PFAFFENDORF

„Steht auf für Gerechtigkeit“

Beharrlich: Im Lukasevangelium findet sich die Geschichte von der Witwe (Liselotte Fertinger), die beharrlich ihr Recht beim zuständigen Richter (Claudia Jakob) einfordert. Die dargestellte Mauer symbolisiert die Schwierigkeit, den Weg zur Gerechtigkeit zu finden. Die Mauer bilden (von links) Laura Jakob, Ines Tuch, Luisa Teufel, Clarissa Eckl, Marianne Vollert-Holzheid, Irmgard Beck und Elisabeth Endreß. Foto: Jens Fertinger

Das ökumenische Vorbereitungstreffen von Frauen aus den Dekanaten Haßfurt, Ebern und Rügheim zum Weltgebetstag (WGT) ging im Jugendhilfezentrum Dominikus Savio in Pfaffendorf über die Bühne.

In den Monaten zuvor hatte sich ein Team aus Frauen (Charlotte Seitz, Elfriede Schneider, Angela Eckert, Rosemarie Endreß, Liselotte Fertinger, Doris Geuß, Adelheid Karg) auf diesen Nachmittag vorbereitet, um bei dem Treffen dann die Geschichte und die Schönheiten des Landes Malaysia sowie die dortige Gottesdienstordnung den Anwesenden vorstellen zu können.

Gleich zu Beginn erhielten die Teilnehmerinnen die entsprechenden Unterlagen, so zum Beispiel die farbige Postkarte mit dem Titelbild, das die inzwischen verstorbene einheimische Künstlerin Hanna Cheriyan Varghese entworfen hat. Für die musikalische Unterstützung sorgte der extra für diesen Nachmittag von Gabriele Elflein ins Leben gerufene Chor mit Sängerinnen aus Altenstein und Hafenpreppach. Als Referentin hatte man Antje Camphausen gewonnen, die zwei Jahre lang in Malaysia verbracht hat und damit „aus erster Hand“ berichten konnte.

Voll besetzter Saal

Der von einem Helferkreis unter der Leitung von Gudrun Schug vorbereitete Saal war trotz des misslichen Wetters bis auf den letzten Platz besetzt, was die ungebrochen hohe Anziehungskraft dieser ökumenischen Veranstaltung beweist. Den Willkommensgruß sprachen: im Namen des Vorbereitungsteams, Elfriede Schneider, Charlotte Seitz im Auftrag von Dekan Jürgen Blechschmidt und Pater Richard Brütting in Vertretung des Rektors des Jugendhilfezentrums.

Die traditionelle Landesvorstellung leitete Rosemarie Endreß überblickartig ein, ehe Antje Camphausen mit ihrem Referat Facetten vertiefte. Bei der Referentin handelt es sich um eine gebürtige Ebernerin, die derzeit in Würzburg lebt und im Zuge der Entwicklungshilfe einige Jahre in Malaysia vor Ort gewesen war. Zurzeit wirkt die Referentin bei einem Projekt mit, bei dem es darum geht, persönliche Auslandserfahrungen den Kindern und Jugendlichen in den Schulen näherzubringen.

Schwerpunktmäßig berichtete sie zunächst von der gigantischen Artenvielfalt, welche die Natur dieses Landes prägt. Sie verschwieg aber auch nicht den steten Waldverlust, der durch Urbanisierung, Plantagenanbau und Holzverarbeitung hervorgerufen wird. Gerade diese Problematik war ein Teil ihrer Aufgabe in Malaysia, wo Camphausen beratend tätig war. So machte sie sich in diesem Land für nachhaltige Forstwirtschaft stark.

Das Landeswappen trägt die Aufschrift „Einigkeit ist Stärke“ und bezieht sich insbesondere auf die Bevölkerungsvielfalt in Malaysia, wo Malaien, Chinesen und Inder die Hauptanteile der Bürgerschaft stellen. Die Buntheit der Rassen findet ihren Niederschlag neben der Sprachenvielfalt natürlich auch in der Verschiedenartigkeit der Religionen und Kultur, im Parteiensystem und in der Wirtschaft.

Vornehmlich im Bezug auf den Weltgebetstag hatte die Referentin auf die Rechte und die Situation der Frauen hingewiesen. Hier erwähnte sie insbesondere die Lage der „Arbeitsimmigrantinnen in privaten Haushalten“. Gemeint sind Hausangestellte, die keinen Schutz durch die Arbeitsgesetze bekommen. Hier ist auch die Organisation „Tenaganita“ (auf Deutsch: Frauenstärke) aktiv, die im Jahre 1991 von Irene Fernandez gegründet wurde und Rechtsberatung und –hilfe sowie Aufklärungsarbeit für Frauen, Migrantinnen und Flüchtlinge anbietet.

Bessere Bildung vonnöten

Obwohl in Malaysia generell ein traditionelles Frauenverständnis vorherrscht, bemühen sich die Betroffenen zunehmend um bessere Bildung. Und obwohl etwa die Hälfte der Frauen berufstätig ist, findet sich nur eine geringe Präsenz in höheren Positionen.

Während der Kaffeepause hatten die Teilnehmerinnen Gelegenheit, die Produkte des Eberner „Weltladens“ zu erkunden oder dem ökumenischen Tisch von „Bibelwelten“ beziehungsweise dem Stand mit den Kerzen einen Besuch abzustatten, dessen Erlös den Straßenkindern von Codó (Brasilien) zu Gute kommt. Es bestand außerdem die Möglichkeit, sich in die Petition einzutragen, die fordert, dass menschenwürdige Zustände für Frauen und Mädchen geschaffen werden, die in Malaysia als Hausangestellte arbeiten.

Im zweiten Teil ging es im Wesentlichen um die Gebetstagsordnung. Unter anderem setzten Teilnehmerinnen dabei das Titelbild „Steht auf für Gerechtigkeit“ eindrucksvoll in Szene und hauchten der Lesung von der hartnäckigen Witwe aus dem Lukasevangelium Leben ein.

Die Kollekte – von Elfriede Schneider eindrucksvoll als „Hausangestellte“ beworben – brachte 320 Euro. Diese werden der Organisation „Tenaganita“ zu Gute kommen.

Ruf nach Gerechtigkeit: Wie man das Titelbild zum diesjährigen Weltgebetstagsmotto „Steht auf für Gerechtigkeit“ eindrucksvoll in Szene setzen kann, zeigte diese Gruppe mit Clarissa Eckl, Luisa Teufel, Marianne Vollert-Holzheid und Ines Tuch (kniend).

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