WONFURT

Umbau bei Loacker macht Fortschritte

Einhausung: Der Loacker-Betrieb in Wonfurt wird derzeit so umgebaut, dass so gut wie kein Giftstaub mehr entweichen kann.
Einhausung: Der Loacker-Betrieb in Wonfurt wird derzeit so umgebaut, dass so gut wie kein Giftstaub mehr entweichen kann. Foto: Lieselotte Vogt

Das Unternehmen Loacker Recycling in Wonfurt installiert einen Schmelzofen für Kupfergranulat. Dies war während der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Wonfurt“ bekannt geworden. Wie BI-Sprecher Peter Werner erklärt, erhebt die BI keine Einwände dagegen. Loacker ist auf Bitten der BI hin bereit, einen nicht vorgeschriebenen Filter im Abluftkamin des Ofens anzubringen, um das mögliche Verbreiten von Schadstoffen zu minimieren.

Matthias Köhler, Niederlassungsleiter von Loacker, bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung das Aufstellen des Schmelzofens. In diesem stelle die Firma Proben des aus geschredderten Elektrokabeln stammenden Kupfergranulats her. Das Granulat ist mit einem Anteil von 99,4 bis 99,9 Kupfer fast sortenrein, und die Proben sollen diese Qualität dokumentieren.

Der Ofen hat laut Köhler die Größe eines Haushaltsbackofens. Die Firma brauchte für den Ofen keine Genehmigung. Wie im Rahmen des im Frühjahr beendeten Mediationsverfahrens vereinbart, habe das Unternehmen die BI dennoch über die Anschaffung informiert. Auch künftig werde Loacker solch kleine Veränderungen am Standort bekannt geben, um die während der Mediation aufgebaute Vertrauensbasis zur BI zu stärken, verspricht Köhler.

Während der Jahreshauptversammlung der BI ist laut Vorstandssprecher Werner deutlich geworden, dass sich das in den zurückliegenden Jahren zerrüttete Verhältnis zwischen BI und dem Recyclingunternehmen dank der Mediation grundlegend gewandelt hat. Jetzt spricht Werner von einer „sehr guten Zusammenarbeit“ mit der Firma und insbesondere mit deren Niederlassungsleiter in Wonfurt. Loacker verhalte sich in allen Belangen kooperativ, stellt Werner fest.

Mediation beendete Misstrauen

Dies war nach Bekanntwerden von Schadstoffbelastungen in der Umgebung von Loacker im Jahr 2011, für die der Betrieb verantwortlich gemacht wird, lange Zeit ganz anders gewesen. Allen weiteren Kritikern voran hatte die BI die Schließung des Betriebs, in dem Kabel- und Elektroschrott wiederverwertet wurde, gefordert. Erst das im vergangenen Jahr begonnene Mediationsverfahren unter Aufsicht des Verwaltungsgerichts Ansbach hatte zu einem zukunftsfähigen Kompromiss geführt, der vor allem eine komplette Einhausung aller Produktionsanlagen und den Einbau neuer Abluftfilter vorsieht.

Der Umbau des Betriebs ist, wie berichtet, nach Vorlage entsprechender Genehmigungen durch das Landratsamt Haßberge und dem Ablauf von Einspruchsfristen, die bis Ende Juli reichten, angelaufen. Niederlassungsleiter Köhler meint, dass die kalkulierte Baufrist bis Ende dieses Jahres nach Stand der Dinge noch eingehalten werden kann; zumindest das Gros der Arbeiten soll bis dahin abgeschlossen sein. Loacker bemühe sich auf jeden Fall, den Umbau schnellstmöglich abzuwickeln.

Laut BI-Sprecher Werner begleite die BI die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen weiter und hofft, bei deren fachliche Abnahme mit einem eigenen Gutachter vertreten zu sein. Diesen Wunsch richte die BI an Loacker. Auch darüber hinaus werde die BI ein wachsames Auge auf den Recyclingbetrieb haben, um sicherzustellen, dass keine Anwohner mehr gefährdet werden.

Lebenswertes Wonfurt

Deshalb haben die BI-Mitglieder während der Versammlung dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, sich weiter um Loacker zu kümmern und vorerst keine weiteren Aufgaben zu suchen. Doch, stellt Werner klar, solle dies nicht bedeuten, dass die BI in den kommenden Jahren nichts anderes machen wird. Das Ziel, sich für ein „lebenswertes Wonfurt“ einzusetzen, umfasse schließlich mehr, als nur eine Wächter-Funktion gegenüber der Firma Loacker zu haben.

Die Mitgliederzahl der BI ist laut deren Sprecher im zurückliegenden Jahr um circa 90 auf 520 gesunken. Werner ist davon nicht überrascht. Er führt dies auf die Erhöhung des Mitgliedsbeitrag von dem eher symbolischen 1 Euro auf 12 Euro zurück, die unter anderem notwendig gewesen war, um Gutachten im Streit mit Loacker zu bezahlen. Zudem hätten einige Mitglieder die BI nach der Einigung mit Loacker verlassen. „Die BI ist für Wonfurt dennoch weiter notwendig“, sagt Werner. Ohne sie wäre es am Loacker-Standort „sicherlich nicht zu solchen Fortschritten gekommen“.

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