HASSFURT

Trainer, Coach, Tröster und Psychologen

Mit Pia Rückert und Achim Engelking stellten die Schulräte Ulrike Brech und Jürgen Eusemann am Schulamt zwei neue Seminarrektoren für den Landkreis Haßberge vor.
Zwei neue Seminarrektoren traten im Landkreis ihren Posten an. Im Bild (von links): Die Schulräte Ulrike Brech und Jürgen Eusemann, die neuen Seminarrektoren Pia Rückert und Achim Engelking sowie der bisherige Seminarrektor Stephan Bauer (zukünftiger Rektor an der Albrecht-Dürer-Volksschule).
Zwei neue Seminarrektoren traten im Landkreis ihren Posten an. Im Bild (von links): Die Schulräte Ulrike Brech und Jürgen Eusemann, die neuen Seminarrektoren Pia Rückert und Achim Engelking sowie der bisherige Seminarrektor Stephan Bauer (zukünftiger Rektor an der Albrecht-Dürer-Volksschule). Foto: FOTO German Schneider

Witze aus früheren Zeiten über eine Visite des Schulrats in der Dorfschule gibt es genügend. Doch Dorfschulen gibt es schon seit Jahrzehnten nicht mehr, und auch der Schulratsbesuch in einer Klasse ist selten geworden. Dafür sind nunmehr Spezialisten gefordert, die regelmäßig und gründlich die Lehramtsanwärter bei ihrem Einstieg in die Praxis unterstützen, leiten und letztlich auch bewerten.

Gefürchtet sind sie bei den Neueinsteigern nicht, schließlich stellen sie heute vielmehr den Trainer, Coach, manchmal aber auch den Beichtvater, Tröster oder den Psychologen dar. Im Schulbezirk gibt es eine Seminarrektorin für die Grundschule und einen Seminarrektor für die Hauptschule, die in diesem Schuljahr ihr Amt neu antraten.

Durch die Veränderung ihres Wohnsitzes schied Roswitha Bolvansky aus ihrem Amt (Grundschule) aus, und Stephan Bauer (Hauptschule) übernahm die Leitung der Albrecht-Dürer-Hauptschule. Mit Pia Rückert und Achim Engelking wurden die Posten neu besetzt.

Ganz losgelöst vom Unterricht sind die Seminarrektoren jedoch nicht. Mit einigen Wochenstunden Unterricht halten sie den Kontakt zur Praxis aufrecht.

Doch welche Aufgabe hat nun ein Seminarrektor? Zwei Jahre ist er Ansprechpartner für die Lehramtsanwärter des Schulbezirkes. Derzeit sind es zwölf Anwärterinnen und zwei Anwärter für das Lehramt an der Grundschule sowie 13 Anwärter – zehn Frauen und drei Männer – für die Hauptschule, die im Landkreis zwei Jahre lang betreut werden.

Ein Lehramtsanwärter ist im Schuldienst der jeweiligen Schule drei Tage als Lehrer tätig und drückt zwei Tage selbst die Schulbank. An diesen zwei Tagen übernehmen die Seminarrektoren die Aufgabe der Ausbildung, zu der neben fachdidaktischen Erziehungsaufgaben auch Schulrecht und die Analyse des gehaltenen Unterrichts gehören. An den restlichen drei Tagen besuchen sie den Unterricht ihrer Schützlinge.

Geändert hat sich viel in den vergangenen zehn Jahren. Vor allem wurde die Hauptschule zur Angebotsschule mit zahlreichen Richtungen. Nach dem zunächst freiwilligen zehnten Jahr folgten M-Züge zur Erlangung des Mittleren Abschlusses, Praxisklassen für Schüler mit Lerndefiziten sowie offene und geschlosse Ganztagsklassen. Außerdem zog die Jugendsozialarbeit an den Schulen ein.

Die Entwicklung ist längst noch nicht abgeschlossen, wie die Diskussionen um so genannte Gelenkklassen oder Kooperationen zwischen Haupt- und Realschulen beweisen. Für die Zukunft werden ambitionierte Lehrkräfte benötigt, die mit viel Herzblut an ihre Aufgabe herangehen. Unisono wiesen die Schulräte Ulrike Brech und Jürgen Eusemann beim Gespräch daraufhin, dass für viele Frauen das Lehramt der Traumberuf ist, in dem sie ihre Erfüllung suchen. Um dies noch weiter auszuprägen, ist der Seminarrektor auch ein Stück Motivator für den Lehrberuf. Erst nach der zweiten Staatsprüfung, die nach zwei Jahren absolviert wird und bei der Seminarrektoren die Lehramtsprobe mitbewerten, endet die Lehrzeit eines Lehrers.

Das Aufgabenfeld der Seminarrektoren umfasst auch die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Unterstellt sind sie übrigens der Regierung von Unterfranken, wobei sie natürlich mit dem Schulamtsbezirk eng zusammenarbeiten. Und wie wird man Seminarrektor? Die Voraussetzungen muss man sich als engagierter Lehrer selbst erarbeiten. Dann kann man sich für eine Stelle bewerben und auf seine Auswahl hoffen. Auch die beiden Schulräte Ulrike Brech und Jürgen Eusemann waren Seminarrektoren.

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