne besondere Intention, einfach des Klangs wegen. Dabei liebt Martin Kälberer die Harmonien und das Überraschungsmoment, das er sich durch Improvisationen immer wieder selbst und dem Publikum schenkt. „Mein Motto ist, Dinge geschehen zu lassen, denn das ist für mich das Faszinierende an der Musik“, sagte er. „Mein Programm ,Suono‘ bietet mir dazu die Spielwiese und zwingt mich, neue Wege zu gehen.“ Immer wieder erlebt er beim Spielen Momente, die er nicht in seiner „Gewalt“ hat. So hält auch für ihn jedes Konzert Neues bereit, dem er sich nur allzu gerne hingibt und das ihm auch in Haßfurt „passierte“. Ein wichtiges Stilelement seiner Musik ist der Einsatz von Loops. Gerne nimmt er mit dem Looper live gespielte Sequenzen mit verschiedenen Instrumenten auf und formt darüber neue musikalische Ideen.

„Klangfarbenmuster“ heißt ein Stück, mit dem er seine Art, wie er Musik „denkt“, verdeutlichte: „Ich denke Musik in Strukturen, Farben und Klängen. Dabei hilft mir der Looper, weil ich dann die Hände für etwas anderes frei habe. Das funktioniert hervorragend, solange ich den Überblick nicht verliere“, scherzte er und stellte diese Kunst eindrucksvoll unter Beweis. Für sein kraftvolles, harmonisches, virtuoses und feinsinniges Spiel, das auf seinen CDs „Einklang“ mit Pianowerken und „Vielklang“ mit Kompositionen für verschiedene Metallinstrumente festgehalten ist und das er in Haßfurt live neu „entdeckte“, erhielt er viel Beifall.

So gut hatten dem Publikum die Klänge gefallen, dass es für seinen Applaus nach der ersten Zugabe am Hang noch eine Klavierkomposition als Hommage an Egberto Gismonti mit dem Titel „Egbert der Zauberer“ geschenkt bekam.

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