RÜGHEIM

Posaunenchor - das ist doch nicht altmodisch

90 Jahre Posaunenchor Rügheim: Am Samstag gab's in der Kirche ein Konzert und Ehrungen.Foto: Johanna Ott

Dass am Samstagabend die Kirche in Rügheim eine gute Alternative zum Weihnachtsmarkt war, davon waren die Besucher überzeugt. Auch Chorleiter Robert Grüll freute sich, dass die Kirche so gut gefüllt war und die Gäste sich für das Fest des Posaunenchors und gegen den Glühwein entschieden haben. Dekan Jürgen Blechschmidt ergänzte die Worte des Leiters, man solle eben die Feste feiern wie sie fallen.

Die 90 Jahre des Posaunenchores, der zum ersten Mal am Weihnachtsfest 1924 in der Rügheimer Kirche auftrat, wurden in Form eines abendlichen Konzerts gefeiert, das durch Sabine Lambach an der Orgel bereichert wurde.

Das Konzert sollte dem Posaunenchor nicht nur Anlass geben, sich und das musikalische Können zu zeigen, sondern auch den Rahmen bieten, zum Teil auch langjährige Bläser zu ehren. Der Bezirksobmann der Posaunenchöre im Dekanat Rügheim, Pfarrer Peter Bauer, und Bezirkschorleiter Jürgen Koch übernahmen die Übergabe der Urkunden und dankten dabei jedem einzelnen für die Zeit und auch die Mühe, die die Bläser für den Posaunenchor aufbringen.

Zunächst nahm Günter Denninger, stellvertretend für den Posaunenchor, die 90-Jahr-Urkunde entgegen, die künftig den Probenraum schmücken wird. Drei Mitglieder des Chores wurden anschließend für 40 Jahre geehrt. Oliver Holzheid, Jürgen Korn und Robert Grüll, der selbst auch einige Jahre auf der Trompete mitgespielt hatte, bevor er das Dirigieren des Chores übernahm.

Klein angefangen

Die drei Jubilare fingen alle in der Kindheit an, im Posaunenchor mitzuspielen und sind mit ihm groß geworden. Weiterhin wurde Benjamin Eller für fünf Jahre geehrt, obwohl er tatsächlich schon acht Jahre spielt. Auf fünf Jahre im Posaunenchor können heuer auch Hanna Holzheid und Heinrich Werner zurückblicken – ebenfalls Mitglieder des Ensembles, die sehr jung angefangen haben. Fünf Jahre ist auch Michael Ott Posaunenchormitglied. Peter Bauer zeigte anhand des Bläsers, der mit 45 Jahren dem Chor beitrat, dass eine musikalische Laufbahn auch spät beginnen kann.

Familiär

Als Jugendlicher Mitglied im Posaunenchor zu sein, ist heutzutage offenbar etwas Ungewöhnliches. „Die Menschen sind immer ganz erstaunt, wenn ich das erzähle“, sagt Schülerin Hanna Holzheid. Aber es sei nichts Altmodisches. Auch der Jugendliche Heinrich Werner schätzt die Gemeinschaft des Posaunenchors sehr. Beide sind durch ihre Familien zum Chor gekommen.

Den familiären Eindruck, den der Posaunenchor auf Außenstehende macht, klingt den ganzen Abend lang mit. Auch eines der langjährigen Mitglieder, Oliver Holzheid, spricht mit einem Lachen auf den Lippen von einer „Kleinfamilie“, die der Posaunenchor geworden ist. Eine „Kleinfamilie, mit der man gerne lange zusammensitzt, musiziert und über alles Mögliche spricht“. Seit 40 Jahren gehört der Posaunenchor für ihn einfach dazu.

„Solange ich noch einen Grund habe, nach Rügheim zu kommen, bleibe ich bei euch“, sagt auch Robert Grüll. Man merkt, auch er hängt am Posaunenchor.

Ehrung posthum

Eine weitere Ehrung wurde am Samstag posthum durchgeführt. 65 Jahre aktiv im Posaunenchor konnte der kürzlich verstorbene Manfred Holzheid nicht mehr feiern. Der Posaunenchor ließ es sich im Jubiläumskonzert nicht nehmen, Holzheid zu gedenken und für sein Engagement und seine Leidenschaft für den Chor zu danken. Am Sonntag legten die Mitglieder an seinem Grab eine Schale nieder.

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