MECHENRIED

Sulfatbelastung in den drei Brunnen ist sehr hoch

Das Thema der hohen Sulfatbelastung im Trinkwasser des Wasserzweckverbands (WZV) „Kleinmünsterer Gruppe“ beschäftigte die Verbandsräte aus Riedbach und Holzhausen zu Beginn ihrer jüngsten Sitzung intensiv. Wie schon vor zwei Jahren.

Mit Werten von 400 bis 600 Milligramm pro Liter (mg/l) bei Brunnen-III und bei den beiden anderen Brunnen mit deutlich über den Grenzwert von 250 mg/l und rund 45 Härtegrade, ist der Sulfatwert aufgrund des geologischen Untergrundes sehr hoch.

Auf der anderen Seite liegt die Nitratbelastung durch die Landwirtschaft weit unter dem Grenzwert und macht keine Probleme. Das Wassereinzugsgebiet liegt zum größten Teil im Bereich des Universitätswaldes bei Kleinmünster.

Die als Reservebrunnen ins Auge gefasste Probebohrung 5.3 aus dem Jahr 1992 hat einen Sulfatanteil von nur 40 bis 70 mg/l bei 23 Härtegraden. Der Ausbau dieser Probebohrung als Brunnen IV würde dem Zweckverband eine mittlere bis hohe sechsstellige Summe kosten.

Vierter Brunnen zu teuer

Ohne ein staatliches Förderprogramm könne der Wasserzweckverband aufgrund seiner beschränkten Finanzlage den Brunnenausbau momentan und in nächster Zukunft nicht stemmen, hieß es.

Auch die in die Diskussion gebrachte Umkehrosmoseanlage zur Wasserenthärtung kostet fast eine halbe Million und hat neben dem hohen Wasserverbrauch von 30 Prozent des geförderten Trinkwassers bei der Rückspülung der Anlage jährliche Betriebskosten von mindestens 22 000 Euro.

Es sind kostengünstige Alternativen zur quantitativen und qualitativen Wasserverbesserung für die nächste Zukunft und keine Schnellschüsse gefragt, so die mehrheitliche Meinung im Gremium. Zu diesem Problem hatte Verbandsvorsitzender Bernd Fischer nun Klaus Strätz, einen Experten für Wasseraufbereitungsanlagen (Firma EnWat) aus Stettfeld, zur Sitzung eingeladen. Seine Firma entwickelt auch Anlagenkonzepte für die Wasseraufbereitung der Getränkeindustrie (Brauereien) und bietet auch bei Trinkwasserversorgern maßgeschneiderte Anlagen für jede Aufgabenstellung.

Seiner Meinung nach würde für den Wasserzweckverband eine Wasseraufbereitungsanlage mit Hilfe eines Elektrischen-Deionisations-Sytem (EDS) in Frage kommen.

An Schaubildern erklärte Strätz den Verbandsräten den technischen Ablauf und die Wirkungsweise des Verfahrens. Es funktioniere und könnte auch die 45 Härtegrade auf bis zu unter 15 bis zehn Grad reduzieren. Vorteilhaft sei ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlage ohne Chemieeinsatz. Der Verbrauch an Rückspülwasser macht nur zehn Prozent der Wassermenge im Vergleich zur Osmoseanlage (30 Prozent) aus.

In der benötigten Größenordnung der Anlage für 600 Haushalte („zwei Tische groß“) würde die Aufbereitungsanlage im Wasserpumpenhaus des Zweckverbands ohne aufwendige Umbauarbeiten problemlos zu installieren sein.

Strätz machte das Angebot, diese Anlage als Pilotprojekt zu installieren und für einige Wochen im Probebetrieb zu fahren. Dafür gebe es sogar staatliche Fördergelder. Nach dem Probebetrieb könne man hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und Energiekosten genauere Werte erfahren.

Dem Vorschlag wurde von den Zweckverbandsräten abschließend zugestimmt.

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