FRIESENHAUSEN

Posaunenchor Friesenhausen feiert 90-jähriges Bestehen

Sein 90-jähriges Bestehen feiert das Posaunenchor Friesenhausen am Samstag, 19. Oktober mit einem Jubiläumskonzert in der St. Georg Kirche in Friesenhausen. Foto: Gudrun Klopf

„Die Musik ist die beste Gottesgabe“, war einst Martin Luther überzeugt. Die „Kunst der Musica“ sei allen Kreaturen von Gott gegeben, „denn da ist mitnichten nichts in der Welt, das nicht ein Schall und Laut von sich gebe“. Bestes Beispiel: Der Posaunenchor in Friesenhausen.

Schall und Laut geben dessen Bläser seit 90 Jahren von sich. „Aus unserer Kirchengemeinde ist der Posaunenchor nicht mehr wegzudenken“, ist Pfarrerin Melanie von Truchseß überzeugt. Er verleiht Festgottesdiensten den nötigen Glanz. Die Bläser gratulieren mit Ständchen zu Geburtstagen, Hochzeiten und Jubiläen und sie begleiten Trauernde am Friedhof. „Auch unser Gemeindefest wird hauptsächlich von Mitgliedern des Posaunenchores und ihren Familienangehörigen getragen“, ist die Pfarrerin vom Engagement der Bläser begeistert.

Pfarrer als Musiklehrer

Gegründet wurde der Posaunenchor 1929 von Pfarrer Friedrich Schmidt. Der Geistliche übernahm selbst die Ausbildung der zehn Burschen, die schon nach kurzer Zeit die Gottesdienste begleiteten. Damals durften die Instrumente nur für religiöse und kirchliche Zwecke verwendet werden. Und Frauen an den Instrumenten waren tabu. Die strengen Regeln aus der Gründungszeit sind längst über Bord.

Seit 1998 gibt Matthias Wolf den Takt vor. Mit Humor und Einfühlungsvermögen bringt er den 22 Bläsern im Alter von zehn bis 85 Jahren das Tuten und Blasen bei. „Er macht das einfach klasse, sehr spritzig und lebendig“, bringt es Melanie von Truchseß auf den Punkt. Geduldig und zugleich fordernd bringe er den Bläsern auch Stücke nahe, die zunächst als zu schwierig erscheinen. „Gott sei Dank haben wir so viel Jugend dabei, das hilft bei den rhythmisch oft anspruchsvollen Stücken.“

Luther pries die Musik als Lehrmeisterin, „die die Leute gelinder, sanftmütiger, vernünftiger macht...“ In Friesenhausen entfaltet die Musik allemal ihre positive Wirkung auf das soziale Miteinander. „Beim Bier nach den Proben wird vieles aus dem Gemeindegeschehen reflektiert und das ist ganz wichtig für den Zusammenhalt in der Gemeinde“, sagt Melanie von Truchseß, die selbst seit fünf Jahren im Posaunenchor mitspielt. Gerade die vielen jungen Bläser sorgten mit ihrer Meinung für einen Austausch zwischen den Generationen.

Gemeinschaft wird aber nicht nur innerhalb des Posaunenchores und der evangelischen Kirchengemeinde groß geschrieben. Sie gilt in Friesenhausen auch über Konfessionen hinweg. Längst ist es selbstverständlich, dass sich die Haßbergkapelle, im Ort für die katholische Kirchenmusik zuständig, und der Posaunenchor gegenseitig unterstützen.

90 Jahre Posaunenchor Friesenhausen, das muss selbstverständlich auch gefeiert werden – natürlich mit Musik. Für das Konzert am Samstag, 19. Oktober, Beginn 17 Uhr in der St.-Georg-Kirche in Friesenhauen, haben die 22 Bläser intensiv geübt. Neben geistlichen Werken wird der Posaunenchor mit Arrangements von Jazz bis zum Schlager unterhalten. Andreas Schäfer aus Berlin ergänzt das Programm mit Orgelwerken. (gkl)

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