HAßFURT

Überschüssiger Strom lässt sich speichern

Mit dieser Stellungnahme reagiert „Greenpeace Energy“ auf den Leserbrief von Claudia Scheuring, der unter dem Titel „Power to Gas-Anlage in Haßfurt - ein Faktencheck“ am 10. November erschienen ist.

Darin schreibt Nils Müller, der Vorstand von Greenpeace Energy: Der Charme und der Sinn der Haßfurter Power to Gas-Anlage besteht darin, den teils in erheblichen Mengen anfallenden überschüssigen Strom aus dem Windpark Sailershäuser Wald und anderen Wind- und Solarenergieanlagen im lokalen Netz per Elektrolyse in Wasserstoff umzuwandeln. „Überschüssiger Strom“ ist dabei der zentrale Begriff: Denn bei Stromüberschüssen, die das Netz nicht aufnehmen kann, werden die Windkraft- und Solarenergieanlagen abgeschaltet. Die Betreiber enthalten dann weiter ihre EEG-Vergütung. Der Strom wird also bezahlt, aber nicht benutzt.

Mit Hilfe von Elektrolyseuren kann sonst überschüssiger Strom in Form von erneuerbarem Wasserstoff im Gasnetz eingespeichert werden, anders als von Frau Scheuring behauptet. Ein geniales Prinzip: Die Speicherkapazität für erneuerbaren Wasserstoff und erneuerbares Methan im Gasnetz ist so groß, dass eine sichere Energieversorgung auch dann möglich wäre, wenn einmal für bis zu drei Monate Windstille herrschen würde oder die Sonne hinter den Wolken verschwände. Das schaffen weder Batterien noch Pumpspeicher.

Nur Power to Gas, auch Windgas genannt, kann in einem erneuerbaren Energiesystem eine solche Versorgungssicherheit gewährleisten, wie diverse Studien belegen.

Nun wird auch in Haßfurt mit überschüssigem Strom erneuerbarer Wasserstoff für die fast 15 000 proWindgas-Kunden von Greenpeace Energy produziert. Dafür zahlen wir einen Preis, der den Betrieb des Elektrolyseurs wirtschaftlich macht. Die Investition der Städtischen Betriebe Haßfurt rechnet sich nicht nur – sie bringt zudem weiteren Nutzen, wie zum Beispiel durch die innovative Technik zur Netzstabilisierung und den Beitrag zur Absenkung von CO2-Emissionen.

Die Technologie bei Elektrolyse und Methanisierung wird sich zügig verbessern, sobald die Anlagen in größeren Serien gebaut werden, statt als Einzelanfertigungen, wie in diesem frühen Stadium der Technik. Zugleich steigen die Wirkungsgrade. Die Preise für Wasserstoff und Methan wie für den daraus erzeugten Strom wiederum werden drastisch sinken. So sehr, belegen Studien, dass ein deutsches Stromsystem mit Power to Gas in Zukunft um Milliarden Euro pro Jahr günstiger wird als eines ohne. Und dies bei gleicher Versorgungssicherheit für Privathaushalte und die Wirtschaft – und ohne jegliche Klimaschäden.

Diese Einsicht setzt sich nun langsam auch in der Politik durch. Nicht zuletzt dank des Stadtwerks Haßfurt, das die Praxistauglichkeit eines wichtigen Bausteins für den Erfolg der Energiewende unter den realen Bedingungen eines kommunalen Versorgers nachweist. Darauf kann Haßfurt zu Recht stolz sein!

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