RÜGHEIM

Rügheims Brauhaus: Wo Kultur und Gemeinschaft gepflegt wird

Aufs gelungene Werk stießen bei der Brauhauseinweihung in Rügheim an: Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst, Dekan Jürgen Blechschmidt, Brauverein-Vorsitzender Rainer Huth, Bierprinzessin Kerstin Friedrich, Landrat Wilhelm Schneider, Dorfgemeinschaftsvorsitzender Siegfried Burger und Landtagsabgeordneter Steffen Vogel. Foto: Werner Mock

Noch bevor der große Tag für den Brauverein in Rügheim ganz offiziell begonnen hatte, gab es zufriedene und durchaus auch ein wenig stolze Gesichter. „Ja, es war gut, dass wir die Strapazen für diese Großaktion 'Brauhaus' auf uns genommen haben. Wir würden diesen Weg wieder gehen, denn die Erfolgsmomente überwogen bei weitem und wir sind auf der Zielgeraden angekommen“, waren sich der Vorsitzende des Brauvereins, Rainer Huth, und sein Stellvertreter Andre Schwappacher einig.

Hoheitlich dann der Start ins Fest: In fränkischer Tracht und mit strahlendem Gesicht eröffnete Bierprinzessin Kerstin Friedrich den Begrüßungsreigen. Dass die Idee verwirklicht wurde, aus dem heruntergekommenen alten Brauhaus wieder eine schmucke Braustätte werden zu lassen, fand weit über Rügheim hinaus Bewunderung und so konnte sich der Dorfgemeinschaftsvorsitzende Siegfried Burger über viele Gäste aus Politik, viele Förderer und Helfer bei der offiziellen Übergabe freuen.

Rückblick auf Rügheimer Projekte

Bürgermeister Wolfgang Borst gab einen kurzen Rückblick ab dem Jahr 2006, in dem ein Plan erstellt wurde und welche Großprojekte in Rügheim seitdem Verwirklichung fanden, angefangen vom Marktplatz, dem Festplatz, der Alten Schule bis zum Brauhaus. Ohne finanzielle Unterstützung hätten diese Projekte nicht gestemmt werden können. In diesem Zusammenhang ging er auf die Leader- und Städtebauförderung ein und bedankte sich bei Klaus Reeder vom Bezirk Unterfranken, der mit seinem Kommen seine Verbundenheit zu Rügheim zum Ausdruck gebracht habe.

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Braufest und Brauhaus-Eröffnung

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Doch dies alles, so Borst, wäre nicht möglich gewesen, wenn Rügheim nicht so eine leistungsstarke Dorfgemeinschaft besäße. Die Braukunst der Rügheimer bezeichnete das Stadtoberhaupt als 1 A-Qualität. Für die Zukunft hatte er den Wunsch, dass durch viele Aktivitäten die dörfliche Verbundenheit weiterhin aufrecht erhalten und das Gebäude mit Leben erfüllt werde.

Für Landtagsabgeordneten Steffen Vogel war es eine Freude zu sehen, was hier geschaffen wurde und er sprach der Dorfgemeinschaft ein großes Kompliment aus. Die Stärke Bayerns komme vom Land, durch die dörflichen Gemeinschaften. Rügheim habe wieder einmal bewiesen, dass man etwas Großes auf die Beine stellen könne. Solche Projekte dürften nicht von oben aufgesetzt werden, sondern müssen von unten kommen“, so Vogel. Er sprach Bürgermeister Borst seine Hochachtung aus, da dieser immer wieder einen Fördertopf fand. Der Landtagsabgeordnete war sich sicher, dass der Run auf die Großstädte nicht wäre, wenn es viele solcher Dorfgemeinschaften wie in Rügheim gäbe.

Auch Landrat Wilhelm Schneider sprach Glückwunsche zu dem gelungenen Projekt aus. Er fand es großartig, dass der Brauverein das alte, leer stehende und denkmalgeschützte Gebäude mit viel Eigenleistung saniert und seiner ursprünglichen Nutzung zurückgeführt habe. Damit leben alte Traditionen wieder auf. „Der Ortskern von Rügheim ist jetzt um eine pittoreske Adresse reicher und es ist ein neues Zentrum zur Pflege der Kultur und des Gemeinschaftslebens entstanden“, so Schneider. Mit Rügheim hat der Landkreis aktuell zehn Kommunenbrauhäuser, mit Köslau, das demnächst hinzukommt, ein elftes.

Vernetzung der Kommunenbrauer

Gefallen findet der Landrat daran, dass mittlerweile eine Vernetzung unserer Kommunenbrauer mit den heimischen Brauereien stattfindet – hier braue sich sehr viel Positives für die Heimat zusammen. Schneider dankte in erster Linie den Mitgliedern des Brauvereins Rügheim, mit seinem Vorsitzenden Rainer Huth, die das Projekt auf rein ehrenamtlicher Basis initiiert und mit viel Arbeitseinsätzen umgesetzt haben. Durch die Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher Förderstellen (Leader- und Städtebauförderung) lag der Eigenanteil der Stadt Hofheim bei 20 Prozent.

Der Brauverein-Vorsitzende Rainer Huth bedankte sich, dass er von der öffentlichen Hand nie zurückgewiesen wurde, man Fragen geduldig beantwortet hatte und er auf Fehler hingewiesen wurde. Besonderer Dank galt seiner Frau, die so viel ertragen musste, da das Projekt eine Menge Zeit vom Privatleben in Anspruch nahm. Weiterer Dank galt seinen Vereinskameraden für ihr Engagement, für die Ideen, für die Zeit. Er hob Peter Kraus hervor, der viel zu jung verstorben war. Mit ihm sei der Mut gefunden worden, eine solche Anlage zu bauen. Weiterer Dank ging an den Anlagenbauer Bernd Deinlein und Christian Steinert, der extra aus Regensburg anreiste. Er sprach an, dass zum Projekt auch die Zusammenarbeit mit den Brauereien Raab und Göller gehörte, die beide mit Rat und Tat zur Seite standen.

Hilfe beim Brot backen

Ebenso Hilfe gab es durch die Bäckerei Jung zum Thema „Brot backen im Holzbackofen“. Nach einem besonderen Dank an die Helferinnen und den Zweiten Vorsitzenden Andre Schwappacher sprach Dekan Blechschmidt den kirchlichen Segen. Nach der Vorstellung der Haßbergtracht durch Renate Ortloff und der Schlüsselübergabe von Architekt Walter Schwarz und Bürgermeister Borst an Rainer Huth wurde mit zünftiger Musik, selbst gebrautem Bier und deftiger Brotzeit gefeiert.

Nicht nur Brau-Tradition wurde beim Fest in Rügheim präsentiert: Vorgestellt wurde den Besuchern von Renate Ortloff vom Landratsamt auch die Haßbergtracht. Foto: Werner Mock
Den Schlüssel zum Brauhaus übergaben Architekt Walter Schwarz (Bildmitte) und Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst (links) an den Vorsitzenden des Brauvereins, Rainer Huth. Foto: Werner Mock

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