HASSFURT

Vertrauensbruch: Pfleger beklaut Patienten

Dreimal hat ein 52-jähriger Altenpfleger aus dem Landkreis einen Pflegebedürftigen aus dem Steigerwald im vergangenen Jahr bestohlen und dabei 390 Euro erbeutet. Dafür verurteilte ihn das Amtsgericht jetzt wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu 40 Euro (4800 Euro). Der Angeklagte pflegte sein Opfer bereits seit mehreren Jahren. Zwischen Mai und August des vergangenen Jahres griff er in den Geldbeutel des Rollstuhlfahrers, während er ihn in dessen Wohnung versorgte.

Angeklagter gesteht

Auf der Anklagebank räumte der Angeklagte, der ohne Anwalt erschienen war, die Vorwürfe ein. „Ich bereue es. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat. Ich war knapp bei Kasse“, gestand er kleinlaut vor Gericht. 50 Euro habe er zurückgezahlt. Seine Arbeitsstelle hat er trotzdem verloren, seine Arbeitgeberin kündigte ihm fristlos. Mittlerweile hat er eine neue Arbeitsstelle in München gefunden.

Der geschädigte Pflegebedürftige bekam das Geld vom ehemaligen Arbeitgeber des Angeklagten zurück. Die Ex-Chefin sagte vor Gericht, dass der Geschädigte ihr per Telefon mitgeteilt habe, dass immer wieder nach dem Besuch von Pflegepersonal Geld gefehlt habe. Drei Mitarbeiter seien verdächtigt worden. Als wieder Geld fehlte, nachdem der Angeklagte bei dem Geschädigten im Einsatz war, habe sie ihn zur Rede gestellt. Daraufhin gab er die Diebstähle zu. Der Angeklagte habe Alkoholprobleme gehabt. Bei anderen Klienten habe jedoch nie Geld gefehlt, sagte sie aus.

Besonders schwerer Fall

Der Staatsanwalt hielt dem Angeklagten seine bislang weiße Weste zugute. Dennoch liege ein „besonders schwerer Fall des Diebstahls“ vor, da der Angeklagte die Hilfsbedürftigkeit seines Opfers schamlos ausgenutzt habe. Zudem habe er das über Jahre aufgebaute Vertrauensverhältnis missbraucht. 390 Euro seien „ein Haufen Geld“ für den Empfänger einer Berufsunfähigkeitsrente, redete er dem Angeklagten ins Gewissen und forderte eine Geldstrafe von 6000 Euro, die Richterin Ilona Conver aufgrund der Einkommensverhältnisse des Angeklagten nach unten korrigierte.

Auch sie verurteilte das skrupellose Vorgehen des Verurteilten, hielt ihm aber seine glaubhafte Reue zugute. „Ich bedanke mich“, lautete das letzte Wort des Angeklagten, der das Urteil annahm. (msch)

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