HASSFURT

Starfighter startet am Haßfurter Flugplatz

Fast geschafft: Der „Starfighter“ des Haßfurter MFC wird zum Transport fertig gemacht nach Karlsruhe, wo der ehemalige Kampfjet über einer Kunstausstellung schweben soll.
Fast geschafft: Der „Starfighter“ des Haßfurter MFC wird zum Transport fertig gemacht nach Karlsruhe, wo der ehemalige Kampfjet über einer Kunstausstellung schweben soll. Foto: Naumann

Bei den regelmäßigen Hallenfesten ist er auch aufgrund seiner Optik stets einer der Anziehungspunkte. Wenn die Verantwortlichen des Motorflugclubs (MFC) Haßfurt im September wieder ihre Flugzeuge zur Schau stellen, ist der vereinseigene „Starfighter F 104 G“ allerdings nicht zu sehen. Am Samstag ging der einstige Bundesluftwaffen-Kampfjet auf Reise nach Karlsruhe.

Dort soll das bereits Mitte der 80er Jahre ausgemusterte Flugzeug, ausgelegt für hohe Überschallgeschwindigkeit, Teil der am 24. Mai beginnenden Ausstellung „Beuys Brock Vostell“ im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) werden, wie MFC-Vorstandsmitglied Andreas Elsner aus Schweinfurt erklärte. Erstmals werden dort bis Mitte November die drei deutschen Aktionskünstler der Nachkriegsmoderne Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell, gemeinsam in einer groß angelegten Schau präsentiert. Die befreundeten Künstler, die bei wichtigen Aktionen und Ausstellungen in den 1960er-Jahren gemeinsam aufgetreten sind, bildeten aus der Erfahrung des Krieges ihre eigenen stilbildenden Positionen und verfolgten dabei die radikale Emanzipation des Individuums und die Reform beziehungsweise Revolution des Lebens. Durch die gemeinsame Präsentation der drei verschiedenen Positionen der Performativität wird eine neue Perspektive auf die heute in allen Museen der Welt hofierten performativen Künste erarbeitet. „Es ist eine Kunstinstallation, die bereits vor mehr als 20 Jahren auf der Documenta in Kassel gezeigt werden sollte. Sie ist aber damals nicht zustande gekommen“, machte Elsner deutlich. Der Haßfurter „Starfighter“ wird in Karlsruhe an einer Konstruktion in einem Lichthof aufgehängt und schwebt dann in sechs Metern Höhe.

Für den 260 Kilometer langen Transport wurden dem Kampfjet nicht nur sprichwörtlich die Flügel gestutzt. Einige Tage waren Vereinsmitglieder damit beschäftigt, unter anderem auch die beiden Tragflächen inklusive Tragflächentanks abzunehmen ebenso das Höhenleitwerk sowie Bug- und Heckkonus, was eine Verkürzung von 16 auf elf Meter zur Folge hatte. Zu guter Letzt musste das normalerweise über drei Meter breite Fahrwerk zusammengezogen werden, um das Flugzeug auf den Tieflader des bereit stehenden Sattelschleppers zu bekommen. Doch diese Aufgaben wurden mit Bravour gemeistert. Und was ist mit der nur 2,85 Meter breiten Tür der Museumshalle in Karlsruhe, wenn der „Starfighter“ hingeschoben werden muss? „Wir kriegen eine Spurbreite von maximal 2,80 Metern hin.“ Fünf Zentimeter Luft also und somit „kein Problem“.

Ein Kran war nötig, um den immerhin noch knapp dreieinhalb Tonnen schweren flügellosen Kampfjet auf den Auflieger zu hieven.
Ein Kran war nötig, um den immerhin noch knapp dreieinhalb Tonnen schweren flügellosen Kampfjet auf den Auflieger zu hieven. Foto: Naumann
Ein nicht alltäglicher Einblick ins „Innenleben“ des einstigen Kampfjets, dessen Heckteil entfernt wurde.
Ein nicht alltäglicher Einblick ins „Innenleben“ des einstigen Kampfjets, dessen Heckteil entfernt wurde. Foto: Naumann

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