HOFHEIM

Udo Weisheit war immer um „sein“ Hofheim bemüht

Udo Weisheit war weit über seine Heimatstadt Hofheim hinaus bekannt. Der beliebte Geschäftsmann, Unterstützer von Vereinen und Kommunalpolitiker ist im Alter von 83 Jahren verstorben.
Udo Weisheit ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
Udo Weisheit ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Foto: Gudrun Klopf

Es ist schon etliche Jahre her. Ein trüber, kalter Abend, bis Weihnachten sind es nur noch wenige Wochen. Am Hofheimer Marktplatz ist ein Mann unterwegs, mit Elan, kurz hält er und sagt: „Ich suche noch nen Nikolaus für den Weihnachtsmarkt. Wir müssen den Leuten doch was bieten.“ Es war der Werbering-Vorsitzende Udo Weisheit. Und es war eine Situation, wie ihn so viele weit über Hofheim hinaus kannten: rührig und immer um „sein“ Hofheim bemüht. Am Donnerstag ist Udo Weisheit im Alter von 83 Jahren, kurz nach seinem Geburtstag, gestorben.

„Er war nicht nur ein Einzelhändler mit Leib und Seele, sondern hat sich zugleich immer auch für die Gemeinschaft eingesetzt. Für die Stadt hat er extrem viel bewegt“ – wie Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst im Gespräch mit der Redaktion erklärt, so dürften sich viele an Udo Weisheit erinnern. Und ähnlich drückt es Marinus Leicht, der Vorsitzende des Hofheimer Werberings, aus: „Er war ein motivierender Mensch. Ein Motor für die Geschäftswelt.“

Sich kümmern müssen, das lernte Udo Weisheit bereits in jungen Jahren. Schon früh hatte er, in Hofheim geboren und dort aufgewachsen, Verantwortung übernehmen müssen, nachdem er seinen Vater im Alter von fünf Jahren verloren hatte. Seine Mutter Josefine gründete 1924 in der Hauptstraße ein kleines Schuhgeschäft. Udo Weisheit besuchte deshalb die Handelsschule in Würzburg und übernahm nach dem Tod der Mutter im Alter von nur 18 Jahren das Geschäft. Dazu musste er eigens vorzeitig für volljährig erklärt werden. 1957 heiratete er Maria Klarmann aus Happertshausen.

1961 erblickte Tochter Sonja das Licht der Welt, 1964 folgte Sohn Michael. Seine beiden Kinder, die Enkel und Urenkel waren für ihn immer sein ganz besonderer Stolz.

Beeindruckendes Lebenswerk

Stetig wuchs das Unternehmen an und wurde schließlich im Jahr 1978 zum Sportfachgeschäft vergrößert. 1980 wurde das Sortiment um Damen- und Herrenmode erweitert. Die „Sport-, Schuh- und Modewelt Weisheit“ entwickelte sich zum Einkaufsmagneten mit insgesamt 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche. „Mit einem kleinen Geschäft fingen wir an und dann haben wir das ganze Leben lang gebaut“, hatte Udo Weisheit einmal auf sein Lebenswerk zurückgeblickt. Udo Weisheit nahm sich stets auch Zeit für das Vereinsleben. Ob Feuerwehr, Turnverein, Schützenverein, HCC, Sportverein oder Haßbergverein – viele Jahre wirkte Weisheit in zahlreichen Vereinen aktiv mit. Zwei Perioden als Stadtrat, jahrzehntelang Chef des Hofheimer Werberinges, Mitglied im Arbeitskreis Stadtentwicklung – stets lag Udo Weisheit die Entwicklung von Hofheim am Herzen.

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Erinnerungen an Udo Weisheit

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Doch trotz ausgefüllten Arbeitsalltags und öffentlichen Engagements fanden Udo Weisheit und seine Frau Maria stets Zeit für Familie und Freunde. Allesamt waren die Weisheits begeisterte Skifahrer. Was Udo Weisheit neben seiner Tätigkeit als Geschäftsmann, aber ebenso auszeichnete: sein Sinn für die Gemeinschaft, so Bürgermeister Borst. Auch wenn er in den vergangenen Jahren durch seine Krankheit beeinträchtigt gewesen sei, bleibe die Tatsache, dass er sich nicht nur über Jahrzehnte aktiv für Hofheim einsetzte, sondern immer auch positiv nach vorne geblickt habe. „Für sein Hofheim war er 24 Stunden am Tag unterwegs.“

Und dem Werbering-Vorsitzenden Marinus Leicht wird Udo Weisheit in Erinnerung bleiben, als ein Mensch, der sich stets mit ganzer Kraft in allem, was er tat, eingesetzt hatte.

Die Beisetzung von Udo Weisheit findet am Donnerstag, 28. Februar, statt. Um 14.30 Uhr ist das Requiem in der Hofheimer Stadtpfarrkirche, anschließend erfolgt die Urnenbeisetzung auf dem Hofheimer Friedhof.

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