ZEIL

Straßen, Baugebiete und Schulden

Neben dem Hallenbad gab es weitere Themen, die Bürgermeister Thomas Stadelmann bei der Bürgerversammlung ansprach.

Die Einwohnerzahl in der Fachwerkstadt halte sich mit rund 5600 zum Jahresende 2017 stabil. Jährlich gebe es etwa 700 Zu- und Wegzüge, erklärte Stadelmann. Weil die Gewerbesteuereinnahmen aufgrund des Wegfalls von Großbetrieben in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen ist, müsse die Stadt genau überlegen, welche Maßnahmen vordringlich sind. „Zu Tode sparen wollen wir uns nicht“, betonte der Bürgermeister. Es gab zwar angesichts einer Schlüsselzuweisung von einer Million Euro außer der Reihe einen Geldsegen für Zeil, aber effektiv könne die Stadt davon nur über ein Zehntel frei verfügen. Die restlichen 900 000 Euro waren zweckgebunden für die Schuldentilgung in Sachen Gewerbegebiet Gröbera II.

Aber Stadelmann sieht Zeil auf einem guten Weg. Seit Jahren führe die Stadt regelmäßig geplante Darlehenstilgungen ab und habe sich verpflichtet, keine neuen Verbindlichkeiten einzugehen. Im Jahr 2021 werden dann wegen der sinkenden Zinsbelastung rund 200 000 Euro im Jahr mehr zur Verfügung stehen. Momentan beträgt der Gesamtschuldenstand 6,7 Millionen Euro und wird sich bei planmäßiger Tilgung zum Jahresende 2021 auf 4,7 Millionen Euro reduzieren.

Die großen Investitionen im laufenden Jahr werden die Erweiterung des evangelischen Kindergartens (600 000 Euro), der zweite Bauabschnitt bei der Sanierung der Fenster der Mittelschule (255 000 Euro) sowie die Kanal- und Straßensanierung (insgesamt 190 000 Euro) sein.

Gut angenommen wurde laut Stadelmann das neue Baugebiet im Stadtteil Krum. Hier seien von 16 Bauplätzen nur noch zwei frei. Für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED in der Ortsdurchfahrt seien Kosten von 70 000 Euro angefallen, die aufgrund des zu erwartenden neuen Gesetzes zu den Straßenausbaubeiträgen (Strabs) jedoch nicht an die Bürger weitergegeben werden. Das gelte auch für weitere Bauabschnitte in Sachen LED.

Für 2019 steht der Ausbau der Sander Straße von der Sparkasse bis zur Ampel an. Da es eine Kreisstraße ist, muss Zeil nicht dafür zahlen, aber wenn schon Arbeiten im Gange sind, „werden wir notwendige Kanalbaumaßnahmen gleich mitmachen“, erklärte Stadelmann. An der zukünftigen Verkehrsführung werde sich nach dem Ausbau wohl kaum was verändern.

„Zu Tode sparen wollen wir uns nicht.“
Thomas Stadelmann, Bürgermeister

Die „Zuckerstraße“, also die Umgehung von der Ampel bis zum Autobahnzubringer, wird die Stadt Zeil wahrscheinlich 2020 oder 2021 sanieren. Die Strecke soll auch verbreitert und begradigt werden, so dass sie anschließend zusammen mit dem anderen Teilstück von der Ampel bis nach Ziegelanger an den Freistaat übergeben werden kann, der dann auch die Baulast für die Ziegelangerer Brücke tragen wird. Die Umgehung wird zur Staatsstraße aufgewertet. Im Gegenzug übernimmt die Stadt die Ortsdurchfahrt durch Zeil.

Was kommt in das Gewerbegebiet Gröbera II? Auf diese Frage erhofften sich die Bürger eine Antwort vom Bürgermeister. Dieser konnte aber nur bestätigen, dass Gespräche laufen. Konkret sei noch nichts ausgehandelt worden. „Bis Ende dieses Jahres wird dort aber auf jeden Fall etwas passieren“, versprach Stadelmann und betonte gleichzeitig, dass auch die Familie Meyer, die den Edeka-Markt betreibt, mit am Tisch sitze und über die Entwicklung informiert werde. Stadelmann widersprach Gerüchten, dass mit der Ansiedlung neuer Geschäfte der Edeka-Markt kaputtgemacht werden soll. Georg Brecht fragte, wie hoch die Belastung für die Stadt sei, wenn Grundstücke nicht oder erst sehr spät verkauft werden können. Das sei marginal, antwortete Stadelmann.

Auch das Baugebiet Mittelsetz II war ein Thema. Ziel sei es, den Baubeginn für Frühjahr 2019 anzustreben, erklärte Stadelmann. Die 24 Bauplätze würden wohl schnell weggehen, zumal bei der Stadt insgesamt 73 Interessierte für einen Bauplatz vorgemerkt seien. Georg Brecht vermisste beim Bebauungsplan die Zulassung von Mehrfamilienhäusern. Seniorengerechte Eigentumswohnungen wären ihm lieber als die geplanten Einfamilienhäuser. Auch der Bürgermeister sah barrierefreies Wohnen als wichtiges Thema, das er auf gar keinen Fall wegschieben wolle. Für das Baugebiet Mittelsetz II hätten die Interessenten jedenfalls zu 95 Prozent nach Einfamilienhäusern gefragt. Ihm selbst sei außer dem Anliegen von Georg Brecht zur Zeit keine weitere Nachfrage für eine altersgerechte Eigentumswohnung bekannt, sagte Stadelmann. Bernd Czoske, ein Anwohner der Franz-Burger-Straße, sprach sich dafür aus, das neue Baugebiet auf keinen Fall mit dem alten zu verbinden. Den Stadtratsbeschluss, dass die Verbindung der Straßen zwar gebaut werden soll, diese aber mit Pfosten abgesperrt wird, begrüßte Czoske. Bürgermeister Stadelmann sagte, dass man mit den Absperrpfosten sehr flexibel sei, was die etwaige Nutzung der Verbindung angeht, aber es momentan bei dem Beschluss bleibe, diese nicht zu öffnen.

Zum Abschluss kündigte Stadelmann noch an, dass es dieses Jahr im Herbst auch Bürgerversammlungen in den Stadtteilen geben werde.

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