MAROLDSWEISACH

Nachbargemeinden wollen Kooperation weiter ausbauen

Wasserversorgung, Kläranlage Birkenfeld, Schulverband, nicht zu vergessen die Gemeindeallianz Hofheimer Land: Es gibt schon einige Bereiche, in denen Maroldsweisach und Ermershausen zusammenarbeiten. Mit dem Breitbandausbau kommt nun ein weiterer dazu. Denn nach den neuen Förderrichtlinien gibt es zusätzlich zum normalen Fördersatz noch einmal 50 000 Euro extra, wenn Kommunen miteinander kooperieren.

Die beiden Nachbargemeinden haben sich bereits grundsätzlich geeinigt und auf ein gemeinsames Versorgungsgebiet verständigt. Den nötigen Beschluss für die Beantragung der zusätzlichen Finanzspritze fasste der Marktgemeinderat am Montag, im Rathaus von Ermershausen wird das Thema demnächst auch auf dem Programm stehen.

In anderen Fällen sei eine solche interkommunale Zusammenarbeit in Sachen Breitbandausbau irgendwann „stecken geblieben“, sagte Bürgermeister Wolfram Thein. Deshalb sieht er es als Herausforderung, eine Vorreiterrolle zu übernehmen und zu zeigen, dass es doch funktioniert. Und er möchte den Ausbau „so schnell wie möglich umgesetzt haben“. Nächster Schritt nach dem Zusatzantrag ist die gemeinsame Ausschreibung. Was die normale Breitbandförderung betrifft, hat auch die Marktgemeinde bereits den Bescheid bekommen. Die Zahlen wollte Bürgermeister Thein allerdings erst im nichtöffentlichen Teil der Sitzung nennen, „um keine Begehrlichkeiten zu wecken“ bei den Anbietern.

Zweiter Bürgermeister Harald Deringer findet die Zusammenarbeit mit Ermershausen „super“ und regte an, das Miteinander weiter auszudehnen. Konkret schlug er eine gemeinsame Sitzung im Ermershäuser Rathaus vor. „Es gibt so viele Berührungspunkte, da wäre das bestimmt förderlich“, sagte Deringer. Und Nikolaus Schober sprach sich für eine Kooperation bei „besonderen Maschinen“, also im Bereich Bauhof, aus. „Da sind wir dran“, sagte Bürgermeister Thein. Die Anregung von Deringer werde aufgenommen.

Neben DSL bleibt der Mobilfunk ein Dauerthema für die Marktgemeinde. Dieter Hepp monierte, in Birkenfeld habe man mit dem Handy nur schlechten oder gar keinen Empfang. Die Verbindung zum D-1-Netz ist dort ganz schwach, die zum D-2-Netz geringfügig besser. Wahrscheinlich gebe es in Birkenfeld eher schnelles Internet als eine gute Mobilfunkverbindung, bemerkte Hepp mit Blick auf den zuvor behandelten Breitbandausbau. Dabei müsste eine solche Verbindung seiner Ansicht nach im 21. Jahrhundert vom Stand der Technik her selbstverständlich sein. Und es gehe ihm nicht nur um den Komfort, sondern auch um die Möglichkeit, im Ernstfall einen Notruf absetzen zu können. Bürgermeister Thein sagte zu, eine Anfrage für das Aufstellen eines Mobilfunkmastes auf den Weg zu bringen. Auch da will er sich mit seinem Ermershäuser Kollegen Günter Pfeiffer abstimmen.

Eine Zusammenlegung von Standesämtern ist für die Marktgemeinde derzeit kein Thema. Dies machte Bürgermeister Wolfram Thein im Gemeinderat deutlich. Er reagierte damit auf eine schriftliche Anfrage seines Vaters, Ratsmitglied Werner Thein, im Zusammenhang mit den derzeitigen Umbauarbeiten im Rathaus.

Als ein Argument für den Erhalt des Standesamtes in Maroldsweisach nannte der Bürgermeister die vielen Trauungen, nicht zuletzt auf der Ruine Altenstein. Für Gerald Welz geht es aber auch um die Auskünfte, die das Standesamt erteilt und die für die Bürger ein Anlass sind, ins Rathaus zu kommen. „Kundenbindung“ nannte das Welz in Anlehnung an die freie Wirtschaft. Nikolaus Schober und Dieter Hepp sprachen sich klar gegen eine Zusammenlegung aus: Was einmal weg sei, könne man nicht mehr zurückholen.

Dass der Markt Maroldsweisach keine Absichten hegt, das Standesamt aufzugeben, zeigt sich laut Thein allein schon in personeller Hinsicht. Nach dem Wechsel von André Grüner in die Bauverwaltung der Marktgemeinde wurde seine Nachfolgerin im Vorzimmer des Bürgermeisters, Yvonne Beck, nach entsprechender Fortbildung zur Standesbeamtin bestellt. Außerdem ist zweiter Bürgermeister Harald Deringer jetzt Eheschließungs- und „Lebenspartnerschaftsstandesbeamter“, so die offizielle amtsdeutsche Bezeichnung. Er hat den gleichen Kurs absolviert wie Rathauschef Wolfram Thein.

Keine Einwände gab es gegen die behandelten Bauvorhaben: Die Firma Modellbau Treiber in Altenstein möchte ihr Betriebsgebäude erweitern, Stefan Pratsch plant eine Schleppdachgaube auf seinem Haus in der Finkenherdsiedlung in Maroldsweisach und Frank Langguth aus Gresselgrund will sein Elternhaus erweitern sowie einen neuen Dachstuhl errichten.

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