HOFHEIM

Umbau der Kläranlage Hofheim: Weniger Geruchsbelästigung

Die Kläranlage in Hofheim soll auf Faulung umgestellt werden. Foto: Martin Schweiger

Um weitere Stadtteile, wie demnächst Rügheim, an die Kläranlage in Hofheim anschließen zu können, ist eine Kapazitätssteigerung der Kläranlage erforderlich. Der Stadtrat entschied sich daher in seiner Sitzung am Mittwoch für den Einbau einer Faulungsanlage, die neben der Kapazitätssteigerung auch weitere Vorteile bringt, wie Arne Nath von der Südwasser GmbH aus Erlangen dem Gremium erläuterte.

Geringere Kosten für Strom

So soll durch die Verfahrensumstellung auf Faulung der Stromverbrauch jährlich um 37 900 Euro reduziert werden (inklusive Rügheim), da auch gleichzeitig Eigenstrom erzeugt wird, der aus den bei dem Faulungsprozess entstehenden Methangas und Kohlendioxid erzeugt wird. Gleichzeitig reduzieren sich die Entsorgungskosten für den Klärschlamm, weil bei der Faulung am Ende weniger Schlamm übrig bleibt. Hier ergeben sich Einsparungen von jährlich 48 500 Euro (inklusive Rügheim), so Nath, der darauf verwies, dass die Preise für die Klärschlammentsorgung durch die neue Düngeverordnung und verschärfte Grenzwerte stark steigen und hier durch die Umstellung auf Faulung ein starkes Einsparpotenzial liege. Zudem entstehe durch die bessere Entwässerbarkeit weniger Filterkuchen. Auch könne die Abwärme für die Gebäudeheizung genutzt werden.

Weniger Geruchsbelästigung

Die Investitionskosten betragen für die Faulung inklusive Stromgewinnung über eine Mikrogasturbine, die Anpassung der Kläranlage, den Bau eines Faulturms, sowie kompletter Planung 1,33 Millionen Euro netto. Ein angenehmer Nebeneffekt, der vor allem die Anlieger der Kläranlage interessieren wird, ist, dass das Endprodukt, der verbleibende Klärschlamm, für weit weniger Geruchsbelästigung sorgt, als es bislang der Fall ist. Aktuell betragen die Betriebskosten der Kläranlage – ohne Personal, unter Berücksichtigung von Rügheim – 270 000 Euro im Jahr.

Für die Umsetzung schlug Nath zwei Varianten vor: In Variante 1 zahlt die Stadt Hofheim eine jährliche Pauschale in Höhe von 90 Prozent der prognostizierten Einsparungen für die Planung, Errichtung und Wartung der Faulung. Diese Pauschale wird jährlich um 0,75 Prozent erhöht wegen steigender Wartungskosten. Nach 15 Jahren geht die Faulung ins Eigentum der Stadt über, gegen eine Schlusszahlung in Höhe von 442 000 Euro. Bei dieser Variante betragen die Jahreskosten für Hofheim 261 000 Euro.

Zwei Varianten

Bei Variante 2 übernimmt die Firma Südwasser Betriebsführung und die Kläranlage inklusive Energie- und Schlammverwertung. Die Einsparungen durch die Faulung werden in der Betriebsführungspauschale berücksichtigt und durch Südwasser zur Finanzierung der Faulung verwendet. Die Betriebskostenpauschale beträgt hier 255 000 Euro jährlich. In diesem Fall sind die Einsparungen durch Südwasser zu realisieren und sicher zu stellen. Nach 15 Jahren geht die Faulung ins Eigentum der Stadt gegen eine Schlusszahlung in Höhe von 442 000 Euro über.

Kosten würden eventuell für die Bürger nur bei Variante 1 anfallen. Die Nutzungsdauer einer Faulungsanlage bezifferte Nath auf weit über 20 Jahre. Er kenne Anlagen, die schon 50 Jahre in Betrieb sind. Welche der beiden Varianten zum Zug kommt, wird die Stadtkämmerei zusammen mit der Firma Südwasser durchrechnen. Eine Entscheidung soll in der nächsten Stadtratssitzung fallen. Die Umbauarbeiten sollen im nächsten Jahr, bei laufendem Betrieb, stattfinden.

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