HOFHEIM

Schule ohne Rassismus, aber mit Courage

Seit Dienstag trägt die Jakob-Curio-Realschule Hofheim den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Titelübergabe an die Schülerinnen und Schüler erfolgte durch Zehranur Manzak (links) und Karl Graf von Stauffenberg (5. von links). Foto: Gerhard Schmidt

An der Jakob-Curio-Realschule Hofheim gab es eine hochkarätige Schulfeier, denn der Bildungsanstalt wurde der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ durch Projektpaten Karl Graf von Stauffenberg verliehen.

Stellvertretendem Schulleiter Stefan Wittmann war die Freude über die Verleihung ins Gesicht geschrieben, als er viele Ehrengäste begrüßen konnte. Das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sieht Wittmann auch als Verpflichtung, aufgrund der jüngeren Geschichte Deutschlands mit Courage, Mut und Beherztheit sich allen rassistischen Tendenzen entgegenzustellen. „Es erfüllt uns deshalb mit Freude und Stolz, dass die Jakob-Curio-Realschule ein Teil dieser Bewegung ist und wir uns als Schule allen rassistischen Tendenzen entgegenstellen“, so Wittmann.

Landrat Wilhelm Schneider zollte der Realschule Respekt und Anerkennung zur Verleihung des Titels. „Die Schülerinnen und Schüler bekennen Farbe und setzen damit ein wichtiges Zeichen gegen Rassismus“, erklärte der Landrat. Die Schüler würden allen Menschen mit Wertschätzung und Respekt begegnen, niemanden ausgrenzen, sondern dafür sorgen, dass alle integriert werden.

Noch schwieriger sah es der Kreischef an, nicht tatenlos zuzusehen, sondern mutig einzuschreiten, wenn Menschen Ausgrenzung erfahren, egal ob wegen ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder Behinderung. Landrat Schneider forderte die Anwesenden auf, weiterhin „international, tolerant und multikulti“ zu bleiben.

Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst, selbst ein Kind der Realschule, freute sich, dass die Schülerinnen und Schüler dieser Schule, die vorbildlich in der Asylarbeit sind, diese auch in der Stadt unterstützen. Er forderte mehr Hilfe und Unterstützung für die Asylarbeit.

Anne Wagner von der Polizeischule Bayreuth, war Leiterin des Projekts und gab einen Abriss über dessen Entstehung. 20 Schülerinnen und Schüler begeisterten sich im Schuljahr 2015/16 für ein soziales Projekt, wobei sich die Initiatoren dafür entschieden, jungen Flüchtlingen und jungen Menschen mit Migrationshintergrund in Hofheim Unterstützung zu gewähren. Das Engagement mündete schließlich in kleinen Aktionen wie Plätzchen backen, deren Erlös an den Flüchtlingsverein Pro Asyl ging.

Die Schülersprecherinnen Maren Hiller, Salome Leidner und Anna Gleichmann berichteten über die Entwicklung des Projekts, für das Karl Graf von Stauffenberg als Pate gewonnen werden konnte.

Der Graf, Gründer des Vereins „Mittendrin statt extrem daneben“, übernahm dieses Ehrenamt gerne und erklärte bei der Titelübergabe, man müsse junge Erwachsene und Jugendliche vor Extremismus jeglicher Art warnen. Die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit zu vernetzen und zu kommunizieren, sei eine tolle Geschichte, berge aber auch unermessliche Gefahren, andere zu beschimpfen und zu mobben. Die Nutzer der neuen Medien sollten immer daran denken, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, wie im Grundgesetz festgeschrieben.

Zusammen mit der Koordinationsvertreterin Zehranur Manzak aus Würzburg überreichte Graf von Stauffenberg dann die Titelurkunde „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und ein Schild gleichen Inhalts, das an der Jakob-Curio-Realschule Hofheim angebracht werden soll.

Zehranur Manzak betonte in ihren Worten, dass man keine Heldin oder Held sein muss, aber man sollte nicht weggucken und etwas dagegen tun, wenn man mitbekommt, dass andere Menschen belästigt werden.

Das Schlusswort lag bei Schulleiter Herbert Holzmann, der sich bei allen Beteiligten bedankte und dazu aufforderte, in unserer gefestigten Demokratie Werte wie Toleranz, Hilfsbereitschaft und Menschenrechte zu beachten und mit Nachdruck einzufordern.

100 Luftballons, die die Beteiligten mit Wunschzettel versahen, stiegen abschließend im Schulhof in die Luft und verbreiteten, dass es eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Hofheim gibt.

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