HOFHEIM

Senioren-Advent: Krieg spielt bei Adventsfeier eine Rolle

Die „Hummertshäuser Läuser” (von links) Uli Goschenhofer mit Sohn Oskar und Max Bayer bei ihrem ersten Auftritt während des Seniorennachmittags. Foto: Martin Schweiger

Dass ein friedliches Weihnachtsfest, das wir in Deutschland seit über 70 Jahren für beinahe schon selbstverständlich halten, durchaus nicht selbstverständlich ist, wurde beim Seniorennachmittag am Samstag im Haus des Gastes in Hofheim den Gästen deutlich vor Augen geführt. Erstmals traten dort vier junge Syrer zwischen 13 und 15 Jahren auf die Bühne, um ein arabisches und ein deutsches Lied unter musikalischer Begleitung von Kathrin Lindner vorzutragen.

In dem arabischen Lied ging es laut dem 15-jährigen Mohammed darum, dass ihr Land brenne. „Gebt uns unsere Freiheit zurück“, hieß es darin weiter. Das deutsche Lied „Aufstehen, aufeinander zugehen“ sang das syrische Quartett in fast akzentfreiem Deutsch. Die jungen Syrer bedankten sich auf der Bühne dafür, dass sie in Hofheim gegrüßt würden. Außerdem freuten sie sich, dass es „in der kleinen Stadt keinen Krieg“ gibt.

Friedvolle Weihnachtslieder aus Franken und Mexiko stimmten die „Hummertshäuser Läuser“ an, bestehend aus Uli Goschenhofer mit Sohn Oskar und Max Bayer aus Humprechtshausen. Für Erheiterung sorgte Sprössling Oskar, der mit seiner Plastik-Trompete auf seinen Auftritt beharrte und bereits in den Fußspuren seines Vaters wandelt.

Die „Hummertshäuser Läuser“ traten erstmals beim Seniorennachmittag auf, da Urgestein Willi Gehrig nicht zur Verfügung stand. Die beiden Musikanten tingelten bereits als Studenten gemeinsam durch Würzburger Lokale. Uli Goschenhofer spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Geige und lernte später das Spielen auf dem Bass, während Max Bayer Akkordeon spielt.

Weitere Protagonisten des Nachmittags waren die Kinder des Lendershäuser Kindergartens, die einen Kerzentanz aufführten und „Tragt in die Welt ein Licht“ sangen.

Geistliche Impulse gaben Pastoralreferent Günter Schmitt und Pfarrer Sieghard Sapper. Schmitt sagte, dass die Lebensweisheiten des Alters heute nicht mehr gehört werden, was viele Probleme verursache. Pfarrer Sapper erzählte die Geschichte von dem Waisenkind, das sich darüber freut, dass zehn Heiminsassen ihm ein Stück ihrer Apfelsinen abgeben und so echte Kameradschaft beweisen.

Sieglinde Mock spielte mit ihren Söhnen Julian und Anton auf der Blockflöte. Gerda Haase erzählte die Geschichte des Räubers Rinaldo, der es schafft, eine Christusfigur zum Lächeln zu bringen, bevor das Jugendblasorchester Hofheim unter Leitung von Robert Schuler auftrat.

Ein Höhepunkt war der Auftritt des 89-jährigen Werner Grosch. Er spielte auf seiner Mundharmonika Lieder wie „Wahre Freundschaft“ oder „Ich bete an die Macht der Liebe“, bei denen das Publikum ohne Textvorlage einstimmte.

Nikolaus Heinrich Hirt bemerkte das Fehlen des Seniorenbeauftragten Helmut Endres. Moderatorin Christel Teinzer sagte, dass Endres sein Amt niedergelegt habe. Sein Nachfolger ist Hans-Dieter Krause. Mit dem Schlusslied „Leise rieselt der Schnee“ endete der besinnliche Nachmittag.

Der Seniorennachmittag im Haus der Gastes war gut besucht. Foto: Martin Schweiger
Vier syrische Kinder traten erstmals unter der musikalischen Begleitung von Kathrin Lindner auf. Foto: Martin Schweiger

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