SCHWEINSHAUPTEN

„Ohrenbetäubend, schön, unvergesslich“

Vettel vor Traumkulisse: Der Sieger des Nachtrennens von Singapur auf der großen Leinwand. Foto: Schneider

Die Erinnerungsstücke sind eher klein und unscheinbar. Plastikkärtchen mit Umhängebändchen, etliche bunte Flyer und ein paar Ohrenstöpsel liegen vor ihm auf dem Tisch. Umso schöner ist für Harald Schneider die Erinnerung, die mit diesen Stücken verbunden ist: „Es war ein unvergessliches Erlebnis“, sagt der Schweinshauptener. Zusammen mit seiner Tochter Katrin war er in Singapur und erlebte live das Formel 1-Rennen und den Sieg von Sebastian Vettel.

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Die südostasiatische Metropole ist dem 56-Jährigen eigentlich nicht fremd. Bereits zweimal war er zuvor in dieser „gigantischen Stadt“. Und diese Stadt sollten auch seine Kinder Katrin und Julian kennenlernen. Vor mehr als einem Jahr beschloss Schneider, seiner Tochter zum 18. Geburtstag und für ihren erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung eine Reise in die Millionen-Stadt zu finanzieren. Erst bei der Vorbereitung auf die Reise kristallisierte sich dann heraus, dass es „ein Tüpfelchen auf das I“ geben wird: Zum gleichen Zeitpunkt, wie die Reisplanung der Schneiders vorsah, entdeckten sie, dass dort auch der Formel 1-Lauf stattfindet.

Sohn Julian managte, dass die Drei für das Rennwochenende Eintrittskarten bekamen – für das Training, genauso wie für das Qualifying und natürlich für das Rennen selbst. Das Besondere daran: Das Rennen ist das einzige Nachtrennen der Formel 1-Saison. Und darauf freute sich Schneider schon, bevor die Reise überhaupt begann. Er kennt die beeindruckende Skyline Singapurs und auch den Bereich der Stadt, wo das Rennen stattfinden sollte: Am Meer und vor der gigantischen Kulisse der Wolkenkratzer würden Sebastian Vettel und seine Kontrahenten ihre 61 Runden ziehen.

Genaues Planen ist eines, dass es dann mitunter auch anders kommen kann, das mussten die Schneiders erleben. Am wenigsten schön: Sohn Julian konnte aus beruflichen Gründen nicht mitfahren. Die Karten brachte Harald Schneider dort dennoch an den Mann. Immer eine Unwägbarkeit: Das Wetter. Und das empfing Schneider und seine Tochter erst einmal mit Regengüssen. Umso schöner der Kontrast dann, als es ernst wurde: Einen Sonnenuntergang, wie aus dem Bilderbuch erlebten die Schweinshauptener beim eigentlichen Nachtrennen.

Und das wurde genau das Erlebnis, das er sich erhofft hatte, berichtet Schneider. Da war zum einen die Zeit vor dem Rennen: Stimmung herrschte schon, bevor sich die PS-starken Flitzer auf den Weg machten, als die Fahrer auf Oldtimern an der Tribüne vorbeifuhren. Ganz genau konnten sie dabei Sebastian Vettel erkennen, obwohl der Abstand zur eigentlichen Rennpiste zig Meter betrug.

Was nicht unbedingt von Nachteil war, wie sich dann später herausstellte. Ohrenbetäubend war der Lärm, den die Rennautos verursachten. Und das, obwohl er stärkere als normale „Stöpsel“ in den Ohren hatte. Dennoch: Ohrenbetäubend war es zwar, „aber nicht lästig. Man geniest es richtig, wenn sie so an einem vorbeifahren“, berichtet Schneider im Rückblick. Dass er dazu noch das Attribut „schön“ gebraucht, hat weitere Gründe. Zum einen natürlich, dass Sebastian Vettel am Ende des Rennens einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg eingefahren hatte.

Was Schneider aber besonders begeisterte: Die unvergessliche Kulisse. Ringsumher fröhliche Menschen, die zwar lieber einen Ferrari als Siegerauto gesehen hätten, aber dennoch Begeisterung zeigten. Und dann die Skyline im Sonnenuntergang – „es war unvergesslich“, so Schneider: „Ausgelassene, freudige Menschen, wohin man blickte, ein herrlicher Abendhimmel“ und dazu das Rennen mit einem Ausgang, wie es sich er und seine Tochter als Vettel-Fans auch gewünscht hatten.

Was für Schneider beim Rennen selbst ungewohnt war: „Irgendwie hat man dann doch Kommentatoren vermisst, wie man es beim Fernsehen gewöhnt ist“. Was natürlich auch nicht machbar wäre, beim Lärm, den die Rennwagen verursachen. Dafür gab es aber Dreingaben an den jeweiligen Renntagen, die nicht weniger begeisterten – im Rahmenprogramm: Das Abschlusskonzert am Rennabend gestaltete Popstar Rihanna. Zu Fuß gelangten Schneider und seine Tochter zum Festival-Gelände. Von Vorteil für die beiden, dass Schneider inzwischen Ortskenntnisse hat. Drei unvergessliche Tage waren die Renntage für Schneider und das, obwohl sie eigentlich nur die Zugabe zum zweiwöchigen Aufenthalt waren. Natürlich standen auch Ausflüge auf dem Programm. So unter anderem mit dem Boot nach Malaysia. Beeindruckend aber vor allem das gigantische Singapur. Eine Fahrt in den Sonnenuntergang erlebten sie auf dem größten Riesenrad der Welt. Vom höchsten Hotel Asiens aus blickten sie auf die Stadt, „ein grandioser Ausblick“, so Schneider. Und selbst dann, wenn Hightech einmal außen vor bleibt: Einen der Höhepunkte ihrer Reise war ein Kontrastprogramm zu Formel 1-Rennen und pulsierender Großstadt: Der Besuch im botanischen Garten – „einer Zone der Ruhe und der Natur, mitten in der Stadt“, schwärmt Schneider.

Ist der Schweinshauptener nun zum Formel 1-Fan geworden und wird dann auch am Nürburgring zu sehen sein? „Nein, nein“, sagt er schmunzelnd und wehmütig zugleich, denn „das Erlebnis kann man nicht mehr steigern“.

 
Live dabei: Harald Schneider und seine Tochter Katrin auf der Tribüne kurz vor Beginn des Formel 1-Rennens in Singapur. Foto: Schneider

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