KÖNIGSBERG

Sparkassen-Filiale Königsberg bleibt erhalten

Die Vorstandsmitglieder der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge Roberto Nernosi (stehend) und Andreas Linder berichteten in der Stadtratssitzung über die derzeitige Situation und Entwicklung ihres Geldinstitutes. Foto: Gerold snater

Seit vielen Jahren wird in der letzten Sitzung des Königsberger Stadtrates von der Sparkasse ein Bericht erstattet, da die Stadt Teilhaber des Kreditinstituts ist. Kam der Bericht früher von einem Vertreter der Sparkasse Ostunterfranken, so kommt er nach der Fusion mit der Sparkasse Schweinfurt von der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge.

Von dieser waren Roberto Nernosi und Andreas Linder, beide Mitglieder des Vorstandes, gekommen, um den Mitgliedern des Stadtrates einen Einblick in die derzeitige Situation und Geschäftsentwicklung dieses Geldinstitutes zu gewähren.

Wert legte Roberto Nernosi auf die Feststellung, dass die Fusion der Sparkassen Ostunterfranken und Schweinfurt technisch und organisatorisch erfolgreich umgesetzt wurde.

Keine positive Entwicklung konnte Nernosi bezüglich der Entwicklung auf dem Geldmarkt aufzeigen. So fielen die Zinssätze seit 1975 permanent bis hin zu den zur Zeit geltenden Negativzinsen. Er zeigte sich davon überzeugt, dass sich auch in den kommenden Jahren nichts daran ändern werde. Eine Folge dieser Entwicklung ist, dass sich dadurch der Ertrag der Banken und Sparkassen immer mindert. So ist der Zinsüberschuss an der Sparkasse von rund 77 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 63 Millionen Euro im Jahr 2018 gefallen.

Bilanzsumme ist gestiegen

Ebenfalls mit Zahlen konnte Vorstandsmitglied Nernosi für die derzeitige Situation der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge aufwarten. Rund 253 000 Einwohner leben augenblicklich in der von dieser betreuten Region. Davon sind 152 000 Kunden der Sparkasse mit 128 200 Girokonten. 2018 betrug die Bilanzsumme der Sparkasse 4,3 Milliarden Euro. Diese konnte gegenüber 2017 um 4,6 Prozent gesteigert werden. Die Steigerung in Bayern betrug in diesem Zeitraum nur 4,3 Prozent.

Kredite an Kunden wurden 2018 in einer Höhe von 2,4 Milliarden Euro ausgegeben. Die Einlagen der Kunden beliefen sich auf 3,4 Milliarden Euro. 796 Mitarbeiter beschäftigte die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge im Jahr 2018.

Andreas Linder beschäftigte sich in seinem Kurzvortrag mit dem Thema „Regulierungen“. Dahin gehend musste er berichten, dass auf Sparkassen und Banken permanent neue Gesetzesvorlagen aus Brüssel zukommen. Seit der Finanzmarktkrise 2009 haben entsprechende Vorschriften enorm zugenommen.

Zugenommen hat auch die Digitalisierung. In diesem Bereich müsse die Sparkasse innerbetrieblich laufend investieren, um nicht im Wettbewerb abgehängt zu werden.

Für die Zukunft seien die Auswirkungen der „Herausforderungen“ in der Prognoserechnung bis 2025 schon heute deutlich erkennbar, so Roberto Nernosi. So wird es beim Zinsüberschuss einen deutlichen Rückgang geben. Die Personal- und Sachkosten werden steigen. Beim Betriebsergebnis wird ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen sein. Als Bewertungsergebnis sieht er aktuell eine geordnete Risikolage.

Königsberg ist gut ausgelastet

Bürgermeister Claus Bittenbrünn dankte den beiden Vorstandsmitgliedern für ihre Informationen. Aus dem Gremium wurde zur Geschäftslage keine weitere Frage gestellt. Eddi Klug (SPD) wollte aber wissen, wie es mit dem Fortbestand der Filialen der Sparkasse aussehe. Nernosi sagte, dass die Filiale in Königsberg auf Grund ihrer guten Auslastung nicht zur Disposition stünde.

Auch zur Tradition geworden ist, dass zum Ende der letzten Stadtratssitzung eines Jahres der 2. Bürgermeister das Wort ergreift und das abgelaufene Jahr Revue passieren lässt. Alexander Krauser musste dabei mit einem negativen Ereignis beginnen. So wurde Anfang des Jahres 2019 die Jugendherberge in Königsberg von heute auf morgen geschlossen.

Insgesamt konnte er aber von einer positiven Entwicklung berichten. So gab es in diesem Jahr wiederum viele Baustellen im Stadtgebiet, zum Beispiel die Abschlussarbeiten am Ortskanal in Junkersdorf und an der Kläranlage in Altershausen, am Bleichdamm in Königsberg für die Stromversorgung des Festbetriebs, in Hofstetten an der Schule und am Jugendtreff und im Holzhäuser Sportheim in den Toiletten. Oft halfen die Einwohner vor Ort, freute sich Krauser – beispielsweise bei der Renovierung und dem Umbau der Milchsammelstelle in Römershofen. Dort wurde auch der Friedhof umfassend saniert und neu angelegt.

Einen Bauboom gab es in Königsberg selbst, wo am Baugebiet „Wacholderweg“ bis auf einen Bauplatz inzwischen alle verkauft sind und 2020 mit einem weiteren Bauabschnitt begonnen wird. Dorferneuerungen gab und gibt es in Kottenbrunn, Altershausen und Holzhausen. Verschiedene Spielplätze sind jetzt auf dem neuesten Stand und haben neue Spielgeräte. Die Schule in Königsberg wird komplett saniert.

Private Initiative rettet das Bad

Dass Königsberg noch ein Hallenbad hat, das für den Schulbetrieb, den Vereinen und der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, sei vor allem ein Verdienst von Otto Kirchner. Schön geworden ist auch das neue Gebäude an der Sportanlage. Im Rathaus selbst laufen viele Vorgänge digitalisiert.

Krauser vergaß auch nicht die Errichtung der Seniorenwohnanlage SeniVita, die im kommenden Jahr eingeweiht wird, und, dass Hellingen beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einen Ehrenpreis bekam.

Worte des Dankes und Lobes fand er zum Schluss seiner Ausführungen für seine Kolleginnen und Kollegen am Ratstisch für deren disziplinierten Umgang, für alle Arbeiter im Bauhof sowie die Mitarbeiter in der Stadt selbst. Sein besonderer Dank galt Bürgermeister Claus Bittenbrünn für dessen großen Einsatz für die Stadt. Er vergaß aber auch nicht dessen Frau Gerlinde, die ihrem Mann in vielen Belangen zur Seite stand und in vielen Bereichen mithalf.

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