SCHÖNBACH

Schutz gegen Blitzschlag und Krankheit

Prof. Dr. Bogdan Ponizy, derzeit Urlaubspfarrer in Ebelsbach, segnete die von Mitgliedern des Obst- und Gartenbauverein Schönbach liebevoll gebundenen Kräuterbüschel. Es war der Höhepunkt der alljährlichen Kräutermesse auf dem „Hünenhügel“ zwischen Gleisenau und Schönbach. Foto: Ralf Naumann

„Leib und Seele, was willst du mehr?“ – dieser Zusammenfassung von Volkmar Gregori in wenigen Worten ist nichts hinzuzufügen: ein weiter Fernblick, angenehmes Wetter, Begegnungen, Gespräche, Brotzeit und Frühschoppen gehörten zur Bergmesse, bei der am Feiertag Mariä Himmelfahrt – so wie an vielen weiteren Orten im Landkreis auch – die Kräuterweihe im Mittelpunkt stand.

Prof. Dr. Bogdan Ponizy, Urlaubsvertretung in der Pfarrei von Ebelsbach, zelebrierte zusammen mit Diakon Günter Kaim aus Gerach die Bergmesse auf dem 362 Meter hohen Kirchberg nahe Schönbach, freute sich der evangelische Geistliche ebenso wie die vielen Gläubigen über die einmal jährlich stattfindende Tradition.

Dass Gregori „im Rahmen der Möglichkeiten“ den Gottesdienst am Feiertag der „Aufnahme Mariens in den Himmel“ mitfeiern konnte, war, wie er bei seinen Gruß- und Dankesworten selbst sagte, „ungewöhnlich. Dass das hier und heute so sein kann, freut mich sehr.“ Er bedauerte, dass die Frage nach Gott „in unserem Land für viele Menschen keine Bedeutung mehr“ hat. Deshalb gerate auch immer mehr in Vergessenheit, was im Zentrum des Wirkens Jesu stehe: „Gottesliebe und Nächstenliebe“. Es sei „bedeutsam, dass wir Christen unseren Glauben gemeinsam bezeugen, so wie wir es heute tun – in ökumenischer Verbundenheit und außerhalb von Kirchenmauern.“

Im Mittelpunkt stand am Samstag die seit vielen Jahren traditionelle Weihe der Kräuterbüschel, die am Ende an die Besucher, darunter auch zahlreiche Wallfahrer aus Steinbach, eine Wandergruppe des Obst- und Gartenbauvereins Neubrunn sowie Ebelsbachs Bürgermeister Walter Ziegler, verteilt wurden. Die Kräuterbüschel sollen Haus und Hof vor Blitzschlag und Krankheit bewahren.

Ziegler nahm derweil Stellung zu der geplanten Aufnahme von 40 Flüchtlingen im Schloss Gleisenau, die vermutlich am Dienstag ankommen werden. Er appellierte an die Bürger, die Menschen willkommen zu heißen und ihnen das Gefühl von Gastfreundschaft zu vermitteln. Wer seine Unterstützung anbieten möchte, könne sich in der Verwaltungsgemeinschaft melden. Angedacht ist – nach dem Vorbild anderen Kommunen und Städte – eine Art „Freundeskreis Asyl“.

Für das leibliche Wohl nach dem Gottesdienst hatten der Schönbacher Obst- und Gartenbauverein mit der Vorsitzenden Ingrid Markert an der Spitze gesorgt. Sie und zahlreiche fleißige Mitglieder hatten sich schon Tage zuvor auch um die knapp 300 gebundenen Büschel mit diesmal knapp 30 Kräutern gekümmert, welche im Anschluss mit nach Hause genommen werden konnten. Für die musikalische Umrahmung während des Gottesdienstes sorgten die „Egerländer Musikanten“ des Ebelsbacher Musikverein „Harmonie“ mit ihren Jungmusikern unter der Leitung von Werner Lehrieder.

Früher stand auf dem Kirchberg, besser bekannt als „Hünenhügel“, ein weithin sichtbarer markanter Birnbaum, der vom Orkan „Wiebke“ vor 25 Jahren allerdings zerrissen wurde. Der Obst- und Gartenbauverein ließ im Jahr 2007 zu seinem 75. Geburtstag ein Denkmal errichten, eine von Bildhauer Michael Scholl aus Limbach gefertigte Stele, die vom damaligen Pfarrer Otmar Pottler den Namen „Mutter Erde“ erhalten hatte.

Bei schönem Wetter bietet sich den Besuchern eine gute Fernsicht über die „heiligen Länder“ bis zu den Türmen von Kloster Banz. Eine Orientierungstafel gibt die Zielpunkte an.

Kräuterbüschel

Kräuterbüschel werden gebunden, um Haus und Hof vor Unwetter und Blitzschlag zu schützen. Deshalb werden die Gebinde gerne als Blitzschutz unter dem Dachfirst aufgehängt. Außerdem sollen die gesegneten Kräuterbüschel die Gesundheit von Mensch und Tier bewahren. Dazu wurde früher in Ehrfurcht möglichst morgens nüchtern und barfuß jede Pflanze beim Abbrechen angesprochen, um sie an ihren Dienst gemäß der ihr innewohnenden Kräfte zu erinnern.

Schlagworte

  • Haßfurt
  • Aufnahmen
  • Blitzeinschläge
  • Evangelische Kirche
  • Kloster Banz
  • Krankheiten
  • Obst
  • Obst- und Gartenbauvereine
  • Seele
  • Walter Ziegler
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!