HAßFURT

Nicht zu wählen ist keine Wahl

Warum wir das Feuerwerk abschaffen sollten       -  _

Grob über den Daumen gepeilt sind es im Landkreis Haßberge 68 000 Männer und Frauen, die am kommenden Sonntag für die Landtags- und Bezirkswahl wahlberechtigt sind. Wenn es stimmt, worin sich etwa Ministerpräsident Markus Söder und SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen einig sind, nämlich dass noch 60 Prozent der Wähler unentschlossen sind, wohin sie ihre Kreuze machen sollen, hieße das für unser Kreisgebiet (und damit für den größeren Teil des Stimmkreises 604 Haßberge/Rhön-Grabfeld): Über 40 000 Köpfe ringen noch mit ihrer Wahlentscheidung.

Deshalb sprechen wir hier unseren Wunsch an alle Leser aus: Ringen Sie wirklich mit sich und nutzen Sie die letzten Tage, um die Persönlichkeiten und Parteien zu finden, denen Sie Ihre Stimme geben. Es gibt Entscheidungshilfen, hier sei der Wahl-O-Mat genannt, den die Bundeszentrale für politische Bildung für die bayerische Landtagswahl im Internet anbietet unter www.wahl-o-mat.de 2018.

Auch die Main-Post hat sich eine Hilfestellung ausgedacht. Unter www.mainpost.de lässt sich gemäß „Welcher Abgeordnete ist der richtige für mich“ eine Wahlhilfe aufrufen. Diesen Wahlhilfe-Automat gibt es auch für unseren Stimmkreis und seine acht Direktbewerber.

Freilich sind die Möglichkeiten, sich jetzt noch über die zur Wahl stehenden Köpfe und Konzepte zu informieren, damit bei weitem nicht erschöpft. Das Entscheidende ist: Man muss sich auch schlau machen wollen. Die schlechteste Lösung wäre die, aus Wurschtigkeit oder Resignation gar nicht ins Wahllokal zu gehen oder seine Kreuze aus Spaß oder Wut im Blindflug zu machen. Es gibt freilich politisch kundige Zeitgenossen, die die Wahl boykottieren, weil sie überzeugt sind, dass keine Partei die Probleme unserer Zeit wirklich lösen will und kann. Nichtwählen halten wir am Sonntag in acht Tagen aber für die schlechteste Option. Nicht, weil das die extremen Parteien beflügeln würde, sondern weil unsere Politik, unser Land und mithin wir Bürger selbst wissen müssen, wo wir stehen, was wir mehrheitlich denken und wünschen. Und welche politischen Handlungsanweisungen sich daraus ergeben. Jeder, der sich dem Urnengang entzieht, verfälscht das Ergebnis und schadet der Demokratie. Und wer wirklich allen Parteien einen Denkzettel verpassen will, der sollte trotzdem ins Wahllokal und seine Stimmzettel bewusst ungültig machen – das wäre dann wenigstens ein politisches Signal.

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