BURGPREPPACH

Norbert Zettelmeier verlässt Pfarreiengemeinschaft Hofheim

Als Seelsorger vor Ort wahrgenommen zu werden, das war Norbert Zettelmeier wichtig. Am Sonntag wird der Pastoralreferent in Burgpreppach verabschiedet. Foto: Alois Wohlfahrt

Nach acht Jahren wird Pastoralreferent Norbert Zettelmeier im August die Pfarreiengemeinschaft Hofheim verlassen. Er wechselt in die Pfarreiengemeinschaft „Am Weinstock Jesu“, Zeil, Sand, Krum und Ziegelanger. Im Rückblick erzählt er, was für ihn aus dieser Zeit positiv, aber auch negativ in Erinnerung bleiben wird und warum er den „Club“, den 1. FC Nürnberg, immer mit Burgpreppach in Verbindung bringen wird.

Frage: Wenn Sie in den nächsten Tagen Abschied in Burgpreppach nehmen werden, was werden Sie am meisten vermissen?

Norbert Zettelmeier: Die Arbeit in den Schulen. Das war für mich über all die Jahre ein besonderer Fixpunkt. Ich habe es immer genossen, in einer so kleinen Schule mit den Kindern arbeiten zu können. Und es war einfach schön, wenn die Kinder immer auf einen zukamen. Es war übersichtlich, familiär, stets auch ein vertrauter Umgang mit den Lehrkräften. Das werde ich vermissen.

Frage: Und außerhalb der Schule?

Zettelmeier: Dass wir mit über 20, meist Frauen, eine so große Zahl von Gottesdienstbeauftragten haben. An den regelmäßigen Austausch und die große Einsatzfreude werde ich gerne zurückdenken. Ich habe größten Respekt vor diesem Engagement. Wichtig war mir aber überhaupt, dass die Menschen wussten, dass sie mich erreichen können. Dass sie merkten, dass ein Mitglied des Seelsorgeteams ihr Ansprechpartner ist. Darum war ich auch so oft wie möglich vor Ort.

Frage: Sie haben die Umbruchphase, hin zur Pfarreiengemeinschaft ja noch miterlebt. Was waren zu Beginn die Schwierigkeiten?

Zettelmeier: Burgpreppach war zu dieser Zeit ja schon in einem hohen Maße integriert. Ich war allerdings sehr froh, dass Pater Alois Gaßner zu dieser Zeit mitgeholfen hatte. Denn es sind nicht nur fünf Kirchen im Raum Burgpreppach, sondern zu diesem Bereich gehören zwölf Ortschaften. Und auch hier war ich froh um die Unterstützung durch die vielen Ehrenamtlichen. Ich habe dies zuletzt auch wieder bei der Renovierung der Kirche in Burgpreppach erlebt. Diese Unterstützung von Ehrenamtlichen im Dienst der Gemeinde wird wichtig bleiben, denn die Priester werden weiter weniger werden.

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Pastoralreferent Zettelmeier

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Frage: Was war für Sie Überraschendes, Neuland, das Sie in den vergangenen acht Jahren erlebt haben?

Zettelmeier: Zum ersten Mal war ich hier im Gremium einer Kirchenverwaltung. Da hat auch der Pfarrer, oder sein Vertreter, wie ich es dann war, nur eine Stimme. Das ist Demokratie und das ist auch gut so. Denn im Umkehrschluss gibt es auch mehr Schultern, auf denen die Entscheidungen dann getragen werden.

Frage: Und diese Entscheidungen liefen nicht immer geräuschlos ab?

Zettelmeier: Im Rückblick war dies eine meiner negativen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Bei der Vergabe von Pfründe-Äckern gab es einmal viel Ärger. Aber es war leider nicht zu vermeiden. Die Situation drumherum war für mich ernüchternd.

Frage: In ihre Zeit sind auch eine ganze Reihe von Bauvorhaben gefallen. Welche war für Sie im Rückblick besonders wichtig?

Zettelmeier: Da sollte man nicht unterscheiden zwischen wichtig und weniger wichtig. Der Kindergarten und der Pfarrsaal waren für das Leben im Ort sehr wichtig, Kirchenbauten sind für das geistliche Leben im Ort wichtig. Es freut die Menschen bestimmt, dass Burgpreppach wieder eine schmucke Kirche hat, auch für Fitzendorf gilt dies, zumal das Gotteshaus das Ortsbild prägt. Und so gilt dies auch für Kerbfeld, oder aber, dass in Gemeinfeld die Orgel saniert wurde. Die Kirche im Ort ist den Menschen einfach noch enorm wichtig.

Frage: In Sichtweite der katholischen Kirche steht das evangelische Gotteshaus. Wie ist es um die Ökumene bestellt?

Zettelmeier: Wir sind nicht nur räumlich nah beieinander. Mit Pfarrer Peter Bauer hatte ich schon immer ein sehr gutes Miteinander. Wie selbstverständlich haben wir bei verschiedensten Anlässen ökumenische Gottesdienste gefeiert. Und es freut mich, dass die Gemeinde nun auch wieder einen neuen Pfarrer bekommt. Ich bin froh für das Dorf und auch für die Schule.

Frage: Da gibt es eine Anekdote, dass Sie erfahren haben, dass Leute auch schon mal bei ganz außergewöhnlichen Anlässen den Weg ins Gotteshaus aufsuchen.

Zettelmeier: Ja (schmunzelnd). Es gibt Fans des Club, die zünden auch schon mal vor einem Spiel eine Kerze an, dass der Club gewinnt.

Frage: Und? Hatte es geholfen?

Zettelmeier: Mit der ersten Kerze fiel das 1:0, mit der zweiten das 2:0. Aber das hat nicht immer geklappt.

Frage: Verändert haben sich in den vergangenen Jahren die personelle Zusammensetzung und Ausstattung des Seelsorgeteams. Was hatte das für Sie für Auswirkungen?

Zettelmeier: Zu Beginn waren es drei Priester, eine Gemeindereferentin und ich. Jetzt sind es zwei Priester und vier pastorale Mitarbeiter. Das verändert auch die Arbeit. Insgesamt aber waren die Änderungen für mich weniger gravierend, als für die Menschen vor Ort. Im Besonderen, als in Burgpreppach Pfarrer Josef Hauck nicht mehr da war. Ich habe dennoch immer versucht, Präsenz zu zeigen, um als Seelsorger wahrgenommen zu werden.

Frage: Sie sind ja der letzte Verbliebene des Pastoralteams aus dem Jahr 2010. Warum nun der Abschied?

Zettelmeier: Es gibt immer wieder Veränderungen und das ist auch gut so. Ich habe gemerkt, dass dies für mich an der Zeit ist. Ich habe in den letzten Monaten gespürt, dass in der Pfarreiengemeinschaft Hofheim ein neues Team arbeitet und ich aus der alten Situation herauswachse. Bereits im Januar hatte ich mich dazu entschieden. Aber ich bleibe ja im Dekanat. Und wenn ich zurückblicke, dann überwiegt bei weitem das Positive. Ich komme immer wieder mit positiven Gefühlen zurück.

Frage: Und was wünschen Sie der Pfarrgemeinde zum Abschied?

Zettelmeier: Gottes Segen und Zusammenhalt im Großen und Ganzen, was nicht bedeuten soll, dass im Einzelfall durchaus einmal gestritten werden darf. Die Menschen sollen fühlen, dass sie in einer Gemeinschaft leben, die auf dem Weg ist, die immer wieder mit Veränderungen konfrontiert sein wird. Und was ich als wichtig empfinde: die Menschen sollen aufeinander hören, einander zuhören. Lieber zweimal hören, und dann eventuell einmal sprechen.

Offiziell verabschiedet wird Pastoralreferent Norbert Zettelmeier am Sonntag, 15. Juli, beim Gottesdienst in Burgpreppach. Beginn ist um 10 Uhr. Im Anschluss an den Gottesdienst ist Empfang und Begegnung im Pfarrsaal.

Zur Person

Pastoralreferent Norbert Zettelmeier wurde 1968 in Ebelsbach geboren. Dort ging er zur Grundschule, in Würzburg besuchte er das Riemenschneider-Gymnasium, machte dort sein Abitur und war währenddessen im Internat des Kilianeums. In Würzburg sowie in Lyon studierte Zettelmeier Theologie und schloss es als Diplom-Theologe ab. Über Stellen in Schweinfurt, St. Anton, und Karlstadt führte ihn sein beruflicher Weg nach Hofheim in die Pfarreiengemeinschaft. Der 50-Jährige ist verheiratet und hat zwei Töchter. Die Familie wohnt in Haßfurt. Ab 1. September wird er seine neue Stelle in Zeil, Sand, Krum und Ziegelanger aufnehmen.

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