HAßFURT

Sie sammelt ihre Erden selbst

Gemeinsam mit der Münchner Firma Roeckl gestaltet Isolde Folger diese Tücher, die nun in der Sparkassengalerie zu sehen sind.
Gemeinsam mit der Münchner Firma Roeckl gestaltet Isolde Folger diese Tücher, die nun in der Sparkassengalerie zu sehen sind. Foto: Peter Schmieder

Über 30 Jahre ist es nun her, dass der Vorsitzende des Kunstvereins Schweinfurt Dr. Joachim Haas die Künstlerin Isolde Folger aus Lindach kennenlernte. Seinen ersten Eindruck von ihr beschrieb er sehr lebhaft in einer Laudatio zur Eröffnung ihrer Ausstellung „colore magia“ in der Haßfurter Sparkassengalerie.

„Damals hatte sie eine Kuhstallgalerie“, erzählte er. Die Kühe gehörten den Eltern der Künstlerin und, so berichtete Haas weiter, viele Besucher seien wohl auch davon angezogen worden, dass bei Isolde Folger jeder Besucher ein Schmalzbrot gereicht bekam. „Den Kuhstall werden Sie heute nicht wieder erkennen. Die Kühe stehen längst wo anders“, erzählte der Laudator. Mittlerweile hat Isolde Folger zwei Galerien, eine in ihrem Atelier im mittlerweile umgestalteten Stall in Lindach, die andere in Volkach.

Und sie habe, seit diesem ersten Kennenlernen, eine sehr positive Entwicklung gemacht, berichtete Haas, der als „ihr ältester Freund“ sprach. Die Künstlerin ist Autodidaktin, habe aber in dem studierten Künstler Franz Kochseder einen „Lehrmeister fürs Leben“ gefunden. Auch dieser war zu Gast auf der Ausstellungseröffnung. Heute gibt Isolde Folger selbst ihr Wissen weiter: Sie hat ein Buch geschrieben und gibt Unterricht.

Für ihre Bilder reist sie viel, um in verschiedenen Ländern Inspiration und Materialien zu sammeln, die sie in ihren Werken verarbeitet. So nutzt sie für ihre Bilder nicht nur Farben. Auch verschiedene hochwertige Pigmente oder Erden kommen auf ihren Bildern zum Einsatz. An den Orten, an denen sie diese gesammelt hat, habe sie oft eine starke positive Energie gespürt, erzählt die Künstlerin. Sogar exotische Früchte und Pflanzen, die sie dauerhaft konserviert hat, werden in ihre Bilder eingearbeitet und mit ihren selbst angerührten Farbe überzogen. Das Ergebnis sind kräftige, farbintensive Bilder, von denen eines bereits seinen Weg in den deutschen Bundestag gefunden hat.

Ein weiteres Projekt von Isolde Folger besteht in bunten Tüchern, die sie gemeinsam mit der Münchner Firma Roeckl herausbrachte und beispielsweise als Halstuch getragen werden können. Die in limitierter Auflage erschienenen Einzelstücke sind jedoch beinahe Ausverkauft.

Peter Schleich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ostunterfranken, zitierte zur Eröffnung verschiedene Zitate darüber, was Kunst eigentlich sei. „Kunst ist Können“, „Kunst ist Intuition“, „Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit“ oder „Die Kunst ist kein Handwerk, sondern Vermittlung von Gefühlen, die der Künstler empfunden hat.“

Weiter hob er den markanten Schriftzug ihres Vornamens hervor, mit dem sie jedes ihrer Bilder signiert. Jedem Buchstaben darin ordnete er eine positive Eigenschaft zu, die Isolde Folger und ihre Arbeit beschreiben könne. So beschrieb er die Künstlerin als individuell, selbstbewusst, offen, leidenschaftlich, detailverliebt und emotional. Kunstinteressierten Menschen legte er nahe, sie könnten auch eines der Bilder, die noch bis zum 31. Juli in der Sparkassengalerie ausgestellt sind, kaufen. Scherzhaft fügte er hinzu, wer dafür einen Kredit brauche, könne gleich zur Sparkasse kommen. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung mit lateinamerikanischen Klängen von „Canto y Cuerdas“.

Über die Eröffnung der Ausstellung „colore magia“ freuten sich (von links): Peter Schleich vom Sparkassenvorstand, Künstlerin Isolde Folger, Andreas Linder vom Sparkassenvorstand und der Vorsitzende des Kunstvereins Schweinfurt, Dr. Joachim Haas.
Über die Eröffnung der Ausstellung „colore magia“ freuten sich (von links): Peter Schleich vom Sparkassenvorstand, Künstlerin Isolde Folger, Andreas Linder vom Sparkassenvorstand und der Vorsitzende des Kunstvereins Schweinfurt, Dr. Joachim Haas. Foto: ps (HTB)

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