Schweinfurt

Neue Sprachprüfung für geflüchtete Schüler eingeführt

Zum ersten Mal beteiligten sich bayerische Berufsschulen an der Sprachprüfung "DSD I PRO". Auch geflüchtete Schüler aus Schweinfurt und Haßfurt erhielten ein Zertifikat.
Schüler des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel bestanden die neue Sprachprüfung. Dabei waren Kultusstaatssekretärin Anna Stolz (vorne, 2. v. l.), Landrat Florian Töpper (hinten, 1. v. r.), Schulleiter Joachim Sagstetter (hinten, 2. v. r.) und Prüfungsbeauftragter Dennis Szabo (vorne, 1. v. l.). Foto: Anand Anders

Erstmals können Schüler mit Fluchthintergrund in Bayern nachweisen, dass sie die deutsche Sprache gut genug beherrschen, um den Alltag im Job zu meistern. Staatssekretärin Anna Stolz hat das „Deutsche Sprachdiplom I professional“ (DSD I PRO) an Schüler aus Berufsintegrationsklassen der Staatlichen Beruflichen Schulzentren in Schweinfurt und Haßfurt überreicht. Die Staatssekretärin beglückwünschte die jungen Menschen verschiedener Muttersprachen zur erfolgreichen Teilnahme an den Sprachprüfungen und gab ihnen einen Rat: "Nutzen Sie Ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache gewinnbringend und bauen Sie sie auch weiterhin aus. Gerade bei einer Sprache lernt man nie aus.“ Die Prüfung richtet sich an Schüler, die eine berufliche Schule besuchen und ihre Deutschkenntnisse nachweisen möchten. 

"Eine Sprache richtig zu beherrschen ist Grundvoraussetzung dafür, am Leben in einem Land teilzunehmen", sagt Schulleiter Joachim Sagstetter vom Schulzentrum Alfons Goppel in Schweinfurt. Es sei sehr positiv zu bewerten, dass man neben der Vorbereitung auf eine berufliche Integration nun auch die Zertifizierung der deutschen Sprache anbieten könne. An den Schweinfurter Schulen bestanden 16 Schüler die Prüfung. Zwei Drittel davon kamen aus Syrien nach Deutschland. Auch elf Schüler des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Heinrich-Thein in Haßfurt bekamen das Zertifikat.

Die Schüler  des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Heinrich-Thein-Schule Haßfurt erhielten ihr Diplom. Dabei waren auch die Prüfungsbeauftragten Franziska Fröhlich (hinten, 2. v. l.) und Sabine Stauch (hinten, 2. v. r.), die Schulleiterin Heidrun Görtler (vorne, 2. v. l.) vom BSZ Schweinfurt und Kultusstaatssekretärin Anna Stolz (vorne, 1. v. r.). Foto: Anand Anders

Die Prüfung soll die Schüler auf Szenarien vorbereiten, die im beruflichen Alltag vorkommen können. Zum Beispiel: Wie spreche ich einen Termin mit Kollegen ab? Wie nehme ich eine Reklamation eines Kunden entgegen? Wie beschreibe ich der IT-Abteilung ein Problem mit meinem Computer und wie melde ich mich krank?

Verstärkt zur internationalen Schule geworden

Landrat Florian Töpper bedankte sich bei der Schweinfurter Schule dafür, dass sie die "Flüchtlingsaufgabe" und die "Beschulung von jungen Menschen mit Fluchthintergrund" angenommen hat. Sehr früh habe man in den "hektischen und fordernden Zeiten" der Migrationsbewegungen einen integrierenden Ansatz gewählt. "Da hat es keinerlei Initiative aus der Politik oder von höherer Stelle gebraucht", so Töpper. Schon vor dieser Phase habe man an der Schule ein "internationales Leben" gehabt. "Eine internationale Schule war das schon immer, sie ist es in den letzten Jahren verstärkt geworden", sagte der Landrat über das Schulzentrum.

Kultusstaatssekretärin Anna Stolz überreichte den Schülern die Zerfikate der Sprachprüfung. Foto: Anand Anders

In diesem Jahr haben sich zum ersten Mal vierzehn bayerische Berufsschulen am DSD I PRO beteiligt. Bayernweit stellten sich rund 340 Schüler aus Berufsintegrationsklassen Mitte April den Prüfungen im Lese- und Hörverstehen sowie in der schriftlichen und mündlichen Kommunikation. Stolz betonte, dass das Sprachdiplom eine "Ergänzung zu unserem bundesweit beachteten Erfolgsmodell der Berufsintegrationsklassen" sei. In dem bayerischen Modell liege der Schwerpunkt auf die Sprachbildung der Menschen, die in den Freistaat gekommen sind. Das Diplom biete den Schülern die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse in der Vorbereitung auf die Prüfungen noch weiter zu vertiefen und zugleich ein bundeseinheitliches Zertifikat über ihr erreichtes Sprachniveau zu erwerben. Das DSD I PRO gilt zum als Nachweis für die Aufnahme an ein Studienkolleg in Deutschland.

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