HASSFURT

Schräges Musical: Pinkelstadt

Wer „mal muss“, muss dafür bezahlen – das erklärt Wachtmeister Kloppstock (Eva Grümpe) Klein-Erna (Meike Makowski).
Wer „mal muss“, muss dafür bezahlen – das erklärt Wachtmeister Kloppstock (Eva Grümpe) Klein-Erna (Meike Makowski). Foto: Ulrike Langer

Es ist schräg, schrill und bissig, das Musical mit dem aufreizenden Titel „Pinkelstadt“. Eine echte Herausforderung für Akteure und Zuschauer. Am Regiomontanus-Gymnasium haben Schüler und Lehrer, Orchestermusiker und Mitglieder der Bigband, Theaterspieler und Chorsänger diese Sozialsatire über Bürokratie, Kleinkariertheit und die Willkür der Mächtigen an zwei Abenden aufgeführt und viel Applaus erhalten.

Es war eine sehr aufwändige Gemeinschaftsleistung von Katrin Hiernickel, Petra Schlosser, Lisa Wiener und Ekkehard Grieninger, das Musical „Pinkelstadt“ mit der Mittel- und Oberstufentheatergruppe, dem Schulchor (Hannah Braunreuter, Irina Schuhmann und Bernadette Frysztacki als Solistinnen), den Gesangssolisten, dem Schulorchester und dem Lehrerchor sowie der Bigband einzustudieren. „Wir haben zunächst einzeln geprobt und dann auf Burg Rothenfels alle Gruppen zusammengeführt“, berichtete Katrin Hiernickel. Schließlich waren rund 100 Schüler und rund 20 Lehrer bei den beiden Aufführungen im Einsatz: auf und hinter der Bühne, als Schauspieler, Sänger oder Musiker, in der Technik, bei der Bühnen- und Plakatgestaltung sowie beim Bau der Kulissen. Gerade auf diese Zusammenarbeit zeigten sich vor allem die Schüler stolz.

Das Musical von Mark Hollman und Greg Kotis heißt im Original „Urinetown“ und wurde von Wolfgang Adenberg und Ruth Deny ins Deutsche übersetzt. Es handelt von den Menschen einer Stadt, die 20 Jahre zuvor von einer schlimmen Dürrekatastrophe heimgesucht wurde. Damit dies niemals wieder passiert, ist das Wasser rationiert. Private Toiletten sind verboten, für die Benutzung öffentlicher WCs muss der Bürger bezahlen. Davon profitiert der Chef der GmbHarn & Klo KG, Werdmehr vom Mehrwert, in dessen Rolle Tim Schuhmann sehr gute schauspielerische und Gesangsleistungen zeigte. Der Unternehmer spricht von Investitionen in alternative Techniken, investiert aber nur in Bestechungsgelder. Zum Beispiel in den Abgeordneten Schmier, gut dargestellt von David Klarmann. Über die Bezahlung wacht „Klofrau“ Friede Fennichfux, die einmal von Clara Fischer und einmal von Luisa Steinhäuser verkörpert wurde. Wer ohne Barzahlung hinter die Büsche geht, wird nach „Pinkelstadt“, einem mystischen, bösen, unbekannten Ort deportiert. Die Macht verkörpern die Wachtmeister Wampe (Nathalie Höhn) und Kloppstock. Wobei Kloppstock im ersten Teil von Eva Grümpel und im zweiten Teil von Klara Schäflein gespielt und gesungen wurde. Dabei begeisterte Eva Grümpel durch ihre herausragende Darstellung. Doch Kloppstock ist nicht nur willfähriger Diener der Macht: er kommentiert für Klein-Erna (gut gespielt von Meike Makowski) und das Publikum.

Nach einer weiteren Gebührenerhöhung für die Benutzung der öffentlichen Toiletten fordert Johnny Stark (Jacob Stuhlfelder) schließlich Pinkel-Freiheit für jeden. Da sich jedoch Freya (Dorina Mühr), die Tochter von Werdmehr von Mehrwert, in den Helden verliebt hat, stecken beide in der Zwickmühle: Soll Jonny den Aufstand aufgeben, soll Freya sich gegen ihren Willen dem Aufstand anschließen?

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