HOFHEIM

Polizei zieht mehrere Autos aus dem Verkehr

Dieser Dreier BMW mit edler weißer Innenausstattung aus Leder war eines der Highlights auf dem BMW-Treffen am Sonntag in Hofheim. Foto: Martin Schweiger

Das neunte BMW-Treffen, das am Sonntag auf dem Aldi-/NKD-Parkplatz in Hofheim stattfand, stand im Schatten eines Polizeieinsatzes, bei dem am Morgen nach Angaben des Veranstalters, den „BMW-Freunden-Hofheim“, acht bis neun Einsatzfahrzeuge der Polizeistation Haßfurt im Einsatz waren.

Die Beamten führten spontane Fahrzeugkontrollen durch. Für zu laute Auspuffanlagen oder nicht im Fahrzeugschein eingetragenes Fahrzeugzubehör verhängten sie Bußgelder. Zudem müssen die Autobesitzer mit den bemängelten Fahrzeugen mit Punkten im Verkehrszentralregister in Flensburg rechnen. Manchem Autobesitzer wurde die Weiterfahrt untersagt, unter ihnen auch ein BMW-Fahrer aus Gießen. Ein Fächerkrümmer war nicht im Fahrzeugschein eingetragen. Außerdem sei sein Fahrzeug zehn Dezibel zu laut, befanden die Polizeibeamten. Das Fahrzeug wurde stillgelegt, sodass der Gießener damit nicht mehr nach Hause fahren konnte.

Auch am Auto eines Teilnehmers aus Fulda fanden die Beamten Mängel. Die Spurplatten seien einen Zentimeter breiter als eingetragen. Der Auspuff sei zu laut. Laut einer Mängelkarte, die ihm die Beamten aushändigten, darf er nur auf dem Ausstellungsgelände mit maximal 50 Stundenkilometern fahren. „Es ist eine Schweinerei. Da kann ich nächstes Jahr nicht mehr kommen“ ärgerte sich der Autobesitzer. „Die haben sich unters Auto gelegt und in die Auspuffe hineingeleuchtet. Die wollten unbedingt was finden“, meinte er.

Laut Werner Rottmann von der Polizeiinspektion Haßfurt habe es in der Vergangenheit Hinweise auf Fahrzeuge mit möglicherweise nicht eingetragenen Veränderungen gegeben. Daher sei am Sonntag der Einsatz mit mehreren Fahrzeugen erfolgt, geleitet von der Polizeiinspektion Schweinfurt mit Unterstützung des Operativen Ergänzungsdienstes. Sechs bis sieben Fahrzeuge, die gravierende Mängel aufwiesen, seien aus dem Verkehr gezogen worden, erklärte Rottmann.

Manipuliertes Fahrwerk

So sei beispielsweise bei einem Fahrzeug das Fahrwerk manipuliert gewesen und es habe bereits Einschleifungen gegeben. Wegen geringfügiger Mängel, wie geringe Geräuschüberschreitungen, habe die Polizei kein Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen, versicherte der Polizist gegenüber dieser Redaktion, sondern nur, wenn die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt war.

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BMW-Treffen in Hofheim

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Über die Vorgehensweise der Polizei ärgerte sich dennoch auch Andreas Rose vom Organisationsteam der BMW-Freunde-Hofheim. „Normalerweise erhält der Autobesitzer eine Mängelkarte und muss nach spätestens vier Wochen nachweisen, dass die Mängel beseitigt sind“, meint Rose. Gleich Geldbußen und Punkte in Flensburg zu verteilen, hält er für überzogen. Der Vorsitzende und sein Verein fürchten, nun wegen der vielen Ausfälle auf den Kosten sitzen zu bleiben. Denn die Kunde vom Polizeieinsatz machte schnell im Internet und in den sozialen Medien die Runde, sodass viele BMW-Fahrer auf dem Weg nach Hofheim wieder umkehrten oder erst gar nicht anreisten. Waren es im vergangenen Jahr noch 243 Autos, so kamen in diesem Jahr nur rund 100 Fahrzeuge in den Haßgau.

Im nächsten Jahr steht das zehnjährige Jubiläum an. Rose fürchtet, dass das BMW-Treffen in Hofheim nun einen schlechten Ruf weg hat. Das Jubiläumstreffen wäre dann in Gefahr. Man habe schon von derartigen gezielten Zugriffen der Polizei gehört. In Nordrhein-Westfalen seien sie üblich, in Bayern bislang nicht, sagte Rose. Die Beamten seien speziell geschult gewesen. Es habe sich um einen „Testlauf“ gehandelt, habe ihm ein Beamter gesagt.

Hoffen auf das nächste Treffen

Trotz des Polizeieinsatzes zogen die Veranstalter ihr geplantes Programm durch. Es gab wieder Preise für das schönste Auto, den besten Auspuff-Sound, den größten Club und die weiteste Anreise. Letztere hatte ein BMW-Freund aus Borken mit 507 Kilometern einfach. Mit sieben Fahrzeugen waren die BMW-Streetliners aus dem Raum Frankfurt vertreten und erhielten den ersten Preis für den größten Club. Auch wenn mehrere Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen wurden: Auf dem Parkplatz übernachten musste keiner der BMW-Fahrer. Bis Sonntagabend waren alle Fahrzeuge verschwunden. Das zehnte Treffen soll laut Mitteilung des Veranstalters im nächsten Jahr stattfinden, dann wieder mit mehr Teilnehmern.

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