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Nacht der Gitarren und Stimmen

„Liebeskummer lohnt sich nicht …“: Vanessa, diesmal mit Ukulele. Foto: Simon Albrecht

Das zeichnet eben einen (Musik-)Profi aus: „Ich hab den Song kurz vor dem Abend dreimal durchgespielt, und dann rauf auf die Bühne.“ Und bei „Viva Las Vegas“ erreichte die Stimmung im „Iwinner Tunnelsaal“ gegen Mitternacht ihren Höhepunkt.

„Waldi“ Butterhof ist wohl einer der besten „Elvis“-Imitatoren in der Region. Er hat aber am Samstagabend bei der Akustik-Rocknacht wenig von Elvis gespielt. Doch bei „Viva Las Vegas“ ging die Post ab. Dazu versuchte er mit Liedern von Robbie Williams, Simon & Garfunkel oder Status Quo was Neues. Nachdenklich war sein selbst komponiertes Lied „Die Zeit bleibt keinem stehen“. Gegenüber unserer Redaktion versprach er nach dem Showdown, dass er im nächsten Jahr wieder „volles Programm Elvis“ spielen werde.

Der Opener an dem Abend blieb dem Duo „Benny & Ansch“ (Benjamin Albrecht, Anja Müller) vorbehalten, bei dem schon beim zweiten Lied („Stumblin‘ in“) das Publikum rhythmisch mitklatschte. Und wann hat man im Radio schon mal Mouth and MacNeals „How do you do“ zum letzten Mal gehört?

Das Trio M.A.M. (Mary, Andy, Manni) untermauerte ihr Können beim Softrock. Ob Don Henley, Toto, Sting oder Bryan Adams – dem zweistimmigen Gesang von Marion Degel und Manfred Haßfurter untermalte Andreas Vogts‘ virtuoses Gitarrenspiel.

Mit ihrer klaren Stimme eroberte Vanessa erneut das heimische Publikum – diesmal die ersten Lieder mit Ukulele begleitend („Liebeskummer lohnt sich nicht“), ehe sie zur Sechs-Saitigen griff und vor allem für das „Mittelalter“ ein Pur-Medley hervorzauberte. Neben Titeln von Prince, AC/DC oder Bryan Adams.

Traditionelles Finale

Döner & Marc (Konstantin Vey, Mark Hatfield) frönen dem Streetrock, der dreckigen Version des Coverrock. Und so singt Mark auch die Lieder: immer ein bisschen kratziger, energischer – dreckiger eben. Neben Eigenkompositionen kommen von den beiden Gitarristen Albert Hammonds „Free Electric Band“, die traditionelle, irische Version von „Whiskey in the Jar“ oder „The Ballad of John and Yoko“ von den Beatles.

Und dann darf als Zugabe „Es lebe der Zentralfriedhof“ von Wolfgang Ambros nicht fehlen.

Und es ist schon eine kleine Tradition, wenn endlich nach der letzten Zugabe sich alle Musiker nochmal auf der Bühne versammeln und mit „Hymn“ von Barclay James Harvest, dem wohl bekanntesten Zwei-Akkorde-Stück der Welt, die Nacht beschließen.

Unter den Stammgästen im Tunnelsaal war der Bürgermeister von Ermershausen, Günther Pfeiffer, der „von der Klasse Musik begeistert ist“. Nur einmal habe er nicht zur Rocknacht kommen können. Für ihn sei der Besuch selbstverständlich, sagte er gegenüber unserer Redaktion, schließlich seien einige Musiker aus seiner Gemeinde.

Er zollte dem Wirt Uwe Rädlein ein dickes Lob, dass es so eine Plattform für die Musiker im oberen Haßgau gebe. Er sei schon immer begeistert gewesen von den Abenden. Denn „jeder bringt immer was Anderes – jeder hat von seiner Art was Besonderes“, schwärmt er.

Um Mitternacht feierten aus dem Publikum Wilfried und Christine Rosenberger aus Lendershausen ihren 20. Hochzeitstag. Beide hatten nämlich im gleichen Saal damals Hochzeit gefeiert. Und weil beide begeisterte Tänzer sind, spielte Benjamin Albrecht noch einen Foxtrott, speziell für die zwei.

Immer gut gelaunt mit ein bisschen Oldies und ein bisschen Country: Benny & Ansch (Benjamin Albrecht, Anja Müller). Foto: Simon Albrecht
M.A.M. – softig rockig, wie immer: Manfred Haßfurter, Marion Degel, Andi Vogt (von links). Foto: Simon Albrecht
„Liebeskummer lohnt sich nicht …“: Vanessa, diesmal mit Ukulele. Foto: Simon Albrecht
Härtere Gangart mit Döner & Marc: Mark Hatfield (links), Konstantin Vey. Foto: Simon Albrecht

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