Kreis Haßberge

Straßenbau 2020: Teure Brücken, komplizierte Umleitungen

Zahlreiche Projekte stehen im Landkreis Haßberge im Straßenbau an. Einige davon stellen das Bauamt vor Herausforderungen, beispielsweise bei der Suche nach Umleitungen.
Werden beide Straßenseiten nacheinander saniert, dann entsteht eine Mittelnaht, die schnell wieder aufreißt. So wie hier auf der B26 auf Höhe Roßstadt. Um das künftig zu verhindern, wird eine Vollsperrung nötig sein. Foto: René Ruprecht

Im Jahr 2020 soll viel Geld in die Sanierung, den Bau und den Ausbau von Verkehrswegen im Landkreis Haßberge fließen. Mehr als 25 Millionen Euro verschlingen in diesem Jahr die Bundes- und Staatsstraßen im Kreis; deutlich mehr, als der Bund und der Freistaat in den vergangenen Jahren in die Straßen im Haßbergkreis investiert haben. Dazu kommen gut viereinhalb Millionen, die der Landkreis Haßberge für seine Kreisstraßen ausgibt.

Dass die Ausgaben für die Staatsstraßen in diesem Jahr so hoch sind, liegt vor allem an den teuren Arbeiten an den Mainbrücken, berichtet Manfred Rott, der beim staatlichen Bauamt Schweinfurt für die Straßen im Kreis Haßberge zuständig ist. Auch sonst stehen in diesem Jahr einige aufwändige Projekte an.

Erst aufpoliert, dann abgestuft

Eines davon ist die Instandsetzung der B 26 zwischen Eltmann und der Landkreisgrenze. Andere Teile der Bundesstraße wurden bereits in den vergangenen Jahren zur Staatsstraße herabgestuft. Hintergrund ist, dass Landstraßen, die parallel zu einer Autobahn verlaufen, nicht mehr den Status einer Bundesstraße haben dürfen.

Im Rest des Landkreises wurde die B 26 schon im Jahr 2016 zur St 2447 herabgestuft und damit aus der Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland an den Freistaat Bayern übergeben. Bald – voraussichtlich zum Jahreswechsel 2020/21 – soll nun auch der letzte Abschnitt der parallel zur Maintalautobahn A 70 laufenden Landstraße folgen, der von Eltmann Richtung Osten führt. Zur Übergabe soll sich die Straße allerdings in einem Top-Zustand befinden, deswegen wird sie in diesem Jahr noch einmal hergerichtet.

"Das müssen wir abschnittsweise machen, sonst würde man die Verkehrsführung abschneiden", sagt Manfred Rott. Das Straßenbauamt will vermeiden, dass die Straße Mittelnähte bekommt. Diese entstehen, wenn erst die eine Straßenseite saniert wird und später die andere. Denn Nähte in der Straße sind oft der Grund dafür, dass schnell neue Schäden in der Fahrbahndecke entstehen. Das bedeutet allerdings, dass die B 26 jeweils in dem Bereich, an dem gearbeitet wird, auf ganzer Breite gesperrt werden muss und auch nicht mehr einspurig befahrbar ist.

Auch ein Problem für die Rettungsdienste

Das macht gerade die Arbeiten an dieser Straßenabschnitt so schwierig, denn Straßen, über die eine Umleitung laufen könnte, gibt es in vielen Bereichen nicht, oder sie würden zumindest einen sehr großen Umweg bedeuten. Dazu kommt, dass manche Umleitungen über die Autobahn führen würden, die gar nicht jedes Fahrzeug befahren darf.

"Auch Rettungsdienste müssen hinkommen. Die Zeit spielt da eine enorme Rolle", sagt Manfred Rott. Deswegen seien nun Gespräche mit der Stadt Eltmann, der Verkehrsbehörde, den Buslinien und den Rettungsdiensten geplant, um einen Kompromiss zu finden, wie genau die Abschnitte der Instandsetzung aussehen sollen und wann die Arbeiten stattfinden könnten. Wahrscheinlich werde es auf die Ferienzeit hinauslaufen, meint Rott, am ehesten kommen die Pfingst- oder Sommerferien in Frage.

Brücken als besondere Herausforderung

Hohe Kosten verursachen vor allem die beiden Mainbrücken bei Haßfurt und Horhausen. In Haßfurt seien die Arbeiten "in den Endzügen" berichtet Rott, hier wird derzeit die Flutbrücke teilerneuert. Für die Umleitung hat das Bauamt hier eine clevere Lösung gefunden: Der Verkehr fließt über eine extra dafür gebaute Behelfsstraße neben der Brücke. Wenn allerdings in einigen Jahren die Arbeiten an der Flussbrücke anstehen, die sich zwischen der Flutbrücke und der Haßfurter Ortseinfahrt über den Main spannt, wird es nicht ganz so einfach gehen.

Die Flutbrücke bei Haßfurt wird derzeit saniert. Foto: Jochen Reitwiesner

Die gleiche Schwierigkeit dürfte sich voraussichtlich 2022 beim Neubau der Mainbrücke bei Horhausen ergeben. Dann soll der Neubau, der vorerst neben der alten Brücke gebaut wird, fertig sein, so dass die Arbeiter die alte Brücke abreißen und die neue an ihren Platz schieben können. Das wird wohl nicht ohne eine mehrwöchige Straßensperrung zu machen sein. Bis dahin sollen die Arbeiten allerdings "unter Aufrechterhaltung des Verkehrs" stattfinden.

Die Strecke mit dem höchsten Unfallrisiko

Eine weitere größere Maßnahme betrifft die Straße von Oberhohenried nach Königsberg. Diese ist nach Angaben von Manfred Rott die Straße im Landkreis, auf der die meisten Unfälle passieren. Daher soll sie nicht nur erneuert, sondern auch teilweise verlegt und dadurch begradigt werden, um das Unfallrisiko zu senken. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Mai.

Ein paar Projekte tauchen noch in der Liste für den Straßenbau 2020 auf, sind aber praktisch schon abgeschlossen. Hier nennt Manfred Rott die Arbeiten an den Ortsdurchfahrten von Maroldsweisach und Stettfeld sowie an den Staatstraßen von Schindelsee nach Dankenfeld, von Falsbrunn nach Prölsdorf und südlich von Untersteinbach.

Ein Projekt, das zwar schon ausgeschrieben ist, aber erst 2021 umgesetzt werden soll, betrifft den Geh- und Radweg, der zwischen Goßmannsdorf und Ibind entstehen soll. Hier will das staatliche Bauamt warten, bis eine andere Maßnahme abgeschlossen ist, nämlich die Freistrecke von der B 303 bis nach Ibind. Für diese ist nicht das staatliche Bauamt zuständig, denn es handelt sich um eine Kreisstraße, um die sich die Tiefbauverwaltung des Landkreises Haßberge kümmert. Dass Manfred Rott mit dem Radweg warten möchte, bis die Arbeiten an der Kreisstraße abgeschlossen sind, liegt daran, dass es sonst nicht möglich wäre, den Verkehr ohne unverhältnismäßig großen Umweg umzuleiten.

Auch das Wetter muss mitspielen

Bei zwei Projekten ist der Grunderwerb noch nicht abgeschlossen, nämlich beim Bau eines Gehwegs an der Dippacher Ortsdurchfahrt und beim Ausbau der Bundesstraße zwischen Voccawind und Todtenweisach, wo noch naturschutzrechtliche Genehmigungen ausstehen.

Da die Dippacher Ortsdurchfahrt eine Kreisstraße ist, ist hier die Tiefbauverwaltung des Landkreises zuständig. Deren Leiter Alfons Schanz berichtet, es sei noch nicht klar, ob dieses Projekt noch 2020 umgesetzt werden kann, da es bisher noch keine Förderzusage gibt. Auf die Frage, wann mit den Arbeiten an den verschiedenen Projekten begonnen wird, entgegnet Schanz, dass sich das oft schlecht sagen lasse: "Das hängt auch vom Wetter ab."

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