KNETZGAU

Rauchwolke über Knetzgau: Einsatz dauert wohl ganze Nacht

An die 200 Feuerwehrleute waren am Montag bei einem Brand in einem Entsorgungsfachbetrieb in der Knetzgauer Klingenstraße im Einsatz. Foto: Jochen Reitwiesner

Die Rauchwolke war bis in den Haßgau, bis nach Oberfranken zu sehen, das Aufgebot an Einsatzkräften beeindruckend: Im Knetzgauer Industriegebiet wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu einem Großeinsatz gerufen.

Am Montag, kurz nach 14.30 Uhr, ging der Alarm in der Notrufzentrale ein. In einer Lagerhalle eines Entsorgungsfachbetriebes in der Klingenstraße war ein Feuer ausgebrochen.

Das hatte sich, so das Polizeipräsidium Unterfranken, im Bereich eines Förderbandes entzündet und rasend schnell ausgebreitet, denn in der Halle waren nach Angaben der Einsatzkräfte rund 300 Tonnen Altpapier gelagert.

Mit einem Großaufgebot an Feuerwehrleuten – nach Schätzungen des Einsatzleiters, Kreisbrandrat Ralf Dressel, waren es um die 150 aus weiten Teilen des Landkreises Haßberge – kämpften die Floriansjünger gegen die Flammen. In relativ kurzer Zeit konnte ein weiteres Ausbreiten des Feuers verhindert werden. Von der Klingenstraße aus rückten mehrere Trupps Atemschutzträger zu Fuß an, in der Mainleite kam die Drehleiter zum Einsatz.

Nicht alle schnell in Sicherheit

Als das Feuer ausbrach, befanden sich laut BRK-Pressesprecher Michael Will sieben Mitarbeiter in der Halle. Drei konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, vier wurden verletzt, einer davon mittelschwer. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Unter den Einsatzkräften gab es bis Montagabend zwei Leichtverletzte zu beklagen.

Zeitaufwendig gestalteten sich die Nachlöscharbeiten, denn immer wieder entwickelten sich in dem Gemenge neue Flammen. Schlussendlich musste das Papier komplett aus der Halle geräumt werden. Das geschah zum einen mit einem Radlader des betroffenen Unternehmens. Zusätzlich war das Technische Hilfswerk angerückt, um unterstützend eingreifen zu können. Das Bayerische Rote Kreuz zwar mit über 40 Einsatzkräften – darunter zwei Notärzten – vor Ort, ehrenamtliche BRK-Mitarbeiter versorgten die durch die heißen Außentemperaturen noch mehr belasteten Feuerwehrleute mit Getränken. Die bekamen am Abend nochmals Verstärkung, wie die ILS in Schweinfurt bestätigte. Eine umfangreiche Nachalarmierung ließ die Zahl der Feuerwehrleute in den Bereich der 200er-Grenze steigen, denn der Einsatz könnte bis in den Dienstagvormittag andauern.

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Brand in Recycling-Firma

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Gewaltig groß war die Rauchwolke, die sich über dem Einsatzort bildete. Der aus westlicher Richtung kommende, leichte Wind blies den Qualm in Richtung Eltmann, in etlichen Kilometern Entfernung waren Spuren des Feuers zu sehen und zu riechen.

Weithin sichtbare Qualmwolke

Einsatzkräfte berichteten, sie hätten den Rauch bei ihrer Anfahrt bereits in den Ausläufern des Haßgaus gesehen, auch in Oberfranken konnte die Wolke beobachtet werden.

Von der Westseite bekämpfte die Feuerwehr den Brandherd mit Hilfe der Drehleiter. Foto: Jochen Reitwiesner

Unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung bestand nach Auskunft des Polizeipräsidiums Unterfranken nicht. Allerdings litten die Verkehrsteilnehmer auf A 70 unter den Folgen des Feuers. Laut Björn Schmitt, dem Pressesprecher der Behörde aus Würzburg, kam es zwischen den Anschlussstellen Knetzgau und Eltmann zu „erheblichen Sichtbehinderungen“. Gesperrt war die Autobahn allerdings nicht. Nur vor Ort gab es kein Durchkommen: In Knetzgau wurde die Mainleite im Bereich des Entsorgungsfachbetriebes gesperrt, die Feuerwehr leitete den Verkehr um.

Warum es zu dem Brand kam, ist derzeit noch unklar. Bislang unbestätigte Vermutungen gehen in die Richtung, dass im Altpapier entsorgte Fremdstoffe – wie Chemikalien, Batterien oder Ähnliches – der Auslöser für das Feuer sein könnten. Die Brandermittler der Kriminalpolizei Schweinfurt haben die Arbeit aufgenommen. Der Sachschaden ist erheblich, denn auch die Halle wurde durch die starke Hitzeentwicklung und das Löschwasser ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Detaillierte Aussagen dazu konnte die Polizei zunächst nicht machen, spricht aber von mehreren hunderttausend Euro.

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