LANDKREIS HAßBERGE/ZEIL

Sudetendeutsche spüren deutlichen Rückgang der Mitgliederzahl

Kleiner Kreis: Von den über 50 zu ehrenden Mitgliedern waren nur wenige anwesend. Im Bild (von links) stellvertretender Kreisobmann Hans Reuscher, Herbert Lang, Brunhilde Steiner, Georg Wild, Helga Pokoj-Müller, Oskar Franz Weis, Ilse Suske und Kreisobmann Karl-Heinz Schübert.FOTO: Wolfgang Ortloff

Der Vorstand der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) im Kreis Haßberge ist bei den Neuwahlen kaum verändert worden. Karl-Heinz Schübert (Zeil) bleibt Kreisobmann. Dieses Amt hat er seit sechs Jahren inne, als er den damals erkrankten und mittlerweile verstorbenen Hartwin Zecha abgelöst hatte. Der Stellvertreter heißt Hans Reuscher (Hofheim), Vermögensverwalter ist weiter Michael Kudlich (Ebern). Die Funktion des Schriftführers erfüllt ebenfalls Hans Reuscher. Den Kontakt zu der Presse hält Wolfgang Ortloff (Zeil). Als Kassenprüfer stellten sich Sigrun Reuscher (Hofheim) und Helga Pokoj-Müller (Ebern) zur Verfügung. Das Amt des Kulturwarts übernahm Karl-Heinz Schübert.

Der Wahl voraus gegangen war der Bericht des Kreisobmanns. Schüberts Rede enthielt mehrere Schwerpunkte: seine Teilnahme an überörtlichen Versammlungen in Bezirk und Land, die Vorbereitungen und Eröffnung der Dokumentationsräume „Treffpunkt Heimat“ im ehemaligen Fronhaus am Hexenturm, verschiedene Gast-Vorträge über das Thema „Vertreibung und Integration der Sudetendeutschen“ oder aber den Bericht über die Landesversammlung der Sudetendeutschen in München.

Schübert berichtete weiter, dass noch in diesem Jahr die Partnerschaft zwischen Zeil und der tschechischen Stadt Rymarov (einst Römerstadt) besiegelt werden soll. Die Verhandlungen laufen. Bislang bestand die Partnerschaft nur zum Heimatkreis Römerstadt, was manchmal verwechselt worden sei. „Liebe Landsleute, ich danke Ihnen für ihr Bekenntnis zur Heimat und Ihre Treue zur Landsmannschaft. Sie sind die Basis für unsere Arbeit für das Heimatrecht der Vertriebenen“, betonte der Kreisobmann.

Der frühere Zeiler Bürgermeister Christoph Winkler präsentierte den Versammlungsteilnehmern das Dokuzentrum der Sudetendeutschen im ehemaligen Fronhaus am Hexenturm. In seinem Vortrag ging er zurück auf die Jahre der Vertreibung der Sudetendeutschen, insbesondere denen aus dem Heimatkreis Römerstadt. Es waren etwa 1000 Heimatvertriebene, die Zeil damals aufnahm. Die Integration war begleitet vom Beginn der Römertstädter Wallfahrt zum Zeiler Käppele. Die Stadt Zeil habe 1972 die Patenschaft über die Heimatvertriebenen aus dem Heimatkreis Römerstadt/Altvater übernommen. Im Dokuzentrum wird auf neun Tafeln die Geschichte der Vertreibung bis heute nach Ende des Kalten Krieges in Verbindung mit Römerstadt und Zeil dokumentiert.

In einer umfangreichen Bibliothek kann das Wissen vertieft werden, begleitet durch zahlreiche gegenständlichen Exponaten aus der alten Heimat. Brunhilde Steiner, eine „Zeiler Römerstädterin“, überraschte in der Versammlung mit einem handgeschriebenen Singbüchlein mit dem Titel: „Lieder für die Römerstädter Jugend. An erster Stelle standen die mit Noten versehen die Strophen der Deutschen Messe von Franz Schubert.

Thematisiert wurde das Problem der schwindenden Mitgliederzahl. Im Kreis liegt sie aktuell bei 70. In manchen Ortsverbänden bewegen sich die Mitglieder unter zehn. Es liegt in der Natur der Sache, denn die Vertreibung ist nun fast 70 Jahre her. Eine Feierstunde, wie etwa in der Vorweihnachtszeit, sei kaum mehr möglich. Nur ein Kaffeekränzchen sei vielleicht noch drin.

Auch Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft standen an. Es waren aber nur wenige der betroffenen Mitglieder anwesend.

Ehrungen

15 Jahre Mitgliedschaft: Irmtraud Neubert, Olga Jakowetz, Ilse Suske,

20 Jahre: Marie Kaindl, Margarete Stmisko. 25 Jahre: Helga Pokoj-Müller, Renate Steigerwald, Sylvia Stix, Karl Storka. 30 Jahre: Josefine Krompaß, Engelbert Schröpfer, Helmut Langer, Georg Wild. 35 Jahre: Erika Schamberger, Günther Huschka, Selma Frießlich, Zilli Stubenrauch, Hermann Pelzl, Magdalena Döllner. 40 Jahre: Rudi Klos, Herbert Kühnl, Rudolf Treml, Hildegard Einwag, Armin Dominka, Theresia Wolfschmiidt. 45 Jahre: Ilse Dietz, Anna Sieler, Günther Schnabel, Alois Hofinann, Agnes Glock, Dagmar Gottschall. 50 Jahre: Paul Jackl, Luise Wagner, Rudolf Dominka, Oskar Franz Weis, Helene Wirth, Johann Skorepa, Herbert Lang, Josef Vater, Rita Brünnler, Walter Brünnler. 55 Jahre: Brunhilde Steiner, Maria Coufal, Gertrud Oberndörfer, Christa Riedl, Alfred Mautner, Gertrud Karl, Eise Höhn-Schüssler. 60 Jahre: Maria Nagl, Otto Janko, Harald Pschenitschka.

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