BAMBERG

Schon wieder ein Buch über Bamberg? Ja, ein besonderes!

Die Autoren Uwe Schillhabel, Heinz Tillig und Christian Schmitt (von links) eint die Liebe zu Bamberg – gestern wie heute. Foto: Marion Krüger-Hundrup

Als „echter“ oder schon Jahrzehnte in dieser Stadt lebender Bamberger, meint man, ihr Gesicht zu kennen. Mit allen feinen Zügen, aber auch mit ihren Falten, sprich städtebaulichen Sünden. Ungezählte Bücher und Büchlein gibt es über Bamberg. Kaum zu glauben, dass Autoren noch etwas Neues einfällt über das fränkische Rom.

Dabei ist es eigentlich etwas Altes, was Uwe Schillhabel, Christian Schmitt und Heinz Tillig in einem außergewöhnlichen Bildband präsentieren. Bisher unveröffentlichte, großformatige Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Jahren 1955 bis 1968, die unbekannte oder vergessene Gesichter Bambergs zeigen.

Denkmal für den Fotografen Hans Tillig

„Ich wollte meinem Vater Hans Tillig ein Denkmal setzen“, sagt dessen Sohn Heinz, dem der nebenberufliche Fotograf mit eigenem Lichtbildverlag zig tausende Bilder hinterlassen hat. Dass der 68-jährige Offsetdrucker Heinz Tillig seinen lang gehegten Traum nun verwirklichen konnte, ist dem Bamberger Heinrichs-Verlag zu verdanken, der den Gehalt dieses sensationellen geschichtlichen Rückblicks via Fotoapparat erkannte.

„Der Verlag hat uns vertraut“, freuen sich die drei Männer Schillhabel, Schmitt und Tillig, die ihre gemeinsame Liebe zu Bamberg in Bildern über die sozialen Netzwerke entdeckt haben.

Eine Entdeckung sind auch die vielen atmosphärisch dichten und ästhetisch anspruchsvollen Momentaufnahmen von Straßenzügen, Gebäuden, Grünflächen, Menschen aus dem Bamberg der 1950er und 1960er Jahre. Allesamt aus verblüffenden Blickwinkeln, mit einer Präzision und Könnerschaft, wie sie Hans Tillig (1911 bis 1987) zu Eigen war. „Kein Kirchturm war ihm zu hoch, und von den höchsten Positionen neu erbauter Hochhäuser in Bamberg fing er erstaunliche Panoramen ein“, erinnert sich Heinz Tillig, der als Bub seinen Vater bei den Fototouren oft begleitete „und die schwere Ausrüstung tragen musste“.

Die Liebe zu Bamberg als Motiv für die ganze Arbeit

Unter der Überschrift „Oh mein Papa“ hat Heinz Tillig die Biografie seines Vaters Hans humorvoll und warmherzig als Einleitung in den Bildband verfasst. Uwe Schillhabel hat nach sorgfältiger Recherche in den einschlägigen Archiv- und Internetquellen die passenden Bildbeschreibungen beigesteuert. Christian Schmitt oblag es, die 300 Fotos für den 250 Seiten-Band zu digitalisieren und zu restaurieren. „Wenn wir alle drei Bamberg nicht so lieben würden, hätten wir es nicht getan!“ betonen die Herren unisono im Blick auf ihre bibliografische Arbeit.

Das Buch „Tilligs Stadtbilder – Bamberg 1955-1968“ ist im Heinrichs-Verlag erschienen und ab Mittwoch, 6. November, im Buchhandel erhältlich. ISBN: 978-3-89889-226-1. Es kostet 24,90 Euro.

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