RÜGHEIM

Vier Franken spielen sich durch die Welt

Weltoffener Musikmix: Die Eurumer Banditen stellten im Rügheimer Schüttbau ihr neues Konzertprogramm „Kosmopolitismo“ vor. Foto: Gudrun Klopf

„Wir Franken sind in der Welt zu Hause“ – das bewiesen die Eurumer Banditen auf einer abenteuerlichen musikalischen Reise rund um den Globus. Mit ihrem neuen Konzertprogramm „Kosmopolitismo“ sorgten sie im vollbesetzten Schüttbau in Rügheim für ausgelassene Stimmung.

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Eurumer Banditen

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Mit ihrer bunten Musikmixtur schrecken sie vor keinem Stil zurück. Sie bedienen sich bei alten Schlagern, Volksliedern und Partyhits ebenso wie bei Rock und Pop. Die Stücke werden kurzerhand der Besetzung mit Tenorhorn und Saxofon in der Melodie und Teufelsgeige und Posaune als Begleitteppich angepasst.

Die fränkischen Schlappgoschn der vier kamen gleich mit ihrem Einzug als Wallfahrer zum Einsatz. Bei allerhand ungewöhnlichen Fürbitten an den Heiligen St. Bacchus und dem anschließenden Klagegesang über die tote Sau, die doch gestern noch munter grunzte, wurden sie kräftig vom Publikum unterstützt.

Doch wer ein echter Franke ist, der will die Welt sehen und erobern: „In unseren Venen pocht die Sehnsucht nach der Ferne“. Und schon stachen die Seemänner mitsamt dem blonden Matrosen auf der MS-Bandit in See, hinaus in die Ferne.

Zunächst Richtung Osten: Eine feurige Begegnung mit dem „Mädchen aus Zagreb“, hochinteressante Ausführungen zur „Slawenhocke“ – eine beliebte Ruheposition im östlichen Raum – und ein wilder Kasatschok sorgten für Stimmung. Der Ausflug in den Osten endete schließlich in Nietschi Nowgorod, wo in Johnnys Spelunke der Schnaps in Strömen floss.
 

 
Eurumer Banditen im Schüttbau

Die Eurumer Banditen spielten im Schüttbau in Rügheim auf (Video Gudrun Klopf).

Posted by Main-Post Haßberge on Dienstag, 10. November 2015

Gefühlvoll wurde es, als die „Fahrenden Musikanten“ im Süden ankamen: die italienischen Seefahrer – „Gente di Mare“ – versuchten in der Nacht bei der schönen Senorita unterzukommen. Mit ausreichend griechischem Wein ging es weiter nach Afrika. Nachdem alle Rollen im Publikum verteilt waren, sorgten Warzenschweine, Vögel, Affen und Zikaden mit nächtlichem Dschungelflair dafür, dass der Löwe in der Nacht gut schlafen konnte.

Beim Abstecher nach Amerika kamen passend zum Country-Song „Ring of Fire“ Banjo, Waschbrett und Bass (selbst gebaut aus einem Kübel, einem Besenstiel und einer Schnur) zum Einsatz.

Doch bei aller Weltoffenheit sind die vier Burschen überzeugt: „Die Krone menschlichen Kulturschaffens ist die Fränkische Volks- und Blasmusik.“ Deshalb kehrten die Banditen von ihren Exkursionen auch immer wieder mit Liedern und Musikstücken aus Franken zurück zu ihren Wurzeln. Dazwischen gewohnt schräger Klamauk und freches Gschmarri.

Seit drei Jahren sind Konstantin Eckert (Tenorhorn), Lorin Hümpfner (Teufelsgeige), Maximilian Weber (Posaune) und Christoph Riegler (Saxophon) als die „Eurumer Banditen“ nicht nur auf Festen und Privatfeiern, sondern auch mit abendfüllenden Konzertprogrammen unterwegs. Die zahlreichen Auftritte und die gesammelte Bühnenerfahrung haben ihr musikalisches Können deutlich gesteigert. Dies zeigte sich besonders bei den toll arrangierten und wunderbar musikalisch vorgetragenen Stücken „Es wird Nacht, Senorita“, „Fly me through the Moon“ und nicht zuletzt bei „Opa“, einem auf fränkisch übersetzten Lied der Gruppe „LaBrassBanda“.

Armeschwingen war bei der Zugabe „Sierra Madre“ angesagt und bei „I like to move it“ hielt es die mit der Gruppe angereisten Fans nicht mehr auf den Sitzen. Mit „Guten Abend, gute Nacht“ wurde der Abend dann schließlich doch beendet und die „Eurumer Banditen“ mit stehendem Applaus von der Bühne verabschiedet.

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