FRIESENHAUSEN

Romantische Musik in der Bibliothek von Schloss Friesenhausen

Das „K.u.K. Klavierquartett Bad Königshofen” gehört ebenso zur Tradition des Serenadenkonzertes am 3. Oktober im Schloss Friesenhausen, wie der „Grüne Veltliner” in der Pause. Foto: Gudrun Klopf

Längst ist es eine schöne Tradition, dass Gudula und Johann-Friedrich von Eichborn am 3. Oktober zum Serenadenkonzert in das Schloss nach Friesenhausen einladen. Jedes Jahr lassen sich die zahlreichen Stammgäste von der besonderen Atmosphäre in der zum Konzertsaal umfunktionierten Bibliothek bezaubern.

Die Musiker des „K.u.K. Klavierquartett Bad Königshofen“ genießen ebenso wie ihre Zuhörer die Ausstrahlung des altehrwürdigen Raums. Die Strahlen der Abendsonne lassen den Wilden Wein vor den Fenstern in den schönsten Rottönen leuchten. Was könnte den Werken der Romantiker, die das Ensemble für das Konzert ausgewählt hatte, einen besseren Rahmen bieten?

Felix Mendelssohn Bartholdy habe zusammen mit seiner Schwester Fanny eine hervorragende musikalische Ausbildung erhalten, führte Cellist Werner Jaksch in das erste Werk des Abends ein. Schon früh spielten die Geschwister Klavier und wurden von Carl Friedrich Zelter in Komposition unterrichtet. Das Klavierquartett c-moll op.1 des 13-jährigen Felix Mendelssohn-Bartholdy wurde 1822 in Weimar vor Goethe uraufgeführt. Goethe war von dem talentierten Wunderknaben begeistert und ihm bis zu seinem Tode in väterlicher Freundschaft verbunden.

Die Klavierquartette op. 1-3 sind die ersten gedruckten Werke des Komponisten. Die beachtlichen Arbeiten des 13- bis 15-Jährigen zeugen von einer erstaunlichen Brillanz des genialen Frühstarters.

Das von Jutta Müller Vornehm (Klavier), Susanne Aengeneyndt (Violine), Wolfram Schmidt (Viola) und Werner Jaksch (Violoncello) vorgetragene Quartett in c-moll op. 1 verblüfft durch seine Ausgewogenheit in Melodik, Harmonik und Rhythmik.

Nach reichlich Applaus wurde zum Pausenumtrunk mit „Grünem Veltliner“ geladen – auch das Teil der Konzerttradition im Friesenhäuser Schloss.

Das Klavierquartett Es-Dur, op. 47 von Robert Schumann stand als zweites Werk auf dem Programm. Nach einem Konzertbesuch bei Teufelsgeiger Niccolo Paganini hängt der junge Schumann sein Jurastudium an den Nagel und beschließt Klaviervirtuose zu werden. Allerdings treibt er es mit seinem Ehrgeiz auf die Spitze. Exzessives Üben mit selbst erdachten Gerätschaften führt zu irreparablen Lähmungen seiner Finger. Mit der Virtuosität am Klavier ist es vorbei. Was Schumann nun nicht mehr auf den Tasten erreichen kann, versucht er komponierend zu Papier zu bringen.

Seine Werke machten ihn zu einem der bedeutendsten Komponisten der Romantik. Das Klavierquartett in Es-Dur wurde 1843 mit seiner Frau Clara am Klavier uraufgeführt. Es zeigt Schumann als Meister der Kammermusik voller Kontraste und Wendungen. Berührend ist in seiner schlichten, liedhaften Schönheit vor allem der langsame Satz Andante cantabile. Ein gewaltiges Fugenfinale setzte den Schlussstrich unter das Konzerterlebnis. (gkl)

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