BREITBRUNN

Sanierung des Kindergartens Breitbrunn beginnt

Der Neue im Gemeinderat: Metallbaumeister Christian Kirchner (FW) spricht vor Bürgermeisterin Gertrud Bühl den Amtseid. Foto: Günther Geiling

Mit dem Einbau der neuen Pellets-Heizungsanlage und einer neuen Wandheizung im Bewegungsraum startet in Breitbrunn in den nächsten Wochen die Sanierung des Kindergartens. Diese Arbeiten sollen im Juli 2018 stattfinden, während die weiteren großen Sanierungsmaßnahmen im nächsten Jahr folgen. Darüber wurde der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Donnerstag informiert.

Christian Kirchner folgt auf Robert Melber

Zu Beginn der Sitzung gedachte man des Gemeinderates Robert Melber (Freie Wähler, FW) der dem Gremium 16 Jahre angehörte und am 24. März plötzlich verstorben war. Bürgermeisterin Gertrud Bühl erinnerte in diesem Zusammenhang auch an seine Tätigkeit im Bereich Senioren und Asyl sowie als Hausmeister im Gemeindezentrum. Nachrücker für ihn war Metallbaumeister Christian Kirchner, dem Bürgermeisterin Bühl den Amtseid abnahm.

Hinsichtlich der Sanierung des Caritas-Kindergartens war vor einiger Zeit eine Kamera-Kanalbefahrung durchgeführt worden, die das Ergebnis erbrachte, dass keine neue Kanalverlegung erfolgen müsse. Es gebe zwar einige Ablagerungen, Inkrustationen und Wurzeleinwüchse, die aber mittels Fräsen entfernt werden könnten. Danach sei der Einbau von „Langlinern“ zur Abdichtung möglich. Vor und nach dem Einbau der Liner sei dann noch die Reinigung der Leitungen und Kanäle notwendig. Dabei sollen auch die undichten Wassereinflussrohre an den Toiletten im Zusammenhang mit der Sanierung der Sanitärbereiche ausgetauscht werden. Die Diözese Würzburg sei bereits über das Ergebnis der Kamerabefahrung informiert und mit dem Vorgehen einverstanden.

Einzelbelüftung statt zentrale Anlage

Die genauen Kosten mit der Aufteilung in die beiden Förderprogramme „Kommunales Investitionsprogramm“ (KIP) ) und „Finanzausgleichsmittel“ (FAG) würden derzeit noch vom Ingenieurbüro berechnet. Es ergaben sich nämlich erneute Kostenänderungen durch die Umänderung der Raumlufttechnik von einer zentralen Belüftungsanlage in leichter zu handhabende Einzelbelüftungsanlagen. Dies sei der Wunsch der Kindergartenleitung gewesen. Dadurch sei auch kein neues Brandschutzkonzept mit weiteren Auflagen erforderlich.

Wenn dann die voraussichtlichen Gesamtkosten feststehen, ist laut Bürgermeisterin ein Treuhandvertrag zwischen der Katholischen Kirchenstiftung Breitbrunn und der Gemeinde Breitbrunn notwendig, den der Gemeinderat zu beschließen hat. Und zwar deshalb, weil nicht die Gemeinde Grundstücks- und Gebäudeeigentümerin sei, sondern die Katholische Kirchenstiftung. Entsprechend diesem Vertrag übernehme dann die Gemeinde Breitbrunn als treuhänderische Bevollmächtigte die Aufgabe des Bauherrnvertreters für alle Planungs- und Verwaltungsleistungen unter Einschaltung von erforderlichen Architekten und Fachingenieuren.

Die Treuhänderin (Gemeinde Breitbrunn) schließe zur Planung und Bauausführung alle Verträge und Aufträge im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, leiste die Zahlungen und vereinnahme die Zuschüsse. Dabei erfolge eine enge Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Diözese Würzburg. Gemeinderat Michael Geiling, der Vorsitzende des Kindergartenvereins, ging auf den Ablauf der Arbeiten im Laufe des Monats Juli ein und gab zu denken, dass hier auch die Elektrik betroffen sei, wenn die Wandheizung und gesamte Wandverkleidung erfolge. Dies sollte man im Vorfeld beachten und terminlich abstimmen.

Diskussion um Abstandsflächen

Schon im Vorfeld der Sitzung war das Gremium bei einem Ortstermin, der den Neubau einer Gerätehalle und Außenregallager auf der Gemarkung Hermannsberg in der Nähe des Wertstoffhofes der Gemeinde betraf. Der Bauherr plant hier die Errichtung einer Gerätehalle für seinen Dachdeckerbetrieb auf einer Fläche von knapp 20 mal 10 Meter mit einem Pultdach mit Trapezprofilblechplatten. Des Weiteren möchte er entlang des Böschungsfußes eine niedrige Stützmauer errichten. Entlang der geplanten Mauer ist ein bedachtes Außenregal vorgesehen. Ein rechtskräftiger Vorbescheid des Landratsamtes Haßberge lag vor, allerdings mit der Auflage, dass die Abstandsflächen des Bauvorhabens auf dem Grundstück selbst liegen. Dies war aber nicht der Fall.

Planer Thomas Schlee erläuterte, dass der Bauherr und er als Planer die Fläche und das Grundstück voll nutzen wollten und man deswegen das Gebäude auf die Grenze gesetzt habe. Man wollte dieses Risiko eingehen. Die Rücksprache mit der Sachbearbeiterin im Landratsamt bestätigte aber das Grundprinzip, dass die Abstandsflächen auf dem privaten Grundstück abgebildet werden müssten. Eine Befreiung sei nur mit ganz wichtigen Begründungen möglich. Anders sei es jedoch, wenn die Gemeinde als Nachbarin die Abstandsflächen auf ihr Grundstück übernehme und dies wären dann eben die drei Meter. Die Gemeinde habe dann immer noch genügend Platz, ihr Gelände mit einer weiteren Halle zu bebauen. Außerdem könne man die übernommenen Abstandsflächen ja für Ablagerungen und Schüttgüter benutzen.

Geschäftsleiter Mathias Klauda stellte dazu klar, dass nicht nur die drei Meter Abstandsfläche des Nachbarn auf eigenem Grundstück übernommen werden müssten, sondern man dann auch noch die eigene Abstandsfläche von drei Meter dazurechnen müsste, so dass insgesamt sechs Meter Abstandsfläche notwendig sei, nach der dann erst eine mögliche Bebauung beginnen könnte.

Hierzu gab es dann viele Diskussionsbeiträge, angefangen von einem Kompromiss, dass sich Bauherr und Gemeinde die Abstandsflächen teilten, über Zukauf der notwendigen Fläche vom Bauherrn bis hin zur Übernahme der Abstandsfläche durch die Gemeinde alleine. Manch einer der Räte befand sich auch in der „Zwickmühle“, dass Abstandsflächen auf dem Grundstück des Bauherrn bleiben sollten und man auch ein Entgegenkommen zeigen könnte, das man bisher aber noch nicht gemacht hatte. Der Gemeinderat beschloss dann bei einer Gegenstimme, dem Bauantrag das Einvernehmen zu erteilen und zur Genehmigung an das Landratsamt Haßberge weiterzuleiten. Bauherr und Planer sollten sich auf jeden Fall um eine Befreiung von den Abstandsflächen bemühen. Sollte es hier Probleme geben, könnte man einem Vorschlag auf Übernahme der Abstandsflächen immer noch zustimmen.

In diesem Zusammenhang erörterte man auch den Wunsch eines Anliegers auf Abstufung der Böschung hinter der Halle des Bauhofes. Hier sollen aber noch Gespräche geführt werden, wobei eine Lösung die Anpflanzung der Böschung sei. Aufwendiger wäre dagegen eine „Stützmauer“ mit L-Steinen aus Beton.

Frage nach Handymast

Unter dem Punkt „Informationen“ berichtete die Bürgermeisterin vom einem Schreiben der Deutschen Telekom Mobilfunk, nach dem Breitbrunn in Abstimmung mit der Bayerischen Landesregierung zu den 100 zu erschließenden Standorten zähle. Da in der Gemeinde sehr schlechter und überwiegend kein Handy-Empfang sei, solle überprüft werden, ob ein Mast aufgestellt werden könne. Die Gemeinde solle dazu ihre Kooperationsbereitschaft erklären.

Als neues Hausmeister-Ehepaar für das Gemeindezentrum werden ab 1. Mai Dunja und Holger Virnekäs tätig sein. Anfragen für Buchungen der Räume sind zukünftig möglich unter Tel. 0170/166 85 96 oder (0 95 36) 92 30 941.

Die Gemeinde Breitbrunn beteiligt sich außerdem am Projekt „DenkOrt Aumühle“ in Würzburg mit einer Spende von 250 Euro. Hier soll ein zentrales Denkmal für alle aus Unterfranken deportierten Jüdinnen und Juden entstehen. Ratsmitglied Thomas Bendner sprach Straßenschäden in der Siedlung „Teichtacker“ an und an einem Bauplatz wachsen schon Wurzeln aus dem Gehsteig. Frank Fella brachte die Sanierung der alten Schule von Lußberg ins Gespräch. Nachdem das Umfeld um das Feuerwehrgerätehaus gerichtet sei, sollten zumindest die Fenster gestrichen und Vorhänge angebracht werden.

Um die Befreiung oder die Übernahme von Abstandsflächen ging es bei der Ortseinsicht des Grundstückes in der Nähe des We... Foto: Günther Geiling

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