HOFHEIM

Tschernobyl: Wie Kinder den Super-GAU erleben

Der Eichelsdorfer Chor „La Musica“ besuchte die Tschernobyl-Ausstellung in der Hofheimer Jacob-Curio-Realschule und nahm anschließend bei einer Führung das Gebäude unter die Lupe.
Der Eichelsdorfer Chor „La Musica“ besuchte die Tschernobyl-Ausstellung in der Hofheimer Jacob-Curio-Realschule und nahm anschließend bei einer Führung das Gebäude unter die Lupe. Foto: Bianca Bergmann

Am 26. April 1986 passierte das bis dato Unvorstellbare. In Tschernobyl kam es zum Super-GAU, ein Ereignis, das bis heute das Schicksal unzähliger Menschen prägt. Erwin Koch aus Unfinden, der sich seit vielen Jahren mit dem von ihm gegründeten Verein „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ für die Betroffenen engagiert, hat Bilder von Kindern und Jugendlichen, welche die Katastrophe selbst miterlebt haben oder in dieses Katastrophengebiet hineingeboren wurden, für eine Ausstellung der Jacob-Curio-Realschule zur Verfügung gestellt.

Die am schlimmsten Leidtragenden waren die Arbeiter auf der Atomanlage und die Menschen in der Ukraine und Weißrussland, die direkt der Strahlung ausgesetzt waren. Für alle, Erwachsene und Kinder, war dies ein fürchterliches Erlebnis, weil sie das Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit verspürt haben, verbunden mit Entsetzen und starker Angst. Von einem Moment auf den anderen änderte sich ihr Leben komplett auf das Brutalste.

Die Kinder haben die traumatischen Bilder aus ihrer Perspektive gemalt. Es sind bedrückende Darstellungen. Oft ist das Warnzeichen für Radioaktivität zu erkennen und die Gesichter sind starr, voller Tränen, Wehmut und Trauer. Es gibt aber auch die anderen Bilder, Wunschbilder in den schönsten Farben, die wie ein Appell sind, dass so etwas nicht noch einmal geschehen darf.

Ausstellung steht im Fokus

Am Mittwochabend stand für Mitglieder des Chores La Musica aus Eichelsdorf keine Probe, sondern der Besuch der Ausstellung in der Jakob-Curio-Realschule auf dem Programm. Verbunden wurde das mit einer Besichtigung der Schule.

Es ist nicht feststellbar, wie viele Menschen an der Tschernobyl-Strahlung bisher gestorben sind, aber die Chormitglieder waren betroffen, als Schulleiter Stefan Wittmann erzählte, dass die Hälfte der jungen Künstler, welche die Bilder gemalt hatten, nicht mehr am Leben sei. Den Musikern aus Hofheim war es wichtig, die Aufmerksamkeit auf die Schicksale der Tschernobyl-Opfer zu lenken und ihre Mitmenschen für das Leid der Betroffenen zu sensibilisieren.

Im Anschluss an die Besichtigung der Ausstellung führten Schulleiter Wittmann und sein Stellvertreter Frank Ziegler die Gruppe durch das Gebäude und gaben einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten. Vor fast jeder Türe kamen Erinnerungen und Anekdoten ins Gedächtnis, da viele Chormitglieder vor langer Zeit selbst Schüler in diesem Hause waren.

Ernst Haßfurther, Vorsitzender des Chors La Musica, bedankte sich abschließend bei den beiden Schulleitern für die Einblicke in Ausstellung und Schulalltag.

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